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Der Morgen mit Hendrik Plaß

Den Wald entdecken Auf Spurensuche im Wald

Autorin

eine Frau kniet vor einem Loch im Waldboden
Natalie Leichnitz ist mit dem Ökosystem Wald vertraut und weiß die Spuren der Tiere zu lesen. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Welche Tiere leben im Wald? Und wie erkennt man das, auch wenn man sie nicht sieht? Eine Spurensuche im Schwaforder Wald mit Försterin Natalie Leichnitz.

Mit Försterin Natalie Leichnitz auf Spurensuche im Wald

Welche Tiere leben im Wald? Und wie erkennt man das, auch wenn man sie nicht sieht? Eine Spurensuche im Schwaforder Wald mit Försterin Natalie Leichnitz.

eine Frau kniet vor einem Loch im Waldboden
Bild: Radio Bremen | Jana Wagner
Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Die Baumkronen im Schwaforder Wald sind grün, die Sonne blitzt nur leicht durch das dichte Blätterdach. Vögel zwitschern. Aber sie sind nicht die einzigen Waldbewohner. Es gibt auch Damwild, Füchse und Dachse. Dazu den eher seltenen Baummarder, Mäuse und Wiesel – und allmählich kehrt auch die Wildkatze in den Wald zurück.

Hier sehen wir, wie sich das Höhlensystem [des Dachses] von einem zum anderen Loch schlängelt.

Natalie Leichnitz über die Wohnhöhlen der Dachse

Försterin Natalie Leichnitz zeigt uns zuerst die Spuren des Dachses. Über 20 Meter hinweg entdeckt sie immer wieder große Löcher im Waldboden. Unter den Bäumen und Büschen hat er ein ganzes Tunnelsystem gegraben. Die Försterin bleibt auf einem sandigen Hügel stehen – er sieht aus wie eine platt getretene Sandburg.

Ein Loch im Waldboden
Das Hauptloch des Dachses ist ganz schön groß und selbst für ungeübte Spurensucherinnen leicht zu finden. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Unter uns befinden sich mehrere Kammern, in denen Dachse leben. Es ist ein unterirdisches Mehrgenerationenhaus. Allerdings scheint momentan keiner zu Hause zu sein.

Es geht weiter durch den Mischwald – Laub und Äste rascheln unter den Füßen. Wir versuchen, so leise wie möglich zu sein. Denn vor allem jetzt im Frühling brauchen die Waldbewohner ihre Ruhe. Vom 1. April bis zum 15. Juli ist Brut- und Setzzeit, die Tiere bringen ihre Jungen zur Welt und ziehen sie auf.

Dann hört Natalie ein Geräusch, ein Stampfen. Das könnte ein Reh sein. Wenn sie Menschen bemerken, stampfen sie manchmal oder stoßen Warnlaute aus, die wie ein Bellen klingen. So warnen sie die anderen Waldbewohner vor Gefahr. Es knackt unter unseren Füßen – ein abgefressener Zapfen und kleine Schuppen liegen auf dem Weg herum. Auch das ist eine Tierspur:

Diese ganzen Schuppen deuten darauf hin, dass ein Eichhörnchen hier Nahrung gesucht hat. Es nagt den Fichtenzapfen ab und das ist das, was davon übrigbleibt.

Natalie Leichnitz über Eichhörnchen

Auch größere Tiere hinterlassen ihre Spuren. Natalie zeigt auf einen Baumstamm, an dem ein Rehbock sich geschubbert hat. Die noch dünne Rinde sieht ganz zerfranst und zerfleddert aus. "Daran kann man erkennen, dass der Rehbock, der sein Gehörn geschoben hat, hier seinen Bast abgefegt hat," erklärt die Försterin. Der Bast ist eine Hautschicht, die das Gehörn schützt. Wenn das Wachstum abgeschlossen ist, schubbert er es ab.

eine Frau hält einen Tierhuf in der Hand
Welches Tier hat solche Hufe? Försterin Natalie Leichnitz zeigt uns, wie Rehe Spuren hinterlassen. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Der Rehbock markiert auch sein Revier, indem er am Stamm reibt und mit den Hufen beziehungsweise Schalen scharrt – Drüsen hinterlassen seinen Geruch. Den riechen wir nicht, aber Natalie erkennt den Abdruck auf der Plätzstelle.

Man sieht hier noch richtig die Furchen, die Kratzspuren und das Trittsiegel [des Rehbocks].

Natalie Leichnitz über die Markierungen des Rehbocks

Nach dem Spaziergang mit Natalie Leichnitz sind wir Dachs, Eichhörnchen, Rehbock und anderen Waldbewohnern begegnet, ohne sie zu sehen. Man muss eben genau hinschauen, um ihre Spuren zu entdecken.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 29. Mai 2021, 13:40 Uhr