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Die Nacht

Was wir lesen Schreiben können sie auch: 5 lesenswerte Romane von Schauspielern

Autorin

Collage zeigt die Buchcover von Klaus Pohl "Sein oder Nichtsein", Sabin Tambrea "Nachtleben", Ana Zirner & August Zirner "Ella und Laura", Philipp Moog "Anderwelt", Edgar Selge "Hast Du uns nicht gefunden"
Bild: Radio Bremen | Montage Radio Bremen

Schreibende Schauspielerinnen und Schauspieler sind kein neues Phänomen: Hardy Krüger, Hildegard Knef, Woody Allen oder Liv Ullman – sie alle haben sich auch als Schriftsteller einen Namen gemacht. Zur Frankfurter Buchmesse erscheint jetzt ein ganzer Schwung von Romanen film- und fernsehbekannter Darsteller. Literatur-Redakteurin Katrin Krämer stellt ihre Top 5 vor.

Edgar Selge und Ana und August Zirner tauchen in ihre Familiengeschichten ein, Klaus Pohl blickt hinter die Kulissen einer Hamlet-Inszenierung, Philipp Moog schreibt über verdrängte Erinnerungen und Sabin Tambrea liefert ein furioses Debüt über die ganz große Liebe.

1 Sabin Tambrea, "Nachtleben": Gedankenexperiment über die große Liebe

Sabin Tambrea neben einem dunklen Buchcover
Sabin Tambrea: "Nachtleben", Atlantik Verlag, 173 Seiten, 20,00 Euro. Bild: Hoffmann & Campe / Marcus Höhn/laif / Grafik Sabina Weinrich

Ist ihre Begegnung Zufall oder Schicksal? Anna und Anno laufen sich immer wieder über den Weg. Und irgendwann erkennen sie, dass sie füreinander bestimmt zu sein scheinen. Als Paar erleben sie die romantische Liebe und den gemeinsamen Alltag. Bis sie, nach durchtanzter Nacht, ein tragischer Vorfall auseinanderreißt. Der Roman ist damit aber nicht zu Ende. Sabin Tambrea lässt die Verbindung der Liebenden weiter bestehen. Nur eben auf einer anderen Umlaufbahn.

Warum sich das Lesen lohnt

Ein inhaltlich wie sprachlich furioses Debüt. Sabin Tambrea verlässt die lineare Erzählebene und wagt Gedankenexperimente über die ganz große, über den Tod hinausreichende Liebe. Theorien über den Urknall inklusive.

In Kürze

pulsierendes Großstadtleben – galaktische Anziehungskräfte– literarische Achterbahnfahrt

2 Klaus Pohl, "Sein oder Nichtsein": Blick hinter die Kulissen

Klaus Pohl neben einem bunten Buchcover
Klaus Pohl: "Sein oder Nichtsein", Galiani Berlin, 288 Seiten, 23,00 Euro. Bild: Kiepenheuer & Witsch / Jim Rakete / Grafik Sabina Weinrich

Der in Wien und New York lebende Klaus Pohl hat schon eine ganze Reihe von Büchern geschrieben, außerdem Drehbücher und Theaterstücke. Sein Romanstoff ist dieses Mal die legendäre "Hamlet"-Inszenierung von Peter Zadek aus dem Jahr 1999. Weil sich die Schauspielerin Angela Winkler in der Titelrolle restlos überfordert fühlte, gerieten schon die ersten Proben zur Tragödie und die Premiere stand bis zuletzt auf der Kippe. Verzweiflung und Leidenschaft, Angst, Alkoholräusche und Auseinandersetzungen. Eine Charakterstudie par excellence!

Warum sich das Lesen lohnt

Der Autor öffnet den Vorhang weit, aber sein Blick hinter die Kulissen ist nicht voyeuristisch, sondern chronistisch, liebevoll und sehr komisch.

