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Der Morgen mit Tom Grote

Den Wald entdecken Wie der Wald trinkt

Autorin

eine junge Frau hält eien kleinen Eichenschössling in der Hand
Einmal im Monat führt Försterin Natalie Leichnitz uns durch ihr Revier. Bild: Radio Bremen

Was für viele im Sommer ärgerlich ist, freut den Wald: Regen, Regen, Regen. Doch der Klimawandel hat schon jetzt seine Spuren hinterlassen. Försterin Natalie Leichnitz weiß, wie wichtig Wasser im Wald ist und was mit dem Regen dort passiert.

Natalie Leichnitz stapft durch eine kleine Pfütze. Auf den ersten Blick geht es dem Wald hier um den Giebichenstein im Westen von Nienburg ziemlich gut. Jahrhundertealte Eichen und Buchen spannen ihr dichtes, grünes Blätterdach über einen kleinen Waldweg: "Wir befinden uns hier in einem Mischwald," erklärt die Försterin. "Wir gehen jetzt an einem Lärchenwald vorbei, in dem auch schon Buche angebaut ist. Da haben wir die Eichen als Allee und auf der anderen Seite haben wir ein kleines Buchenwäldchen", beschreibt sie die Bäume in der Umgebung.

Die Vielfalt ist für den Wald wichtig, sagt Natalie Leichnitz. Die Försterin achtet darauf, möglichst viele unterschiedliche Bäume zu pflanzen. So wird der Boden optimal genutzt – denn die verschiedenen Baumarten wurzeln unterschiedlich tief.

Fichten sind Flachwurzler; ihre Wurzeln gehen mehr in die Breite als in die Tiefe. Eichen reichen mit ihren Pfahlwurzeln tiefer in den Boden. Doch auch Eichen leiden unter der Trockenheit der letzten Jahre.

Bäume leiden unter Trockenstress

Blick von unten in lichte Baumkronen
Der Wald ist durstig, Bäume brauchen viel Wasser. Nach der Trockenheit sind die Speicher noch nicht wieder aufgefüllt. Bild: Radio Bremen

Die Försterin streift mit den Händen über einen kleinen Heidelbeer-Busch und pflückt eine dicke saftige Beere. Die Heidelbeeren hängen wie schwere Regentropfen an den Büschen; sie haben in diesem Jahr genügend Wasser bekommen. Doch auch wenn hier alles grünt und sprießt, macht sich Natalie Leichnitz Sorgen um den Wald. An der Oberfläche ist der Boden feucht, aber die tieferen Schichten sind ziemlich trocken. "Es hat geregnet, aber nicht genügend, um den Wasserspeicher aufzufüllen. Man merkt schon, dass die Bäume noch schwächeln und die drei Jahre, die sie unter Trockenstress gelitten haben."

Ihr Blick wandert nach oben. Über den kleinen Heidelbeer-Sträuchern recken sich rund 30 Meter hohe Kiefern in die Höhe. An ihren Kronen erkennt die Försterin, wie es um die Bäume steht: "Wenn man Trockenheit erkennen will, dann guckt man: Wie buschig ist die Krone?"

Schädlinge haben leichtes Spiel

Wer genauer hinschaut, sieht, dass manche Kronen lichter sind – ein erstes Zeichen dafür, dass der Baum zu wenig Wasser hat. Bäume, die zu trocken sind, sind auch anfälliger für Schädlinge. Wie das aussehen kann, zeigt die Försterin an einer trockenen Kiefer. An deren Rinde haben sich Käfer durchgefressen: "Es war auffällig, dass der Specht die Rinde schon angeklopft hat. Der Baum ist trockengefallen, das heißt er hat kein Wasser mehr. Dadurch, dass er keine Saugspannung mehr hat, bricht der Wasserstrom ab – dann vertrocknet der Baum."

Bäume schützen vor Hochwasser

Luftaufnahme: ein Mischwald von oben
Das Blätterdach schützt den Waldboden vor zuviel Wasser. Aber es verhindert auch, dass leichter Regen den Bäumen zugute kommt. Bild: Radio Bremen

Wenn es regnet, schützt das Kronendach wie ein Regenschirm. Das heißt aber auch, dass das Wasser bei Regen nicht direkt bei den Wurzeln ankommt. Es bleibt auf den Blättern liegen, sammelt sich und verdunstet; nur ein geringer Teil erreicht den Waldboden. Indem Bäume einen großen Teil des Regenwassers von der Oberfläche abhalten, schützen sie sich vor Hochwasser – auch, wenn es heftig regnet. So entsteht die sogenannte Kronentraufe: Das Wasser sammelt sich in der Krone, läuft dann an den Blätter ab und trifft auf den Boden. Die Wurzeln saugen es direkt wieder nach oben. Und das in rauen Mengen: Bis zu 400 Liter Wasser braucht zum Beispiel eine Birke an einem heißen Tag. Ganz schön durstig, so ein Wald.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 16. August 2021, 13:40 Uhr