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Der Tag mit Reza Vafa

In der Ausstellung Wilhelm Wagenfeld neu entdecken

Neue Dauerausstellung "Wilhelm Wagenfeld A bis Z"

Eine Tee- und eine Kaffeekanne aus weißem Porzellan stehen in einer Ausstellungsvitrine.
Bild: Radio Bremen | Kerstin Burlage

Wussten Sie, dass Wilhelm Wagenfelds Salz- und Pfefferstreuer einen Auftritt in Raumschiff Enterprise hatten? Solche und andere Geschichten erfahren Sie in der neuen Dauerausstellung zu Wagenfelds Werk. Wagenfeld war einer der bekanntesten Industriedesigner Deutschlands. Vor gut 30 Jahren ist der Bauhaus-Schüler gestorben. Viele der Objekte, die er entworfen hat, sind noch heute in Gebrauch. Davon kann man sich im Wilhelm-Wagenfeld-Haus in Bremen ein Bild machen, in der ersten Dauerausstellung zum Werk des Designers unter dem Titel "Wilhelm Wagenfeld A bis Z".

Zwei unterschiedliche Tischleuchten von Wilhelm Wagenfeld in einer Ausstekkungsvitrine.
Die berühmte Bauhaus-Leuchten von 1924.

"Wilhelm Wagenfeld A bis Z"

Das Wilhelm-Wagenfeld-Haus zeigt schönes und zeitloses Design in der neuen Dauerausstellung.

Bild: Radio Bremen | Martina Raake

Schöne Gegenstände in Vitrinen anschauen, das kann eine spannende Entdeckungsreise sein, wenn ein originelles Konzept dahinter steckt: Das Wilhelm-Wagenfeld-Haus hat seine neue Dauerausstellung nicht chronologisch als Künstler-Biografie ausgerichtet, sondern nach dem Alphabet. Mit viel Liebe zum Detail sind hier Begriffe von A bis Z zusammengestellt, die ganz direkt mit Wagenfelds Objekten zu tun haben.

Mit "Max und Moritz" in die Zukunft

Die bekannten Salz- und Pfefferstreuer "Max und Moritz" vom Bremer Designer Wilhelm Wagenfeld werden von jemandem in der Hand gehalten.
"Max und Moritz" Salz- und Pfefferstreuer von Wilhelm Wagenfeld für WMF, 1954/56 entworfen. Bild: DPA | Christoph Schmidt

Unter "A wie anonym" stehen Wagenfelds berühmte Salz- und Pfefferstreuer aus den 1950er-Jahren mit Namen "Max und Moritz". Ganz schlicht aus elegant geschwungenem Glas, sind sie auch heute noch schön anzusehen – und ein sehr gutes Beispiel für die sogenannte "anonyme Form". Das war einer von Wagenfelds wichtigsten Gestaltungsgrundsätzen, erklärt Kuratorin Julia Bulk: "Er war der Meinung, dass man als Gestalter nicht seine Persönlichkeit austoben soll, sondern hat gesagt: 'Ein Industrie-Produkt kommt von ganz vielen Leuten.'" Schließlich arbeite nicht nur der Designer selbst mit, sondern auch Techniker oder Ökonomen – und am Schluss komme so etwas heraus, das mit dem Ursprungsentwurf gar nicht mehr so viel zu tun habe. Deshalb der Begriff "anonyme Form". Bulk sagt: "Wagenfeld war davon überzeugt, dass das eine besonders schöne Form ist und auch eine langlebige."

Auch zu den früher millionenfach hergestellten Streuern "Max und Moritz" gibt es eine Geschichte unter "S" wie "spacig". Die Salz- und Pfefferstreuer von Wilhelm Wagenfeld hatten ihren Auftritt in der allerersten Serie von Raumschiff Enterprise von 1966. Julia Bulk freut sich: "Das ist so schön. Die waren damals schon zehn Jahre alt, und trotzdem galten die noch als so modern, dass die Ausstattungsdesigner gesagt haben: 'Das muss in die Zukunft reisen'."

Alltagsgegenstände – ästhetisch und praktisch

Dass seine Objekte langlebig sind, beweist die Ausstellung anhand vieler zeitlos-schöner Alltagsgegenstände des Industrie-Designers. Wagenfeld war es nicht nur wichtig, dass seine Stücke genauso ästhetisch wie praktisch sind. Sie sollten sich unbedingt auch gut anfühlen – wie man unter "G" wie "greifen" erfährt. Julia Bulk erklärt: "Greifen ist deshalb so wichtig, weil das eine Verbindung zwischen Mensch und Objekt ist. Und deshalb war ihm das so wichtig, dass man sofort das Objekt liebt, weil man es so gerne greift."

Wagenfeld kann man anfassen. Sie können mit einer Hand diese Platten anfassen. Und dann die Stapelbarkeit: Ich finde das ganz toll, wenn ich Obstsalat mache oder Fisch paniere. Ich nehme immer diese Platten!

Katrin Rabus

Wilhelm Wagenfeld war es nach dem Zweiten Weltkrieg ein großes Anliegen, gute, preisgünstige Objekte für alle herzustellen. Besuchende der Dauerausstellung werden so manches Stück wiedererkennen: ein geripptes Glas etwa, den elegant geschwungen Eierbecher aus Cromargan oder die schlicht-weiße Kaffeekanne.

Mit persönlichen Geschichten

Verschiedene Vasen und Schalen aus Glas stehen in einer Ausstellungsvitrine.
Exponate in der Ausstellung. Bild: Radio Bremen | Kerstin Burlage

Ein Teil der Ausstellung widmet sich unter der Überschrift "Mein Wagenfeld" speziell den persönlichen Geschichten, die Menschen zu ihren Wagenfeld-Gegenständen erzählen können. Wie zum Beispiel Katrin Rabus, die mehrere Wagenfeld-Braten-Platten besitzt und immer noch täglich benutzt: "Wagenfeld kann man anfassen. Also ich brauch' nicht zwei Hände. Sie können mit einer Hand diese Platten anfassen. Und dann die Stapelbarkeit: Ich finde das ganz toll, wenn ich Obstsalat mache oder Fisch paniere. Ich nehme immer diese Platten!"

Warum Wilhelm Wagenfelds Entwürfe zukunftsweisend waren und auch heute noch sind, damit beschäftigt sich unter anderem die Vitrine "Z" – mit einem Brückenschlag ins Heute. "Schönes Design ist eben zeitlos. Und ganz sicher eine Entdeckungsreise wert", meint unsere Reporterin Kerstin Burlage, die die Ausstellung schon gesehen hat.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 27. November 2021, 14:50 Uhr