In Kürze

Bühnenwahnsinn – Hinter den Kulissen – Shakespeare

3 Ana und August Zirner, "Ella und Laura. Von den Müttern unserer Väter": Suche nach Identität

Ana und August Zirner neben einem schwarz weißen Buchcover
Ana und August Zirner: "Ella und Laura. Von den Müttern unserer Väter", Piper Verlag, 352 Seiten, 22,00 Euro. Bild: Piper Verlag / April Larivee / Bettina Flitner / Grafik Sabina Weinrich

Film- und Theaterschauspieler August Zirner stellte sich die Frage nach seiner familiären Herkunft und jüdischen Identität. Dafür hat er sich intensiv mit seiner Großmutter Ella beschäftigt. Sie war die Tochter eines jüdischen Großindustriellen, Pianistin, und führte ein mondänes Modehaus in Wien. 1938 wurde Familie Zirner-Zwieback enteignet und emigrierte in die USA. Hier lernte Ellas Sohn Ludwig seine Frau Laura kennen. Auch sie hatte aus Wien fliehen müssen, auch sie war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Ihr setzt Enkeltochter Ana Zirner ein liebevolles Denkmal.

Warum sich das Lesen lohnt

Akribisch recherchiertes und anrührend geschildertes Familien-Geschichten-Mosaik, von Vater und Tochter zu einem großen Ganzen zusammengesetzt.

In Kürze

Wiener Salonatmosphäre – Nationalsozialismus in Österreich – Vergangenheitsbewältigung

4 Edgar Selge, "Hast Du uns endlich gefunden": Aufwachsen hinter Gefängnismauern

Edgar Selge und ein graues Buchcover
Edgar Selge: "Hast Du uns endlich gefunden" Rowohlt, 304 Seiten, 24,00 Euro. Bild: Rowohlt Verlag / Muriel Liebmann / Grafik Sabina Weinrich

Hauskonzerte im Wohnzimmer mit Sträflingen als Publikum: Das war für Edgar Selge völlig normal. Sein Vater, Gefängnisdirektor der Herforder Justizvollzugsanstalt, war von klassischer Musik beseelt und sein pianistisches Talent stellte er bei jeder Gelegenheit unter Beweis. Der musische Vater war aber auch ein gewalttätiger Vater. Edgar Selge schreibt mitreißend über eine Kindheit und Jugend in besonderer Umgebung. Und über Sehnsüchte, die einen jungen phantasiebegabten Mann in den fünfziger und sechziger Jahren weit über die Gefängnismauern hinaus getragen haben.

Warum sich das Lesen lohnt

Eine schonungslose Annäherung des Schauspielers an seine Vergangenheit. Trotzdem ist das Buch keine reine Autobiographie geworden, sondern entfaltet einen großen literarischem Sog.

In Kürze

Gefängnis– Hommage an die Literatur – Erinnerungsarbeit

5 Philipp Moog: "Anderwelt": Erinnerungen des Patriarchen

Philipp Moog und ein türkises Buchcover
Philipp Moog: "Anderwelt", Karl Rauch Verlag, 256 Seiten, 24,00 Euro. Bild: Karl Rauch Verlag / Christian Hartmann / Grafik Sabina Weinrich

Helmuth Bethmann liegt im Sterben. Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit holen ihn ein. Nun driftet er immer wieder ab in seine "Anderwelt" aus Träumen und Schuldgefühlen. Denn der Patriarch der Familie hat längst verdrängt, was er in seiner Jugend, zur Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes, getan hat. Seine Frau Amelie, die Kinder und Enkelkinder, sie alle kommen an sein Krankenbett, haben aber auch mit sich selbst zu tun. Ein Familiengeflecht, in dem die individuellen Verstrickungen und die familiären Beziehungen immer deutlicher hervortreten. Und am Ende ist alles anders als gedacht.

Warum sich das Lesen lohnt

Philipp Moog hat ein filigranes Text-Gespinst gewebt. Der Roman entwickelt große erzählerische Schubkraft, die die Geschichte zu einem gewaltigen Erzählstrom werden lässt.

In Kürze

Familiengeheimnisse – Euthanasie – filmreife Dialoge

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 19. Oktober 2021, 10:10 Uhr.