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Die Nacht

Im Porträt Alles Gute, Wolfgang Niedecken – der "kölsche Bob Dylan" wird 70

Autor

Wolfgang Niedecken
Groß Feiern kann er in Corona-Zeiten nicht: Der Kölner Wolfgang Niedecken Bild: Profiler Promotion | Mathias Bothor

Eigentlich wollte Wolfgang Niedecken seinen 70. Geburtstag mit Konzert und großer Party feiern. Corona-bedingt verbringt der Maler, Autor und Gründer der Rockband BAP seinen Jubeltag im kleinen Kreis der Familie – und in der Gesprächszeit auf Bremen Zwei.

Gesprächszeit "In der Schülerband war ich der Einzige, der mit Ach und Krach einen Ton halten konnte" – Wolfgang Niedecken

Wolfgang Niedecken wird 70. Seinen runden Geburtstag wollte der Maler, Autor und Gründer der Rockband BAP mit Konzert und großer Party in der Kölner Arena feiern.

Der Musiker und Sänger Wolfgang Niedecken steht am Rhein
Bild: DPA | Oliver Berg
Bild: DPA | Oliver Berg

Die Beatles waren sein Urknall. Als Wolfgang Niedecken die Fab Four zum ersten Mal hört, ist es gleich um ihn geschehen: Er zwängt sich in seinen alten Kommunionsanzug, schnappt sich die Gitarre des großen Bruders und verwandelt sich zu Hause vor dem Spiegel in Paul McCartney.

In der Schülerband war ich der Einzige, der mit Ach und Krach einen Ton halten konnte.

Wolfgang Niedecken über seine musikalischen Anfänge

Mit 14 Jahren gründet Niedecken seine erste Band, die Lieder der Beatles und der Rolling Stones nachspielt. "In der Schülerband war ich der Einzige, der mit Ach und Krach einen Ton halten konnte", erinnert er sich. Nach dem Abitur studiert er Malerei an der Fachhochschule Köln, hat Kontakte zur Kunstszene in New York und erste erfolgreiche Ausstellungen. Nebenbei macht Niedecken weiterhin Musik, spielt seit 1976 in Kneipen und auf Stadtteilfesten mit einer neuen Band namens BAP.

"Ich brauche den Dom nicht unbedingt, aber den Rhein, den brauche ich schon."

Wolfgang Niedecken über Heimatgefühle
Der Musiker und Sänger Wolfgang Niedecken steht am Rhein
Der Rhein ist eine der Lebensadern von Wolfgang Niedecken. Bild: DPA | Oliver Berg

Das dritte BAP-Album "Für usszeschnigge!" landet 1982 auf Platz 1 der deutschen Charts. Neun weitere Nummer-1-Alben folgen, die Band spielt als Vorband der Rolling Stones, tourt durch China und Wolfgang Niedecken wird immer mehr zum "kölschen Bob Dylan": Er übersetzt viele Songs seines Idols und darf auf Dylans Spuren die USA bereisen. Für seinen Einsatz gegen Ausländerfeindlichkeit erhält Niedecken 2013 das Bundesverdienstkreuz. Dreh- und Angelpunkt dieses ereignisreichen Lebens ist und bleibt der Rhein in Niedeckens Heimatstadt Köln. "Immer, wenn ich irgendwelche Probleme hatte, konnte ich mich an den Rhein setzen und das hat mich wieder eingelevelt," sagt Niedecken. "Ich brauche den Dom nicht unbedingt, aber den Rhein, den brauche ich schon."

Warten auf die Tour – mit großen Glücksmomenten

Das aktuelle BAP-Album heißt "Alles fließt", aber Niedecken stellt sich darauf ein, dass es noch eine Weile dauern wird, bis ihm wieder der Schweiß bei einem Livekonzert von der Stirn fließen kann. Bis dahin genießt er sein neues Leben als Opa und kümmert sich um sein Enkelkind, das ihm schon den einen oder anderen "Glücksflash" beschert hat.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 30. März 2021, 18:05 Uhr