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Gesprächszeit mit Hendrik Plaß

Im Porträt Uwe Hauck will sich und seine Depressionen nicht länger verstecken

Autorin

Porträt von Uwe Hauck
Unter dem Hashtag "#ausderKlapse" spricht Uwe Hauck auf Twitter über Depressionen. Bild: Uwe Hauck

Es ist kein Beinbruch, es ist tückischer: Depressionen sind eine Volkskrankheit, an der aktuell etwa jeder Fünfte in Deutschland leidet. Nur gut die Hälfe der Betroffenen gesteht sich diese Krankheit ein und holt sich professionelle Hilfe. Und der Rest? Für den sieht die Welt so aus wie für Uwe Hauck, der erkrankt war, es aber nicht wusste.

Gesprächszeit "Ich weiß, dass ich gewinnen kann" – Uwe Hauck

Es hat gedauert bis Uwe Hauck eingesehen hat, dass er krank ist. Der unbedingten Wunsch, alles unter Kontrolle zu haben bestimmte sein Leben. Heute hat er seine Depressionen akzeptiert und sich damit befreit.

Porträt von Uwe Hauck
Bild: Uwe Hauck
Bild: Uwe Hauck

Natürlich hatte Uwe Hauck keine Depression. Er war ja nicht krank. Die Sache mit dem Selbstmordversuch war eine Blödheit gewesen, eine Kurzschluss-Reaktion in einer außergewöhnlichen Stress-Situation. Das hat mit der Jammerlappen-Krankheit Depression nichts zu tun.

Es hat einige Zeit gedauert, bis der Familienvater aus Baden-Württemberg die Diagnose "Depression" annehmen konnte und bis er merkte: Es liegen auch Chancen in der Krankheit. Vielleicht musste das Leben gar nicht so grau, so voller Sorgen und Ängste sein, wie es das für ihn seit rund 40 Jahren war?  

Ich dachte immer, ich sei einfach melancholischer als die anderen.

Uwe Hauck

Uwe Hauck begann, sein Leben neu zu ordnen. Sich selbst noch mal neu kennen zu lernen. Sich seinen Gefühlen, besonders den Ängsten und dem unbedingten Wunsch, alles unter Kontrolle zu haben, zu stellen. Das dauerte lange, das tat weh, aber es war befreiend. "Ich musste endlich nicht mehr so tun, als ginge es mir gut."

#ausderKlapse

Seine Mitpatientinnen und -patienten in der Psychiatrie wurden eine wichtige Stütze. Hauck, der seit seiner Jugend eher ein Einzelgänger war, entdeckte, dass andere Menschen unter den gleichen Problemen litten wie er. Die Gespräche und Ausflüge mit ihnen waren ihm eine große Hilfe. "Ich habe noch nie so viel mit anderen gelacht und Spaß gehabt wie in dieser Zeit."

Schon kurz nach seiner Diagnose hatte Uwe Hauck beschlossen, seine Krankheit nicht länger zu verheimlichen und sich nicht mehr zu verstecken. Unter dem Hashtag #ausderKlapse twitterte er über den Alltag in der Psychiatrie und erarbeitete sich damit im Netz eine wachsende Fan-Gemeinde. "Ich habe über Twitter so viele positive Rückmeldungen bekommen, damit habe ich nie gerechnet."

Mit Depressionen leben

Die Krankheit wird Hauck sein Leben lang begleiten. Denn auch wenn er inzwischen wieder arbeitet, zuhause mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt und seinen Hobbys wie Technik, Astronomie und Lesen nachgeht – die Depression ist nie ganz weg. Jetzt gerade hat sie ihn wieder im Griff, ein weiterer stationärer Krankenhaus-Aufenthalt ist notwendig: "Aber ich weiß inzwischen, dass ich gewinnen kann."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 4. Oktober 2021, 18:05 Uhr