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Die Nacht

Im Porträt Yassin Musharbash über seine Arbeit als Investigativ-Journalist

Schriftsteller und Journalist Yassin Musharbash
Yassin Musharbash befürchtet, dass demokratiefeindliche Kräfte die Spaltung in der Gesellschaft vertiefen wollen. Bild: Andreas Krone

Er gilt als einer der führenden Experten für die Themen innere Sicherheit und Terrorismus. Seit 2012 arbeitet Yassin Musharbash im Investigativ-Ressort der Wochenzeitung "Die Zeit". Kürzlich ist sein neuer Roman über die Lügenkampagnen und Grenzen des Journalismus erschienen.

"Es ist sehr undurchsichtig geworden"– Yassin Musharbash

Seit 2012 arbeitet Yassin Musharbash im Investigativ-Ressort der "Zeit". Gerade ist sein neuer Roman über Lügenkampagnen und Grenzen des Journalismus erschienen.

ein Mann mit Brille steht an einer Ziegelmauer
Bild: Radio Bremen | Sven Weingärtner
Bild: Radio Bremen | Sven Weingärtner

Dass aus Yassin Musharbash mal ein Buchautor werden würde, war keine ausgemachte Sache. Sein erstes Skript noch zu Schulzeiten war aus Sicht seines Deutschlehrers nicht ausgereift: "Das war sein Urteil: 'Gut geschrieben, stinklangweilig.' Vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, dass ich Spannungsliteratur schreibe, dass ich mir alles nachsagen lasse, aber nie wieder, dass es langweilig ist." Es war der Schriftsteller John le Carré, der ihn später ermutigt hat, zu schreiben. Für ihn hatte Yassin Musharbash als Rechercheur gearbeitet. Und so entstand Musharbashs erster Roman.

Gut integriert im ländlichen Niedersachsen aufgewachsen

Geboren ist der heute 45-Jährige als Sohn eines jordanischen Vaters und einer deutschen Mutter in Bad Iburg bei Osnabrück. Seine Familie war damals etwas Besonderes im ländlichen Niedersachsen. Ausgrenzung wegen seines Namens habe er als Kind nicht erfahren, erzählt Yassin Musharbash in der Bremen Zwei-Gesprächsreihe "Sommergäste": "Das war nicht so, als hätten die Angst gehabt, dass wir sie mit einem fliegenden Teppich überfahren."

Die längerfristige Idee besteht darin, uns dazu zu bringen, uns immer weiter und immer mehr zu streiten.

Yassin Musharbash über russische Desinformations-Kampagnen

Bei seiner Arbeit beschäftigt sich der Journalist und Autor mit Nahost-Konflikten, Dschihadismus, Islamismus und arabischen Clans in Deutschland. In seinem neuen Roman "Russische Botschaften", der vor wenigen Wochen erschienen ist, wird eine Investigativ-Reporterin mit dem Tod eines Mannes konfrontiert, der als Agent für den russischen Geheimdienst gearbeitet hat. Mit Blick auf die Bundestagswahl sagt Musharbash, dass es gerade mehr Aktivitäten, mehr Falschinformationen in Russland gebe. Allerdings hätten die russischen Desinformations-Kampagnen nicht das Hauptziel, den Wahlausgang zu beeinflussen. "Die längerfristige Idee besteht darin, uns dazu zu bringen, uns immer weiter und immer mehr zu streiten." Ziel sei es, Ansätze von Spaltung in der Gesellschaft zu verstärken und Zweifel an der Demokratie zu säen. Wenn man das wisse, sei man, hofft Musharbash, weniger anfällig dafür.

Und dann habe ich dem am Ende eine gute Besserung gewünscht.

Yassin Musharbash über ein Gespräch mit einem erkälteten Terroristen
Porträt Yassin Musharbash
Hat schon mit Terroristen gesprochen, würde aber nicht jedes Risiko für seinen Job eingehen: Yassin Musharbash. Bild: Radio Bremen | Sven Weingärtner

Bei seiner Arbeit sei der persönliche Umgang mit Terroristen schwierig. Er würde nicht jedes Risiko in Kauf nehmen für seine Arbeit, erzählt Yassin Musharbash in der Bremen Zwei-Sendung "Sommergäste". Gleichwohl hat er bei seinen oft mühsamen und langwierigen Recherchen auch Menschen kennengelernt, die für ihre Überzeugungen töten würden. Auch wenn diese Gesprächspartner auf Irrwegen wandelten, beschimpfe er sie nicht als "Terroristen-Schweine". Dann würde er auch nicht das erfahren, was er erfahren wolle: "Mir ist das einmal passiert – der war total erkältet und nieste die ganze Zeit – und dann habe ich dem am Ende eine gute Besserung gewünscht". Als er nach Hause fuhr, habe er sich gefragt, ob das gerade wirklich passiert war – und er das wirklich ohne vorher nachzudenken gesagt habe?! Eine schwierige Frage sei es aber, sagt Musharbash, wie man mit Terroristen umgehe. Er mache seine Arbeit dennoch gern, weil er sie wichtig findet.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 11. September 2021, 18:05 Uhr