Auf der Bühne "Pinocchio" – ein Märchen für Erwachsene

"Pinocchio, nur für Erwachsene"

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Fotos von der Premiere "Pinocchio" am 24.3. in der Bremer Shakespeare Company
Theaterszene aus der Premiere "Pinocchio, nur für Erwachsene". Bild: bremer shakespeare company

Die Bremer Shakespeare Company nimmt sich seit einigen Jahren auch Stücke vor, die nicht von Shakespeare stammen. Bei der Premiere "Pinocchio, nur für Erwachsene" geht es um viel mehr als eine lange Nase. Carlo Collodi wollte Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner Kindergeschichte auch Gesellschaftskritik üben.

Pinocchio gehört zu den Kinderbüchern, die am meisten verfilmt wurden – Mario Adorf, Roberto Begnini und Tom Hanks haben den Gepetto, also den Vater von Pinocchio, gespielt. Die Original-Kindergeschichte wurde von dem Italiener Carlo Collodi 1880 geschrieben. Darin wird die Nase des frechen Pinocchio nur zwei Mal länger, weil er lügt. Erst Walt Disney hat Pinocchio dann eine ständig wachsende Nase verpasst.

Fotos von der Premiere "Pinocchio" am 24.3. in der Bremer Shakespeare Company
Theaterszene mit Vater und Sohn: Erik Roßbander als Gepetto und Michael Meyer als Pinocchio. Bild: bremer shakespeare company

Am Anfang des Stücks schnitzt Gepetto, der Vater von Pinocchio, seine Holzpuppe, die dann lebendig wird. Dann kommen die anderen Figuren dazu: Die Grille, die Pinocchio ständig sagt, was richtig und falsch ist, der Fuchs und der Kater, die Pinocchio beklauen, sowie die Fee, die Pinocchio immer hilft. All diese irgendwie niedlichen und gleichzeitig skurrilen Rollen wirken zunächst ungewohnt und irritierend in diesem laut Ankündigung "Märchen für Erwachsene".

Das Ensemble hält sich nah an der Originalvorlage, hat das Stück aber dennoch in die Neuzeit geholt. Das wird vor allem an der Sprache deutlich: Da spricht der gewiefte Fuchs von Start-Ups und telefoniert per Handy mit der Börse, um Pinocchio dann – und da springen sie dann wieder in die Original-Geschichte – ins Wunderland der wachsenden Goldbäume zu entführen.

Die Darstellenden zeigen ihre Wandlungsfähigkeit

Fotos von der Premiere "Pinocchio" am 24.3. in der Bremer Shakespeare Company
Szene mit Petra-Janina Schultz als Grille und Michael Meyer als Pinocchio. Bild: bremer shakespeare company

Schauspielerisch wurde das Stück von fünf Schauspielerinnen und Schauspielern, die zum Teil sieben, acht Rollen verkörpern, sehr gut umgesetzt. Erik Rossbander hat nicht nur den Vater von Pinocchio, sondern auch den Kater, den Richter, den Gorilla und weitere Rollen gespielt. Auch das Spiel zwischen Vater und Sohn, Gepetto und Pinocchio, war gelungen und zeigte, dass es auch eine Geschichte über die Liebe zwischen Vater und Sohn ist. Petra-Janina Schultz spielte die Grille und hatte insgesamt acht verschiedene Rollen. Sie zeigte sich sehr wandlungsfähig, von der Grille über die Fee zum Polizisten bis zur Ratte. Insgesamt waren die fünf Akteure mit echter Spielfreude auf der Bühne zu erleben.

Ein sehenswertes Stück mit kleinen Schwächen

"Manche der eingebauten Witze waren gut, andere wiederum sind mir dann zu sehr ins Alberne abgeglitten. Und es gab auch zwei, drei so eindeutig, zweideutige Witzchen, die hätte man sich ganz sparen können, weil das Stück dadurch so abrutscht ins boulevardeske, und das fand ich schade", meint unsere Theaterkritikerin Kirsten Rautenberg. Insgesamt wurde Pinocchio unterhaltsam auf die Bühne gebracht – und das mit sehr wenig Equipment. Die Shakespeare Company gehört zu den kleineren Theaterhäusern und den Machern gelingt es immer wieder, mit ganz wenig Requisite und Bühnenbild viel herauszuholen.

Weitere Aufführungstermine:
Sa. 01.04. | 19.30 Uhr
So. 09.04. | 19.30 Uhr
So. 30.04. | 19.30 Uhr

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 25. März 2023, 10:10 Uhr

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Der Vormittag mit Martin Busch