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Im Porträt Schwester Ursula über das Leben im Kloster, Seelsorge und Social Media

Autorin

Schwester Ursula Hertewich
Schwester Ursula Hertewich Bild: Radio Bremen | Kerstin Burlage

Schwester Ursula Hertewich ist promovierte Pharmazeutin. Mit 30 Jahren beschloss sie, ihr altes Leben aufzugeben und ins Kloster zu gehen. Seit 15 Jahren lebt sie inzwischen in der Gemeinschaft der Dominikanerinnen im Kloster Arenberg in Koblenz, ist dort vor allem in der Seelsorge tätig – und im Bereich Social Media.

Gesprächszeit "Ich wollte nie ins Kloster eintreten" – Schwester Ursula Hertewich

Schwester Ursula Hertewich ist promovierte Pharmazeutin. Mit 30 Jahren hat sie beschlossen, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und ins Kloster zu gehen.

Schwester Ursula Hertewich
Schwester Ursula Hertewich Bild: Radio Bremen | Kerstin Burlage
Bild: Radio Bremen | Kerstin Burlage

Ich wollte nie ins Kloster eintreten. Ich sag immer, das ist der größte Unfall in meinem Leben, dass mir das passiert ist.

Ursula Hertewich über die vielleicht größte Entscheidung in ihrem Leben

Über die vielleicht größte Entscheidung in ihrem Leben sagt Ursula Hertewig heute: "Ich wollte nie ins Kloster eintreten. Ich sag immer, das ist der größte Unfall in meinem Leben, dass mir das passiert ist. Das war wirklich überhaupt nicht auf meinem Schirm in Sachen Lebensplanung, dass ich irgendwann mal in irgendein Kloster eintreten würde!"

Geboren und aufgewachsen ist Ursula Hertewich in einer Kleinstadt im Saarland, wo ihre Familie schon seit Generationen eine Apotheke führt. Dort arbeitet sie nach ihrer Promotion, ist außerdem Dozentin, steht mitten im Leben – alles sehr gern, wie sie sagt. Trotzdem ist da etwas, das sie beschäftigt: "Schon seit ich denken kann, schon als Kind hat mich die Frage nach Gott sehr bewegt. Ich habe irgendwie gedacht: 'Wow! Es gibt da so eine größere Instanz, und es muss den geben, der uns alle geschaffen hat. Wer ist das? Vielleicht ist es doch nicht dieser Lebensentwurf Familie für dich, vielleicht brauchst du einfach etwas anderes.'"

Abschied vom weltlichen Leben

Bis zu dieser Erkenntnis ist es ein langer Weg – und der letzte Schritt bis ins Kloster fällt ihr alles andere als leicht, denn sie muss vieles aufgeben: die Nähe zu ihrer Familie, das nette Kollegium, sogar ihre gewohnte Kleidung. Sie lernt die Dominikanerinnen vom Kloster Arenberg kennen und fühlt sich dort so aufgehoben, dass sie diesen Schritt schließlich wagt. Sie begibt sich für drei Jahre ins Postulat und Noviziat – so heißt die Ausbildungszeit im Kloster – um das Leben als Ordensschwester kennen zu lernen.

Es war schon eine heftige Erfahrung, die mich aber unheimlich geprägt hat und für die ich sehr dankbar bin.

Ursula Hertewich über das Postulat und das Noviziat

"Das war richtig anstrengend, aber auch unendlich wertvoll. Ich würde jedem so eine Zeit wünschen, wo ich mal rauskomme aus so einem Leistungsding, wo ich mich immer beweisen muss, und einfach mal irgendwo sein darf und mich selber kennenlernen kann. Es war schon eine heftige Erfahrung, die mich aber unheimlich geprägt hat, und für die ich sehr dankbar bin."

Kräutergarten und Seelsorge

Wer Schwester Ursula heute im Kloster Arenberg trifft – in weißer Ordenstracht mit schwarzem Schleier – erlebt eine lebensfrohe und zugewandte Frau, die viel um die Ohren hat: Zum Klosteralltag gehören feste Gebets- und Gottesdienstzeiten morgens, mittags und abends. Dazwischen widmet sich die hochgewachsene 45-Jährige ihrer Arbeit. Früher war die vor allem im Kräutergarten des Klosters – wo sie an ihre alte berufliche Leidenschaft anknüpfen konnte. Mittlerweile arbeitet die Ordensfrau vor allem in der Seelsorge. Menschen auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten, mache ihr viel Freude, erzählt sie, und es liege ihr. "Ich glaube, die Menschen kommen gern zu mir. Und das ist etwas, wo ich sage: 'Ja, das hat viel mit Berufung zu tun. Das bewegt mich und berührt mich sehr.'"

Keine Abgeschiedenheit hinter Klostermauern

Das Kloster Arenberg hat ein großes Gästehaus, wo Schwester Ursula die Besucherinnen und Besucher seelsorgerisch betreut: Sie führt Einzelgespräche, bietet Gemeinschaftsabende an, ist ansprechbar. Darüber hinaus begleitet sie die jungen Frauen, die neu in die Ordensgemeinschaft eintreten. Außerdem kümmert sie sich um den Social Media-Auftritt des Klosters.

Alles in allem kann bei ihr keine Rede sein von stiller Abgeschiedenheit hinter Klostermauern. Schwester Ursula selbst fasst es so zusammen: "Also, wer sich so ein Klosterleben – zumindest bei uns – ruhig vorstellt, der ist auf dem Holzweg. Wir haben wirklich ganz viele Eindrücke an einem Tag. Aber auch immer wieder Möglichkeiten, das zu verarbeiten – durch Stille, durch Gebet. Und das finde ich eigentlich eine schöne Kombination."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 15.10.2021, 18:05 Uhr