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Die Nacht

Im Porträt Ulf Merbold hat deutsche Weltraum-Geschichte geschrieben

Autorin

Ulf Merbold hebt beide Hände, hinter ihm ein Satellitenbild der Erde
Kein anderer deutscher Astronaut war öfter im All als er: Ulf Merbold Bild: Imago | Karina Hessland

Er war der erste Westdeutsche im All und bis heute hält Ulf Merbold einen Rekord: Kein anderer deutscher Astronaut war dreimal im Orbit. Jetzt wird er 80 Jahre alt.

Gesprächszeit "Es wäre mir auch heute noch das Risiko wert" – Ulf Merbold

Er war der erste Westdeutsche im All und bis heute hält Ulf Merbold einen Rekord: Kein anderer deutscher Astronaut war dreimal im Orbit. Jetzt wird er 80 Jahre alt.

Ulf Merbold hebt beide Hände, hinter ihm ein Satellitenbild der Erde
Bild: Imago | Karina Hessland
Bild: Imago | Karina Hessland

Zum ersten Mal ging es für den studierten Physiker mit dem Space Shuttle Columbia im November 1983 in die Umlaufbahn. 10 Tage, 7 Stunden und 47 Minuten umkreiste Merbold zusammen mit fünf NASA-Astronauten die Erde und führte 72 wissenschaftliche Experimente in Schwerelosigkeit durch. Angst, beim Raketenstart Schaden zu nehmen, hatte Merbold damals nicht: "Das hat mich weniger beunruhigt als die Sorge eines dieser mir anvertrauten Experimente an die Wand zu fahren."

Merbolds Flug ins All war nicht nur der erste eines deutschen Astronauten mit einem NASA-Space Shuttle, sondern auch der erste Flug des europäischen Forschungslabors Space Lab. Doch Merbolds nachhaltigste Erfahrung ist der Blick auf die Erde: "Der Blick aus einem Raumschiff auf die Erde ist so wundervoll. Das ist ästhetisch ein grandioses Erlebnis, den Erdhorizont gekrümmt zu sehen. Darüber einen rabenschwarzen Himmel und dann ist da eine ganz dünne, hinreißend schöne, königsblaue Schicht, die den Horizont säumt."

Dann denkt man doch sehr viel mehr drüber nach, ob wir damit nicht ein bisschen sorgfältiger umgehen müssten.

Ulf Merbolds Gedanken als er die Erde aus dem All sah

Vor seiner Laufbahn als Astronaut arbeitete Ulf Merbold bereits 10 Jahre als Physiker am Max-Planck-Institut in Stuttgart. Dafür hatte er sogar die DDR verlassen, denn ein Studium in Jena wurde dem Thüringer verwehrt, weil er kein FDJ-Mitglied war.

Die Astronauten John W. Young und Ulf Merbold bei einer Weltraummahlzeit im Space Shuttle Columbia.
Die Astronauten John W. Young und Ulf Merbold bei einer Weltraummahlzeit im Space Shuttle Columbia. Bild: Nasa

Im Jahr 1992 umkreiste Merbold dann in einer weiteren Space-Shuttle-Mission unsere Erde – jetzt mit der Raumfähre Discovery und mit einer sehr viel größeren Anspannung. Die Challenger-Katastrophe von 1986 war damals noch sehr präsent: "Die damals mit dem Challenger ihr Leben verloren haben, habe ich persönlich alle gekannt. Das war eine große Tragik."

Das sind Glücksmomente, auf die ich nicht verzichten möchte.

Ulf Merbold über seine Gefühle nach der sicheren Landung auf der Erde

Bereits zwei Jahre später wurde Merbold schon wieder einer Mission zugeteilt – diesmal gemeinsam mit russischen Kosmonauten. Mit einer Sojus-Rakete startete Merbold vom Weltraumbahnhof Baikonur zur ersten europäischen Mission auf der russischen Raumstation "Mir". Einen Monat führte er auf der Raumstation Experimente durch bevor die Raumkapsel wieder sicher in der kasachischen Steppe landete: "Der zweite Höhepunkt ist der Moment, wo man den Erdboden wieder unter den Füßen fühlt und die Liebste wieder in den Arm nehmen kann und natürlich die Kinder wieder sieht und die Freunde. Das sind Glücksmomente, auf die ich nicht verzichten möchte", erinnert sich der ehemalige Astronaut.

Viele Jahre war Merbolds Raumfahrttraining eine Zumutung für seine Familie – das sagt er jedenfalls selbst: "Dass ich drei Mal in den Weltraum gelangen konnte, da ist meine Frau in gleichem Maße dran beteiligt wie ich selber", sagt er heute.

Seine Freizeit verbringt Ulf Merbold übrigens immer noch am liebsten in der Luft. Der ehemalige Astronaut ist immer noch passionierter Segelflieger: "Das kann man schon fast süchtig nennen – das macht einfach riesigen Spaß!" Am 20. Juni 2021 wird Ulf Merbold 80 Jahre alt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 16. Juni 2021, 18:05 Uhr