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Die Nacht

Im Porträt Stephan Berger hat als Hafenkapitän seinen Anker in Bremen geworfen

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Ein Mann im Jacket steht vor einer Hafenkulisse am Wasser.
Kann es einen besseren Arbeitsplatz geben als den Hafen? "Auf keinen Fall", sagt Stephan Berger. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Sein Leben zwischen Wind und Wellen hat Stephan Berger aufgegeben. Nachdem er 15 Jahre lange große Containerschiffe über die Meere gesteuert hat, ist er seit Mai Hafenkapitän für die Bremer Häfen.

Gesprächszeit "Der Hafen weckt Fernweh-Gefühle" – Stephan Berger

Nachdem er 15 Jahre lange große Containerschiffe über die Meere gesteuert hat, hat Stephan Berger nun als Bremischer Hafenkapitän seinen Anker geworfen.

Ein Mann im Jacket steht vor einer Hafenkulisse am Wasser.
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Was macht eigentlich ein Hafenkapitän – also der Leiter des Hafenamts? "Wir sorgen dafür, dass alles summt und brummt im Hafen", fasst Berger zusammen. Er und sein Team weisen die Liegeplätze zu, beachten dabei, wie viel Tiefgang jedes Schiff hat, machen Gefahrgut-Kontrollen und kümmern sich um die Entsorgung des Schiffsabfalls: "Gefahrenabwehr ist ein ganz wichtiges Thema. Da geht es auch um Terrorismus-Abwehr oder Diebstahl", erzählt Berger.

Grenzerfahrung in der Pandemie

Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 war Stephan Berger noch mit einem Containerschiff unterwegs. Wochenlang kam er nicht an Land, weil kein Staat die Besatzung von Bord gehen lassen wollte. So lange nicht, dass er sogar seine eigene Hochzeit in Oldenburg verpasste.

Damals hatte Berger das Gefühl, dass zwar seine Ladung – Lebensmittel, Masken, Desinfektionsmittel – gern gesehen war, die Seeleute aber unerwünscht. Verstärkt hat sich sein Eindruck dadurch, dass er an Bord geradezu eingesperrt war. "Trotz der ganzen Krise konnte man ja in Deutschland noch einkaufen gehen. Diese Möglichkeit hatten wir nicht. Wir hatten unsere beschränkten Vorräte an Bord und man konnte nicht an Land gehen", erinnert er sich. Gleichzeitig musste Berger für einen ernsthaft erkrankten Kollegen um medizinische Hilfe kämpfen – eine "Grenzerfahrung", sagt Berger heute.

Da hab' ich mir dann noch vor Helgoland die Seele aus dem Leib gespuckt.

Stephan Berger über seine erste große Fahrt in der Lehrzeit

Dass er mal Kapitän werden würde, ist Stephan berger familiär nicht in die Wiege gelegt worden. Als Landkind im Münsterland erfuhr er nur zufällig über das Berufsinformationszentrum von der Branche – und weil die See beim Praktikum so schön ruhig war, entschied sich Berger für eine Lehre auf dem Schiff. Doch an der Seetüchtigkeit haperte es erst einmal: "Das nächste Mal, wo ich an Bord gekommen bin, hab' ich mir dann noch vor Helgoland die Seele aus dem Leib gespuckt." In seinen 15 Berufsjahren hat Berger allerdings gelernt, mit seiner Seekrankheit umzugehen.

Die Freiheit der Meere, das Reisen, die harte Arbeit an Bord – das hat Berger nun zum 1. Mai 2021 aufgegeben. Um mehr Zuhause zu sein und, weil er als Kapitän auf dem Schiff alles erreicht hat, was er erreichen konnte.

Der Hafen weckt immer Fernweh. Insofern ist das ein ganz besonderer Arbeitsplatz.

Stephan Berger über seinen neuen Arbeitsplatz

Bisher war der Hafen für Stephan Berger eher ein Ruheort, während die Container abgeladen wurden. Nun muss er für einen sicheren Hafenbetrieb sorgen – und der ist in Bremen und Bremerhaven komplex: "International gesehen stehen wir in Bremerhaven im europäischen Ranking irgendwo auf Platz zehn, aber was viele gar nicht auf dem Zettel haben: Bremen, hier in der Stadt in Bremen, ist der drittgrößte Hafen Deutschlands."

Seinen neuen Arbeitsplatz empfindet Berger als vielfältig und auf Schiffe muss er auch weiterhin nicht verzichten. Er sagt: "Der Hafen weckt immer irgendwo Fernweh-Gefühle und insofern ist das ein ganz besonderer Arbeitsplatz."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 21. Juni 2021, 18:05 Uhr