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ARD-Radiofestival: Lesung

Den Wald entdecken Wie der Wald atmet – warum Waldluft so frisch und kühl ist

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Ein dicker, größer Baum umringt von schmaleren Bäumen
Wem es im Sommer zu heiß ist, der sollte ab und an in den Wald gehen. Denn er ist eine natürliche Klimaanlage. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Wenn die Luft im Sommer vor Hitze flimmert, dann kann man in den Wald gehen, um sich abzukühlen. Der ist nämlich eine natürliche Klimaanlage. Niederländische Forscherinnen und Forscher haben herausgefunden, dass es unter Bäumen bis zu 15 Grad kühler sein kann. Aber warum ist das so?

Warum die Luft im Wald so frisch und kühl ist

Wenn die Sonne im Sommer scheint und die Luft sich erhitzt, dann kann man in den Wald gehen, um sich abzukühlen. Der ist nämlich eine natürliche Klimaanlage.

Natalie Leichnitz schaut an einem Baum hoch
Bild: Radio Bremen | Jana Wagner
Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Der Grinderwald bei Nienburg liegt direkt an der Bundesstraße 6: LKW und Autos rauschen hinter der Böschung entlang. Die Försterin Natalie Leichnitz lässt den Autolärm und die Abgase hinter sich und geht über knackende Äste und raschelndes Laub in den Buchenwald. Unter dem hohen Blätterdach ist es kühl – vor allem an warmen Sommertagen und besonders am Morgen.

Wenn man in den Wald kommt fühlt man diese Frische. Morgens liegt noch Tau auf den Blättern.

Natalie Leichnitz steht auf einem Waldweg
Natalie Leichnitz, Försterin
Die rissige Rinde einer Birke
Über seine Rinde atmet ein Baum und gibt Sauerstoff als Abfallprodukt ab. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Sauerstoff als Abfallprodukt der Photosynthese

Kaum steht die Försterin unter den 30 Meter hohen Buchen, atmet sie tief durch. Das Blätterdach kühlt, aber warum ist die Luft im Wald so frisch? Natalie Leichnitz zeigt auf kleine Rillen auf der Baumrinde. "Man hat hier überall diese waagerechten Striche. Diese Spaltöffnungen bilden sich immer wieder neu, wenn die Rinde wächst. Dadurch macht der Baum seinen Gasaustausch."

Der Baum atmet, betreibt Photosynthese. Und das auch über seine Blätter – die Försterin greift nach einem Büschel leicht gezackter Buchenblätter. Unter einem Mikroskop würde man klitzekleine Spaltöffnungen auf der Unterseite erkennen. "Zum einen atmet ein Baum über die Spaltöffnungen im Blatt, nimmt CO2 auf. Die Chloroplasten betreiben die Photosynthese. Licht, Wasser und Kohlendioxid wird in Zucker und Sauerstoff umgewandelt. Der Sauerstoff ist eigentlich ein Abfallprodukt, der uns aber zu Gute kommt."

Grünes Laub an einem Ast
Die Blätter der Buche sind besonders dünn und groß: Sie fangen Sonnenstrahlen für die Photosynthese ein. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Verdunstungskälte als Nebeneffekt

Für den Baum ist der Zucker wichtig – durch den wächst er, strebt zum Sonnenlicht. Natalie Leichnitz bleibt an einer kleinen Buche stehen. Sie nimmt das oberste Blatt zwischen die Finger. "Sonnenblätter sind meist dünner und kleiner. Die sind in der Sonne, die haben die meiste Photosynthese. Die Blätter darunter wollen aber auch Photosynthese betreiben. Die sind größer, damit sie mehr Sonne einfangen können."

Ein Blick von unten in grüne Baumkronen
Im Buchwald kann man besonders gut durchatmen. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Zum Wachsen braucht der Baum natürlich auch Wasser. Das zieht er aus den Wurzeln Richtung Blätter, speichert es in seinen Zellen im Holz und gibt es auch wieder ab. Das nennt man Verdunstungskälte, die die Luft im Wald so angenehm macht und uns beim Waldbaden richtig schön durchatmen lässt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 26. Juni 2021, 13:40 Uhr