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Der Vormittag mit Britta Lumma

Theater in Bremen und Bremerhaven Bühnen und Zuschauer trotzen dem Virus: unsere Theaterhighlights 2021

Autorinnen und Autoren

Szene aus dem Theaterstück "Ich bin Carmen und das ist kein Liebeslied" am Theater Bremen
Eine Carmen, die in Erinnerung bleibt! Bild: Jörg Landsberg

Ein ungewöhnliches Theaterjahr geht zu Ende: Auch 2021 hat das Coronavirus wieder die Spielpläne infiziert. Das erste Halbjahr blieben auch in Bremen und Bremerhaven die Bühnen leer. Aber hinter den Kulissen wurde geplant, geprobt und gehofft, und im Sommer lief der Betrieb allmählich wieder an. Unsere Theaterexperten Christine Gorny und Marcus Behrens stellen ihre Highlights des Jahres vor.

1 Der Theatergarten am Wall: ein Außenspielort mit Potential

Nathalie Mittelbach und Diego Savini in "Die Italienerin in Algier"
Nathalie Mittelbach und Diego Savini in "Die Italienerin in Algier". Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Der Spielbetrieb 2021 startete in Bremen erst im Juni. Los ging es im Theatergarten in den Wallanlagen, wo bis zum Zweiten Weltkrieg das Theater Bremen stand. Dieses Gelände wurde in der Pandemie wiederbelebt – die Rossini-Oper "Die Italienerin in Algier" wurde auf einer Outdoor-Bühne aufgeführt. Zu Rossinis Klängen rauschten auch mal Windböen durch die hohen Bäume oder ein Martinshorn tönte vom Wall herunter, eine neue magische Kulisse in der Hansestadt!

2 Opern-Höhepunkte, die in Erinnerung bleiben

Das Musiktheater-Bereich wurde besonders hart von den Pandemie-Maßnahmen getroffen. Trotzdem gab es 2021 überraschende und überzeugende Inszenierungen.

"Mein Name ist Carmen – und das ist kein Liebeslied"

Szene aus dem Theaterstück "Ich bin Carmen - Und das ist kein Liebeslied" am Theater Bremen
Szene aus "Ich bin Carmen – und das ist kein Liebeslied". Bild: Jörg Landsberg

"Mein Name ist Carmen – und das ist kein Liebeslied" ist eine gemeinsame Produktion der Theater Bielefeld und Bremen. Die Inszenierung ist ein Opernmonolog voller Spannung, mit Musik am Flügel und Soundeffekten vom Computer – beides live vom Rand der Bühne. Zu hören gibt es Originalauszüge von Bizets "Carmen", die überraschend und interessant interpretiert werden; dazu eine unglaublich charismatische Sängerin und ein gelungenes Bühnenbild mit perfekten Lichtstimmungen und geschickt eingesetzter Videoprojektion.

"Das schlaue Füchslein" – Tierwelt trifft auf Menschenwelt

Szene aus "Das schlaue Füchslein", Musiktheater Bremen
Eine Füchsin steht im Mittelpunkt. Aber auch in dieser Oper kommen große menschliche Gefühle vor. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Bremens Generalmusikdirektor Marko Letonja gelang dieses Jahr ein eindrucksvoller Einstand am Theater Bremen mit der tschechischen Oper "Das schlaue Füchslein". Die Oper von Leos Janàcek spielt hauptsächlich im Wald, in einer Tier- und Pflanzenwelt, deren Geräusche sich in der Musik wiederfinden. Es wird in tschechischer Sprache gesungen, was für einen ganz neuen Höreindruck sorgt.

3 Schauspiel: intensive Stücke über Mensch und Natur

In der Sparte Schauspiel greifen die Theatermachenden gern aktuelle Themen auf und positionieren sich zu Fragen, die die Menschen gerade bewegen – so auch in diesen beiden Produktionen.

