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Die Nacht

Auf der Bühne "Post Paradise": Bildgewaltige Endzeitstimmung im Stream vom Moks

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"Post Paradise" im Theater Bremen
"Post Paradise" ist als virtuelle Theater-Performance im Videostream zu sehen und empfohlen für Jugendliche ab 13 Jahren. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Projektionen kunstvoll gemalter Szenerien, Livemusik und ziemlich multitasking-fähige Akteurinnen und Akteure gehören zur aktuellen Inszenierung im Moks, dem Jungen Theater Bremens. "Post Paradise" ist eine düstere Auseinandersetzung mit dem Klimawandel, die coronabedingt als Videostream läuft. Für unseren Theaterkritiker Marcus Behrens eine gelungene Premiere – nur bei der Altersfreigabe für Jugendliche ab 13 Jahren mag er nicht so recht mitgehen.

Der Titel "Post Paradise" lässt es schon vermuten: In diesem Stück des Künstlerkollektivs "Sputnic" aus Krefeld herrscht Endzeitstimmung. Das Paradies ist längst Vergangenheit und das, was uns und der Erde in der Zukunft noch bevorsteht, ist das große Thema dieser Inszenierung. In zehn Episoden geht es durch die (neuere) Menschheitsgeschichte: von William Shakespeare im Jahre 1611 über die Buschfeuer in Kalifornien und die Rede von Greta Thunberg vor den Vereinten Nationen – bis weit in die Zukunft.

Wir landen schließlich in den Jahren 2149 und 2158, in denen nichts mehr auf der Welt so ist, wie wir es kennen: Weder im schon lange nicht mehr antiken Griechenland, noch in Europa oder in der Stadt B, die Bremen erstaunlich ähnelt. Einen echten Spannungsbogen, der die virtuelle Performance über zwei Stunden lang überspannt, gibt es allerdings nicht.

Große Projektionsflächen mit Livemusik

"Post Paradise" im Theater Bremen
Die Akteurinnen und Akteure bedienen die Projektoren und sprechen Texte Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Die vier Akteurinnen und Akteure des Moks bewegen mit Figuren, Landschaften und Gegenständen kunstvoll bemalte, durchsichtige Scheiben auf Kameratischen so, dass Bewegung entsteht. Die Performance landet so fast bildfüllend auf einer Projektionsfläche. Die Musik dazu ist live – und die vier vom Moks sprechen den Text. Im Stream gibt es fünf kleine Bilder am Rand, über die man ahnen kann, dass dies so passiert. Aber wichtig für das Erlebnis außerhalb des Theaters ist das große Bild – und das funktioniert als Alternative zum herkömmlichen Theaterraum.

Fazit: Es fehlt eine inhaltliche Aufarbeitung für das junge Publikum

Freigegeben ist das Theaterstück für Jugendliche ab 13 Jahren, was ich persönlich schwierig finde. In dem Stück wird inhaltlich Vieles behauptet, ohne Belege dafür anzuführen. Das ist als künstlerische Freiheit durchaus akzeptabel. Bedenklich aber ist, dass hier alles als Tatsache dargestellt wird, ohne einen Hauch von Kritik. Diese könnte sonst ein Anlass für Jugendliche sein, selbst nachzuforschen, was Sache ist – und wozu es unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen gibt. Andererseits: Diese Form der Umsetzung ist tatsächlich modernes Jugendtheater. Und sie ist sicherlich interessanter, als jede andere Schulstunde über das, was unser Klima und die Welt, in der wir leben, bedroht.

Auf der Bühne Moks führt "Post Paradise" auf

Was steht uns und der Erde in der Zukunft noch bevor? Darum rankt sich das neue Stück vom Moks-Theater.

Audio vom 18. Mai 2021
"Post Paradise" im Theater Bremen
Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg
Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 15. Mai 2021, 09:50 Uhr.