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Der Sonntagmittag mit Marion Cotta

Auf der Bühne Uraufführung "Mutter Vater Land" – ein Abend voller Erinnerungen

Autor

Szene aus dem Theaterstück Mutter, Vater, Land
Ein Theaterabend über Famliengeschichten, Beziehungen und Missverständnisse. Bild: Theater Bremen | Joerg Landsberg

In "Mutter Vater Land", einer Familiengeschichte zwischen Deutschland und der Türkei, lässt der Autor Akın Emanuel Şipal vier Generationen aufeinanderprallen. Nach vielen Verschiebungen hatte das Stück nun im Kleinen Haus des Theater Bremen Premiere. "Interessant und glaubwürdig", urteilt Bremen-Zwei-Autor Marcus Behrens.

Vier Generationen einer Familie erzählen Episoden ihrer Familien-Geschichte. Den Zeitrahmen bilden die frühen 1960er-Jahren bis ins Jahr 2063. Es ist ein Abend voller Erinnerungen: an Gutes und Schlechtes – und an viele Missverständnisse.

Im Vordergrund steht die Geschichte von Menschen, die in den 1960er-Jahren aus der Türkei nach Deutschland geholt wurden, um hier zu arbeiten. Es geht um die, die hier geblieben sind und andere Menschen aus ganz anderen Teilen Europas kennengelernt und manchmal auch geheiratet haben – und um deren Kinder und Enkelkinder. In dem Stück steckt viel Autobiographisches, mal offensichtlich, mal etwas versteckt.

Uraufführung überzeugt mit inhaltlicher Tiefe

Bremen-Zwei-Theaterexperte Marcus Behrens hat die Uraufführung mit ihrer inhaltlichen Tiefe überzeugt. Die Geschichten, die das Ensemble erzählt, waren so interessant und glaubwürdig, dass man gerne noch mehr erfahren hätte.

Szene aus dem Theaterstück Mutter, Vater, Land
Eine Szene mit Irene Kleinschmidt. Bild: Theater Bremen | Joerg Landsberg

Das Bühnenbild füllte den Raum aus, obwohl es aus ganz wenigen Dingen bestand – ein sich kreuzender Weg, eine Telefonzelle, eine Leiter, ein Bücherregal, ein Piano, eine Wand und ein paar Zäune. Die Szenerie war zum Teil gemütlich dunkel gehalten, dann wieder in grelles und sehr gelungenes Licht gehüllt.

Nach zwei Stunden endete ein dichter Theaterabend mit langem Beifall, den der anwesende Autor Akin Emanuel Şipal ans Ensemble weiterreichte. Ihm war anzusehen, dass er glücklich war, dass diese Uraufführung nach mehr als einem Jahr Wartezeit nun endlich zur Premiere gebracht werden konnte. Aus dem Ensemble ist Siegfried W. Maschek in der Rolle des Großvaters in Istanbul einfach begnadet gut. Und der Franzose Matthieu Svetchine in der Rolle des Vaters überzeugt einmal mehr durch seine Vielseitigkeit – an diesem Abend verloren und verlassen von allen Generationen um ihn herum. Mit nur 50 Tickets war die Vorstellung ausverkauft. Mehr Publikum darf zurzeit wegen der strengen Corona-Auflagen nicht ins Kleine Haus.

Szene aus dem Theaterstück Mutter, Vater, Land
Theaterszene aus "Mutter Vater Land". Bild: Theater Bremen | Joerg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 17. Juni 2021, 09:38 Uhr