"Revue" – ein eindrückliches Stück über das Artensterben

Szenenbild "Revue. Über das Sterben der Arten"
"70 Minuten Ihrer Zeit sollten Sie in diesem Jahr auf jeden Fall noch im Theater verbringen um diese "Revue" anzuschauen", sagt unser Theaterkritiker Marcus Behrens. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

In "Revue. Über das Sterben der Arten" am Theater Bremen werden ausgestorbene Tiere oder Pflanzen von den Schauspielenden zum Leben erweckt – auf einem Laufsteg, der den gesamten Zuschauerraum im Kleinen Haus durchquert. Stellersche Seekuh, amerikanische Wandertaube oder Tobias-Köcherfliege bekommen hier noch einmal ein paar Minuten Lebenszeit geschenkt. "Als Zuschauerin geht einem der Verlust dieser Spezies tatsächlich ganz anders nah, als wenn man sich eine trockene Statistik zu Gemüte führt", sagt unsere Theaterkritikerin Christine Gorny.

"99 Schritte zum Meer" – ein Familienstück zum Klimawandel

Szenenbild des Theaterstücks 99 Schritte zum Meer
Theaterszene aus "99 Schritte zum Meer". Bild: Bremer Shakespeare Company | Marianne Menke

Im September feierte die Bremer Shakespeare Company Premiere, mit einem eigens konziperten Stück, über den Klimawandel, die Schuld des Menschen daran und die daraus resultierende Verantwortung. Das Ensemble hat "99 Schritte zum Meer" in einem langen Prozess entwickelt. Erzählt wird die Geschichte einer Familie auf einer Nordseeinsel, deren Hotel 99 Schritte vom Meer entfernt liegt – was sich bei steigendem Meeresspiegel als nicht besonders viel herausstellt.

"Kasimir und Karoline" – ein Klassiker, divers inszeniert

Szenenbild aus Kasimir und Karoline
"Kasimir und Karoline" wurde mit Special Effefcts auf die Bühne gebracht. Bild: Theater Bremen | J. Landsberg

Das Theater Bremen inszeniert einen Theaterklassiker mit diversem Blick – das heißt mit gendergerechte Ansprache und Kolonialismusbezügen. Bei "Kasimir und Karoline" von Ödön von Horvath gibt es deshalb drei Kasimirs und drei Karolines. Weniger, um unterschiedliche emotionale Facetten darzustellen, sondern unterschiedliche Hautfarben und Herkünfte – weshalb die polyglotten Kasimirs oder Karolines immer wieder auch Französisch sprechen.

"Doitscha" – Identitätsdiskurs, konventionell in Szene gesetzt

Drei Menschen sitzen, einer steht auf der Bühne.
Im Stadttheater Bremerhaven wurde das Schauspiel "Doitscha" von Adriana Altaras uraufgeführt. Bild: Stadttheater Bremerhaven | Manja Herrmann

Umgekehrt können natürlich auch Identitätsdiskurse eher konventionell in Szene gesetzt werden. Das zeigte das Stadttheater Bremerhaven mit der Uraufführung "Doitscha", einem Stück über jüdische Identitäten im heutigen Deutschland. Es stammt von der Regisseurin und Schauspielerin Adriana Altaras, die ihren turbulenten Alltag als deutsch-jüdische Mutter zweier Söhne in Berlin beschreibt.

Eine Frau und ein Mann im Streitgespräch auf der Bühne.
Mutter-Sohn Konflikt auf der Bühne im Stück "Doitscha".

Theaterhöhepunkte 2021

Ein ungewöhnliches Theaterjahr geht zu Ende. Trotz Pandemie wurden Opern und Theaterstücke kreativ auf die Bühne gebracht. Das waren die regionalen Theaterhighlights unserer Theaterkritikerin Christine Gorny.

Bild: Stadttheater Bremerhaven | Manja Herrmann
Szene aus dem Theaterstück "Ich bin Carmen und das ist kein Liebeslied" am Theater Bremen

Theater 2021: Der Blick über den Tellerrand

Bochum, Hannover, Bremen: Bremen-Zwei-Theaterkritiker Marcus Behrens über herausragende Theaterproduktionen im Jahr 2021.

Bild: Jörg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 27. Dezember 2021, 10:10 Uhr