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Die Nacht

Im Porträt Warum Karrierecoach Susanne Lübben die Musikindustrie hinter sich ließ

Autor

Susanne Lübben
Susanne Lübben kennt sich mit beruflichen Veränderungen aus eigenen Erfahrungen sehr gut aus. Bild: Susanne Lübben

Susanne Lübben bezeichnet sich selbst als Veränderungsexpertin. Zur Expertin macht sie dabei nicht nur ihre Erfahrung als Karrierecoach, sondern vor allem auch viele berufliche und private Krisen und Veränderungen in ihrem eigenen Leben. Zu Beginn ihrer Karriere war sie in der Musikindustrie erfolgreich.

Gesprächszeit "Veränderung tritt oft ein, wenn man bereit dazu ist" – Susanne Lübben

Susanne Lübben nennt sich Veränderungsexpertin. Eine Karriere in der Musikindustrie hat sie an den Nagel gehängt, als Karrierecoach berät sie vor allem Männer.

Susanne Lübben
Bild: Susanne Lübben
Bild: Susanne Lübben

Eigentlich wollte Susanne Lübben Lektorin werden. Nach dem Germanistikstudium wurde ihr aber schnell klar: "Ohne Beziehungen und Erfahrung habe ich da keine Chance". So landete sie Anfang der Neunziger Jahre durch Zufall in der Musikindustrie mit der Aufgabe die Presseabteilung eines Musikunternehmens aufzubauen und das neue Album von Marius Müller-Westernhagen zu promoten.

Er sagte: "Guten Tag, Grönemeyer." Ich sagte: "ich weiß."

Susanne Lübben über ihre erste Begegnung mit Herbert Grönemeyer

Der Sprung ins kalte Wasser gelang. Es wurde ein voller Erfolg. Sie war damit so erfolgreich, dass Herbert Grönemeyer die Konkurrenz zu groß wurde und sich eine andere Plattenfirma suchte. Sie lernte ihn nur kurz kennen. "Herbert Grönemeyer kam ins Büro und sagte 'Guten Tag, Grönemeyer.' Ich sagte: ich weiß."

Mit den Musiktauschbörsen kam die große Krise

Auf Wunsch von Westernhagen blieb sie dem Unternehmen auch treu als sie eigentlich schon gekündigt hatte. Das allerdings blieb nicht ohne Folgen. Sie erlebte Mobbing, selbst von ihrem eigenen Chef, und ging schließlich nach Hamburg zum Musikmagazin "Rolling Stone" um die PR- und Marketing-Abteilung zu leiten. Der vermeintliche Traumjob erwies sich allerdings als Albtraum: "Für viele Ideen gab es kein Geld für die Umsetzung, das wurde mit der Zeit immer langweiliger und hat mir keinen Spaß mehr gemacht", so Lübben.

Sie machte sich selbstständig als PR-Beraterin. Es lief gut bis zur Krise der Musikindustrie Anfang der Zweitausender Jahre. Erst wurden die Aufträge immer schlechter bezahlt, dann brachen sie ganz weg und auch im familiären Umfeld wuchs die Belastung. Susanne Lübben musste sich lange Zeit um ihre kranke Mutter kümmern. Auf der Suche nach einem Ausweg ging Susanne Lübben zu einem Coach und entdeckte dabei ihre Liebe für diesen Beruf: "Es stellte sich heraus, dass ich viele Fähigkeiten hatte, die man braucht aus guter Coach."

Eine Veränderung tritt oft dann ein, wenn man bereit dazu ist.

Susanne Lübben über die Überwindung von Krisen

Susanne Lübben machte eine Ausbildung zum Coach und zur Trainerin. Dann bekam sie die Diagnose Brustkrebs. "Mein erster Gedanke war: ist ja nicht so schlimm, das Leben ist ja eh scheiße. Darüber habe ich mich so erschrocken, dass ich gleichzeitig dachte, ich will doch leben!" Der Lebenswille kam zurück, sie gab ihre PR-Agentur auf, um ausschließlich als Coach zu arbeiten und es folgte eine lange Durststrecke. Durch ihre Arbeit als Vorstandsvorsitzende eines Berufsverbandes begann sie sich aber ein Netzwerk aufzubauen und dann kamen auch immer mehr Kundinnen und Kunden. Heute hilft sie oft Männern ab 40 ihre persönlichen und beruflichen Krisen zu überwinden. Daraus ist ihr neues Buch entstanden: "Dry Aged. Wie Mann ab 40 die Weichen neu stellt". Sie selbst ist glücklich in ihrem Job als Veränderungsexpertin und will auch für sich persönlich weitere Veränderungen nicht ausschließen: "Ich kann mir auch vorstellen auf Kreta einen schönen Laden aufzumachen, aber davor werde ich sicherlich noch ein weiteres Buch schreiben."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 9. Dezember 2020, 18:05 Uhr