Im Porträt Yasmine M'Barek fordert radikale Kompromisse in der Politik

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Yasmine M'Barek fordert ein Umdenken in unserem Debattenstil: weniger Polemik, mehr Realpolitik. Bild: dpa | Annette Riedl

Sie ist jung, sichtbar und erfolgreich: Die Journalistin Yasmine M'Barek schreibt für "Zeit Online" über aktuelle Politik und hat nun ihr erstes Buch veröffentlicht. In "Radikale Kompromisse" fordert sie ein Umdenken in unserem Debattenstil: weniger Polemik, mehr Realpolitik.

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"Es wird nie einen Konsens geben" – Yamine M'Barek

Die 23-jährige Journalistin Yasmine M'Barek hat ihr erstes Buch veröffentlicht: In "Radikale Kompromisse" fordert sie ein Umdenken in unserem Debattenstil.

Bild: dpa | Annette Riedl

Wenn man sich durch ihren Instagram-Account scrollt, könnte man denken, Yasmine M'Barek ist Design-Redakteurin oder Interior-Influencerin. Doch weit gefehlt. Mit ihren 23 Jahren zählt sie schon zu den einflussreichsten und sichtbarsten jungen Journalistinnen Deutschlands. Sie ist Studentin an der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft und beschäftigt sich viel mit konservativer und liberaler Politik, wenn sie für "Zeit Online" schreibt.

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Markus Lanz nannte sie die Stimme der jungen, politisch liberalen Generation. Das streitet Yasmine M'Barek vehement ab: "Ich bin Niemandes Stimme". Aber dass viele junge Menschen bei der letzten Bundestagswahl die FDP gewählt haben, hat sie wenig überrascht. "Dieses Stigma – junge Leute sind immer progressiv im linken Sinne, sie sind aktivistisch oder linkspolitisch eingestellt – ist etwas Generelles, was man auf keine junge Generation so pauschal anwenden kann", sagt M'Barek, die immer wieder den Meinungspluralismus ihrer Generation Z betont. Sich selbst sieht sie eher in einer einordnenden Position: "Ich glaube, ich bin jemand, der gerne analysiert und die Analyse zum Diskurs beisteuert".

Progressiv ist, wenn man die Demokratie respektiert.

Yasmine M'Barek über die Art, wie wir diskutieren sollten

Gerade hat Yasmine M'Barek ihr erstes Sachbuch veröffentlicht. In "Radikale Kompromisse" erklärt sie, warum wir für eine bessere Politik weniger aggressiv miteinander reden müssen. Vor allem müsse man politisch debattieren können, ohne gleich im politischen Rechts-Links-Spektrum verortet zu werden, sagt M'Barek. Diese Polarisierung zerstöre die Grundlagen, um konstruktiv miteinander zu debattieren. Demokratie bedeute, Kompromisse zu schließen, und deshalb sagt die 23-Jährige: "Progressiv ist, wenn man die Demokratie respektiert." Idealistische Forderungen könnten zwar Impulse geben, aber politische Ziele ließen sich nur durch Kompromisse erreichen.

Frühe Politisierung im Elternhaus

"Ich bin privilegiert und akademisiert aufgewachsen mit einem Zugang zu den gesellschaftlichen Debatten," sagt Yasmine M’Barek, wobei die Privilegien nicht finanzieller Natur waren. Ihr Vater hatte in Tunesien studiert, doch sein Abschluss wurde in Deutschland nicht anerkannt. Deshalb kämpften ihre Eltern stets dafür, dass M'Barek die beste Bildung bekommt und ein Gymnasium besucht. "Bei uns zu Hause war Politik immer ein Thema. Ob es der Arabische Frühling war oder Angela Merkel – es wurde immer wieder aufgegriffen. Und es war diese Kombi mit dem Geschichte-Leistungskurs. Ich hatte das Privileg, diese Debatten zu verstehen und mich relativ früh politisieren zu können."

Die Meinung von Yasmine M'Barek ist mittlerweile sehr gefragt und sie ist ein gern gesehener Takshow-Gast. Vor einem Millionenpublikum zu sprechen, mache ihr keine Angst, im Gegenteil. Sie freue sich über die Bühne, die ihr für ihre Gedanken gegeben wird.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 22. März 2022, 18:05 Uhr

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