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Der Morgen mit Anja Goerz

Den Wald entdecken Was der Boden über den Wald erzählt

Autorin

Försterin Natalie Leichnitz hält unterschiedliche Waldböden in den Händen.
Försterin Natalie Leichnitz weiß, was in ihrem Revier los ist – auch unter der Erde. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Federndes Moos, raschelndes Laub, trockener Sand, modrige Feuchte: Auf dem Waldboden gibt es viel zu entdecken. Försterin Natalie Leichnitz erklärt die Erde ihres niedersächsischen Reviers.

Den Wald entdecken: der Waldboden

Jeden Monat gehen wir mit Försterin Natalie Leichwitz nach draußen, um den Wald besser zu verstehen. Diesmal zeigt sie unterschiedliche Waldböden.

Audio vom 3. April 2021
Zwei Hände zeigen brauen und grauen Sand.
Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Saurer Boden im Kiefernwald

In einem Kiefernwald in der Nähe von Nienburg lassen sich die verschiedenen Erdschichten des Waldbodens an der Abbruchkante einer kleinen Sandgrube gut erkennen.

Försterin Natalie Leichnitz untersucht mit einem Stock den Waldboden.
An der Abbruchkante erkennt man die unterschiedlichen Erdschichten. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Ganz oben ist der Boden sehr dunkel, fast schwarz. Er enthält Huminstoffe, die sich mit dem mineralischen Sand verbunden haben. Sie entstehen aus organischem Material wie Nadeln oder Ästen, die von Pilzen und Kleinstlebewesen zersetzt werden. Das sind zum Beispiel Krebstierchen, Kellerasseln, Tausendfüßler, Hundertfüßer oder Springschwänze, weiß Natalie Leichnitz. "Das geht dann schon in den Milbenbereich. Manchmal sehen die auch ganz gruselig aus." In einer Handvoll Waldboden leben Milliarden von ihnen – mehr als es Menschen auf der Erde gibt.

Unter der ersten dunklen Schicht wird die Erde ockerfarben bis gelblich. Diese Schicht verrät etwas über die Erdgeschichte des Ortes, denn sie liegt seit Jahrmillionen hier. Die sandige Endmoräne besteht aus Ablagerungen der letzten Eiszeit; auf das Gestein, das die Gletscher vor sich hergeschoben hatten, lagerte sich Flugsand ab. Gräbt man tiefer, wird der Boden lehmiger und dichter. Um die Bodenbeschaffenheit zu erkennen, hilft auch der Blick auf Zeigerpflanzen. Im Kiefernwald ist das zum Beispiel die Preiselbeere, die auf sauren, trockenen Böden wächst.

Feuchter Boden im Buchenwald

Nahaufnahme eines Waldbodens. Er ist mit Moos, braunen Blättern und kleinen Pflanzen bedeckt.
Moose und Blätter bedecken den Waldboden im Laubwald. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Wie sehr ein weniger saurer, aber dafür feuchterer Boden den Bewuchs verändert, sieht man einige Kilometer weiter in einem Buchenwald.

Die Bäume sind Ende März noch kahl, eine dichte Decke aus Laub bedeckt den Boden. Natalie Leichnitz sticht mit ihrem Spaten in den Boden: Oben liegen die losen Blätter, darunter zersetztes Laub. Geht der Zersetzungsprozess weiter, bekommen die Blätter eine Konsistenz wie Tabak. Je tiefer man gräbt, desto feiner wird die Erde. Natalie zerreibt etwas Erde zwischen ihren Fingern; es ist Parabraunerde. "Hier haben wir dieses ganz schwarze Material. Was wir auch erkennen, ist eine feine Wurzelschicht. Das heißt, der Boden ist schon etwas nährstoffreicher."

Wenn man das Grundprinzip verstanden hat, kommt man eigentlich mit jedem Boden klar.

Natalie Leichnitz über unterschiedliche Waldböden
Nahaufnahme von Blumen auf dem Waldboden. Sie haben eine gelbe Blüte.
Sumpfdotterblumen wachsen auf feuchten Böden. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Bei ihrer Arbeit als Försterin helfen Natalie Leichnitz nicht nur die Pflanzen, um herauszufinden, wie der Boden beschaffen ist; die Böden in ihrem Revier sind auch kartiert. Das heißt, sie kann für jeden ihrer 34 Wälder nachschlagen, was im Boden steckt.

Wichtig wird das, wenn Forstbesitzer neue Bäume pflanzen wollen. Denn jede Pflanzengemeinschaft braucht ihren speziellen Boden. Diesen durch Dünger zu verändern wie in der Landwirtschaft, funktioniert bei Wäldern nicht, sagt Natalie Leichnitz. Deshalb muss sie manchmal den Forstbesitzern, die ihren Wald verändern wollen, sagen: "Tut mir leid, aber das geht hier leider nicht." Denn der Boden gestaltet den Wald – für Natalie Leichnitz ist das immer wieder faszinierend und gar nicht so kompliziert, wie man meinen könnte: "Wenn man das Grundprinzip verstanden hat, kommt man eigentlich mit jedem Boden klar."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 3.April 2021, 13:40 Uhr.