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Der Nachmittag mit Katrin Krämer

In der Ausstellung 20 Jahre Zeichenkunst im Horst-Janssen-Museum

Autoren

  • Gerhard Snitjer
Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg.
Im Horst-Janssen-Museum steht die Zeichnung als universelles Aus­drucksmittel des Menschen im Mit­telpunkt. Bild: Horst-Janssen-Museum | Stadt Oldenburg

Vor 20 Jahren, am 13. November 2000, wurde in Oldenburg das Horst-Janssen-Museum eröffnet. Fünf Jahre zuvor war der legendäre Grafiker und Zeichner gestorben. Die Stadt Oldenburg reagiert schnell, holte zahlreiche Janssen-Werke in die Stadt und baute in Rekordzeit ein Museum dafür. Denn in Oldenburg verbrachte Horst Janssen seine Kindheit und Jugend im Haus der Großeltern, und in Oldenburg liegt der Künstler auch begraben, auf dem Gertrudenfriedhof. Gerhard Snitjer mit einem Rückblick auf zwei Jahrzehnte Horst-Janssen-Museum.

20 Jahre Zeichenkunst im Horst-Janssen-Museum

Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg Museum zeigt viel mehr als nur die Werke des Namensgebers. Neben Grafic Novels oder Landart aus Papier gibt es auch Werke von Picasso oder Chagall zu sehen.

Audio vom 13. November 2020
Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg.
Bild: Horst-Janssen-Museum | Stadt Oldenburg

Horst Janssen: ein genialer Künstler, aber auch ein Querkopf, Frauenheld und Säufer, ein Choleriker und Besessener. Was die Leute von ihm hielten, war ihm offenbar egal, wie er sagte. "Es gibt auch viele, die sagen: Der immer mit seiner Selbstvisage. Oder es gibt welche, die sagen: Ach, der Pornografie-Macher. Man kann das nur entschuldigen mit der Sucht der Leute, nicht wahr, Personen in Schubladen zu tun."

Viel Engagement zur Museumsgründung

Blick in die Dauerausstellung "Zeichnen" im Horst-Janssen-Museum in Oldenburg.
Ein Blick in die Ausstellungsräume Bild: Horst-Janssen-Museum | Andrey Gradetchliev

Nach Janssens Tod legten sich in Oldenburg einige Kunstfreunde mächtig ins Zeug, um anderen Standorten mit einer Museumsgründung zuvor zu kommen. Beteiligt waren unter anderem der damalige Kulturdezernent der Stadt, Ekkehard Seeber, der Rat und Verwaltung überzeugen konnte, und der Unternehmer und Kunstmäzen Claus Hüppe, der für 1,5 Millionen D-Mark eine stattliche private Janssen-Sammlung als Museums-Grundstock nach Oldenburg holte. Ein das Stadtbild prägendes Gebäude wurde errichtet – aus Geld- und Zeitmangel kurzerhand ohne Ausschreibung oder Wettbewerb, sondern einfach durch die Bauabteilung der Stadt, die dafür bis heute sehr gelobt wird.

 Breites Spektrum

Jutta Moster-Hoos leitet das Museum seit seinen Anfängen. Ihr war von Anfang an klar: Das Haus kann nicht ausschließlich die Arbeiten seines Namensgebers präsentieren. Immer stelle sich die Frage: "Wie lange trägt das? Wie lange ist das interessant?"

In den ersten Jahren des Museums wurden dem Publikum immer neue Facetten des umfangreichen Gesamtwerks gezeigt: Janssens Stillleben, Janssens Tiere, Janssens Briefe, Janssens Erotik, Janssens Lebensgefährtinnen und vieles mehr. Aber schon bald entwickelte sich das Haus planmäßig zu einem viel weiter gefassten Ausstellungsort.

Der Künstler Horst Janssen im Jahre 1994.
Am 14. November 2019 wäre Horst Janssen 90 Jahre alt geworden. Bild: Imago | teutopress

Von Dürer bis Picasso

Es kommen in- und ausländische Grafiker zu Ehren, deren Werke in Beziehung zu Janssen gesetzt werden können – wie Goya, Dürer, Picasso, Schiele oder Dalí. Außerdem werden auch neue Namen und experimentelle Arbeiten gewürdigt. Die gegenwärtige Ausstellung mit dem Titel "Das kann nur Zeichnung" ist ein gutes Beispiel für die breite Palette, die sich über Länder und Jahrhunderte und auch über ungewohnte Techniken erstreckt.

Künstler, die digital arbeiten, die lassen wir richtig auf Janssen los.

Jutta Moster-Hoos, Museumsleiterin

In den vergangenen Jahren kamen jeweils 20.000 Besucher oder mehr ins Haus. Corona hat in diesem Jahr alle Planungen durcheinandergewirbelt, aber natürlich denken Jutta Moster-Hoos und ihr Team weiterhin voraus: Für eines der kommenden Projekte werden Gegenwartskünstler dazu eingeladen, sich mit Horst Janssen Werk zu befassen. "Künstler, die digital arbeiten, die lassen wir richtig auf Janssen los. Die sollen richtig seine Zeichnungen verfremden, animieren, gegen den Strich bürsten, spielen, und auch ruhig kritisch mit ihm umgehen."

Inklusion, Diversität und soziale Gerechtigkeit

Neben neuen Kunst-Präsentationen muss jedes Museum sich immer wieder an gesamtgesellschaftlichen Fragen messen lassen, erklärt die Leiterin. Und die Rolle ihres Hauses hat sie bei allen Zukunftsplänen stets im Blick. "Da wird mit den Begriffen operiert, mit denen auch die Politik arbeitet: Inklusion, Diversität, soziale Gerechtigkeit. Das ist echt die Frage, ob Museen das leisten können. Aber die Kollegen ringen darum. Und insofern ist das immer im Fluss und geht immer weiter."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 13. November 2020, 14:38 Uhr