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Der Vormittag mit Britta Lumma

Im Porträt Stefanie Gebers hilft trauernden "Sterneneltern"

Autorin

Stefanie Gebers
Stefanie Gebers ist Mitgründerin des Vereins "Sterneneltern Achim e.V." Bild: Radio Bremen | Kerstin Burlage

Ein Kind wird tot geboren: für die Eltern ein traumatisches Erlebnis, für die Gesellschaft oft noch ein Tabu. Stefanie Gebers hat das erlebt. Mit anderen Betroffenen gründete sie deshalb 2014 den Verein "Sterneneltern Achim".

Gesprächszeit "Es ist wichtig, über Trauer zu sprechen" – Stefanie Gebers

Stefanie Gebers ist Mitgründerin des Vereins "Sterneneltern Achim e.V.", der Eltern Unterstützung bietet, die ihr Kind in der Schwangerschaft verloren haben.

Stefanie Gebers
Bild: Radio Bremen | Kerstin Burlage

Stefanie Gebers ist eine zupackende Frau, eine, die offen spricht – auch über Tabus. Und sie ist eine "Sternenmama", so nennt sie sich. Vor acht Jahren brachte sie in der 17. Schwangerschaftswoche ihren Sohn Ben tot zur Welt. Die stille Geburt eines Sternenkindes. Damals, erzählt die Achimerin, habe sie zunächst gar nicht gewusst, was los war. Sie kam mit starken Blutungen ins Krankenhaus, das Leben ihres Jungen war in höchster Gefahr. Sie erinnert sich: "Wir waren komplett allein". Niemand fragte, wie es ihr geht, niemand erklärte ihr, was als nächstes passieren würde. Zum Glück waren ihr Mann und ihre Mutter an ihrer Seite, als die Geburt eingeleitet wurde und sie wenig später ihren toten Sohn im Arm hielt.

Nehmen Sie es auf den Arm, spüren Sie Ihr Kind!

Sich bewusst von ihrem toten Kind zu verabschieden, sei wichtig für die Eltern, sagt Stefanie Gebers.

"Ich weiß noch, dass Ben uns gebracht wurde, in einem Körbchen. (…) Er wurde uns überreicht, und dann war die Schwester auch schon wieder draußen. Im nächsten Moment riss sie die Tür wieder auf, steckte den Kopf rein – er war in so einem Schlafsack. Und sie sagte nur: 'Sie können ihn auch ausziehen, wenn Sie wollen!', und war wieder verschwunden. Und ich habe damals überhaupt nicht verstanden: Warum soll ich ihn denn jetzt ausziehen?"

Heute weiß sie, was die Schwester damit sagen wollte: "Sie meinte: 'Nehmen Sie Ihr Kind auf den Arm, spüren Sie Ihr Kind!'" Sich bewusst von ihrem toten Kind zu verabschieden, sei unendlich wichtig für die Eltern, sagt Stefanie Gebers.

Hilfe für Sterneneltern

Um ihre eigenen Erfahrungen in etwas Positives umzuwandeln und um anderen Sterneneltern zu helfen, gründete sie zunächst mit anderen Betroffenen eine Selbsthilfegruppe, dann den Verein "Sterneneltern Achim e.V.". "Es ist wichtig, über die Trauer zu sprechen, und den Verein haben wir gegründet, damit Betroffene sich finden und miteinander vernetzen und austauschen können", erklärt Stefanie Gebers.

Knapp 80 Mitglieder hat der Verein mittlerweile; Hilfesuchende kommen aus dem ganzen norddeutschen Raum nach Achim. Beim Verein bekommen sie Gesprächsangebote, Begleitung im Akut-Fall und Hilfe bei Bestattungen. Außerdem schulen die "Sterneneltern Achim" inzwischen auch Klinikpersonal. Denn dort seien viele Mitarbeitende schlicht überfordert, wenn es um Sternenkinder und ihre Eltern geht, sagt Gebers, doch die Aufklärungsarbeit durch den Verein zeige Wirkung: "Ich glaube schon, dass sich viel geändert hat in diesen sieben Jahren". Das Bewusstsein dafür, wie wichtig die Trauer um und die Erinnerung an ein Sternenkind für die Familien sind, wachse langsam auch in der Gesellschaft.

Normalerweise würde ich diese Zeit mit meinem Sohn auf dem Spielplatz verbringen. Aber das kann ich ja nicht und somit ist das so ein bisschen meine Zeit mit meinem Sohn.

Stefanie Gebers über ihre ehrenamtliche Arbeit

Für Stefanie Gebers ist die Arbeit im Verein erfüllend. Etwa 550 Stunden hat sie sich alleine im vergangenen Jahr bei den "Sterneneltern Achim" engagiert – ehrenamtlich, als Mutter einer Tochter und neben ihrem Beruf als Bürokauffrau in der Veranstaltungsbranche. Wie sie das schafft? "Es ist einfach eine Herzensangelegenheit", sagt Stefanie Gebers lachend. "Normalerweise würde ich diese Zeit ja mit meinem Sohn auf dem Spielplatz verbringen. Aber das kann ich ja nicht, und somit ist das so ein bisschen meine Zeit mit meinem Sohn."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 24.02.2021, 18:05 Uhr