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Die Nacht

Im Interview Sven Regener: "Jazz ist wie nach Hause kommen"

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Drei Männer stehen und sitzen in einem hellen Zimmer
Auf "Ask me now" spielt Sven Regener mit Ekki Busch (links) und Richard Pappik (rechts) Jazz-Standards und Klassiker. Bild: Universal Music Group

Sven Regeners musikalische Heimat ist die Band "Element Of Crime" – seit mehr als 35 Jahren. Der Frontmann ist Sänger, Texter, Gitarrist und Trompeter der Band – und auch als Schriftsteller erfolgreich. Jetzt kehrt der gebürtige Bremer zurück zu seinen musikalischen Wurzeln. Gemeinsam mit Richard Pappik, Drummer von "Element Of Crime", und mit Pianist Ekki Busch, bewährter Ergänzungsmusiker der Band, hat Regener ein Jazz-Album aufgenommen. Auf "Ask Me Now" interpretiert das Trio "Regener - Pappik - Busch" Jazzklassiker von Billie Holiday bis John Coltrane – und Sven Regener darf sich dabei auf seiner Trompete austoben. Bremen-Zwei-Musikredakteur Arne Schumacher hat mit ihm über seine Liebe zum Jazz gesprochen.

Interview in der XL-Fassung: Sven Regener über seine Liebe zum Jazz

Als Autor und Frontmann von "Element of Crime" ist Sven Regener mehr als umtriebig. Jetzt kehrt er zu seinen musikalischen Wurzel zurück und spielt Jazz-Standards auf der Trompete.

Drei Männer stehen und sitzen in einem hellen Zimmer
Bild: Universal Music Group
Bild: Universal Music Group
Sven Regener spielt Jazz auf der Trompete – ist das etwas, was du in deiner Freizeit tust?
Ja, was heißt schon Freizeit? Ich spiele ja bei Element of Crime auch beruflich seit 35 Jahren Trompete. Das war immer ein Markenzeichen der Band, dass einer auch Trompete spielt. Deshalb muss ich sowieso mal üben und spiele seit ungefähr acht Jahren Jazz-Klassiker und Standards. Als ich gemerkt habe, dass ich aus dem Jazz rausgekommen bin, habe ich mir das Real Book [Anm.d.Red.: ein Notenbuch mit einer Auswahl von Jazz-Standards] genommen und mich da reingefuchst. Ich fand das irgendwie schade, weil ich eigentlich wegen Jazzmusik angefangen habe, Trompete zu spielen, als ich 15 war.
Bist du von Haus aus Jazz-Hörer?
Oh ja, früher noch viel mehr. Das ist in den letzten Jahren, seit ich "Element of Crime" mache, ein bisschen in den Hintergrund getreten. Weil ich über das Trompete spielen irgendwie über Umwege zum Rock'n'Roll gekommen bin. Aber der Jazz war eigentlich immer da. Bei einer Party in Bremen zu Ehren meines Trompetenlehrers, der damals gestorben war, habe ich gemerkt, wie schlecht ich spiele. 'Mann', habe ich gedacht, 'ich muss mich wieder mehr der Jazzmusik widmen'. Es ist doch schade, wenn man das so verkümmern lässt. Es geht nicht darum, wie gut man Trompete spielt. Das konnte ich ja. Aber es geht darum, dass man mit der Musik was anfangen kann, mit der umgehen kann, dass man improvisieren kann.
Interessierst du dich auch für die Hintergründe des Jazz, die Zusammenhänge?
So habe ich damals meinen Trompetenlehrer gefunden. Ich interessierte mich für Jazzmusik, und ich hatte an der Volkshochschule einen Kurs "Geschichte der Jazzmusik" belegt. Den Kurs gab Eckfrid von Knobelsdorff – ein ganz toller Bremer Trompeter, der auch ein ganz toller Jazzmusiker war. Ich habe ihn gefragt, ob er mir nicht Unterricht geben würde. Ich bin jetzt kein Jazz-Spezialist wie zum Beispiel Ekki Busch. Der weiß in solchen Sachen immer 20 Mal mehr als ich. Das ist ja auch gut. Dann kann man ihn immer fragen.
Drei Männer stehen und sitzen in einem hellen Zimmer
"Regener, Pappik, Busch" – Sven Regener goes Jazz. Bild: Universal Music Group
Ist dieses Album für dich auch ein kleines bisschen Nostalgie?
Ja, irgendwie schon. Jetzt ist es auch wie nach Hause kommen. Als Trompeter jedenfalls. Ich fand es immer ein bisschen schade, dass die Trompete bei "Element of Crime" immer auch ein Stiefkind ist. Zumal, wenn man dann selber auch singt und Gitarre spielt. Insofern war das immer eine offene Wunde. Je mehr ich mich mit Jazzmusik beschäftigt habe, ist mir einfach aufgefallen, wie viel da eigentlich auch noch im Unterbewussten verschüttet war. Und wie schnell das wieder hervorkam, das war schon toll.
Nach welchen Kriterien habt ihr die Stücke auf dem neuen Album ausgesucht?
Die Auswahl kam eigentlich von mir – entstanden durch die Jahre, die ich mich durch dieses ganze Repertoire gewühlt habe. Wir hatten 30 bis 50 Titel, die ich gerne spielen wollte. Wir sind mit mehr Titeln ins Studio gegangen, als wir am Ende auf die Platte gepackt haben. Wir haben geguckt, welche Titel in der Aufnahme am besten funktionieren. Und so ist das zustande gekommen. Das, womit man sich am wohlsten fühlt, auch als Musiker, das ist auch das, wo man am stärksten ist, glaube ich.
Ist das jetzt eine neue Facette deiner künstlerischen Identität, neben dem Rockmusiker und dem Autor: der Jazz-Trompeter Sven Regener?
Nach 35 Jahren als Sänger, der auch immer die Texte schreibt, war es für mich unfassbar faszinierend und entspannend, dass es keinen Text gibt. Das war irre. Diese Liebe zur Jazzmusik – ich bin sehr froh, dass ich da sozusagen wieder anflanschen kann. Das bedeutet mir schon viel.
Und zum Schluss die Frage: Wann kommt das neue Buch?
Es kommt im Herbst raus. Ich glaube, Anfang September. Das Buch wird "Glitterschnitter" heißen. Es spielt in den Achtzigern und schließt an "Wiener Straße" an.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. März 2021, 12:40 Uhr