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Die Nacht

Was wir lesen (Fast) zu schön zum Verschenken: 5 Bücher zum Schmökern und Genießen

Autorinnen und Autoren

fünf Bücher auf einem Holzhocker
Blättern, entdecken, genießen: Das sind die schönsten Bücher des Jahres, finden unsere Literatur-Expertinnen. Bild: Radio Bremen

Wir stellen vor: Das Geheimnis von Mittelerde, tausend kleine Wunder der Natur versammelt in einem Buch, die Vielfalt indigener Kulturen, Reisegenuss vor der Haustür und eine berührende Graphic Novel mit poetischen Bildern. Unsere Auswahl der schönsten Bücher des Jahres.

1 Thomas Böhm, "Da war ich eigentlich noch nie": Reisegenuss vom Feinsten

Buchcover: Thomas Böhm, "Da war ich eigentlich noch nie – Die Wunderkammer des Reisens"
Thomas Böhm (Hrsg.): "Da war ich eigentlich noch nie – Die Wunderkammer des Reisens in Deutschland", Verlag Das kulturelle Gedächtnis, 320 Seiten, 28 Euro. Bild: Radio Bremen | Verlag Das kulturelle Gedächtnis/Collage Sabina Weinrich

Mit dem Finger über die Landkarte reisen und gespannt sein auf das, was es im Klützer Winkel oder in den Brohmer Bergen zu entdecken gibt: Unendlich viel Praktisches, Informatives und Unterhaltsames über das Reisen in Deutschland liefert dieser kuriose Sammelband. Jahreszeiten-Kalender mit regionalen Festen. Deutschlandkarten mit den schönsten Rodelbahnen, den romantischsten Panoramastraßen oder den schnellsten Achterbahnen. Insiderberichte von Hotelangestellten, T-Shirt-Sprüche auf Kegeltouren und Gedanken zum Phänomen des Kurschattens. Eine kurze Geschichte des Verkehrsfunks samt einer Liste von Orten, die man eigentlich nur aus den Staumeldungen kennt. Dazu Literarisches von Joachim Ringelnatz bis Johanna Schopenhauer. Und: herrliche historische Quengeleien über die Eisenbahn oder unbeliebte Feriengäste (Eltern mit Kindern, englische Touristen) – aktuell seit 150 Jahren.

Was das Buch so schön macht

Nicht nur inhaltlich ist "Da war ich eigentlich noch nie" ein Genuss. Einband, Papier, Farbauswahl, Design – hier ist alles vom Feinsten. Die moderne grafische Gestaltung von Text und Illustrationen in Orange und Dunkelgrün wird ergänzt durch historische Fotos, Drucke und Zeichnungen. Liebe zum Detail: So sieht sie aus.

2 Maeva Rubli und Anisa Alrefaei Roomieh, "bei mir bei dir": warmherzige Begegnung zweier Künstlerinnen

Cover Maeva Rubli und Anisa Alrefaei Roomieh: "bei mir bei dir" –  Edition Moderne, 232 Seiten, 19.00 Euro
Maeva Rubli und Anisa Alrefaei Roomieh: "bei mir bei dir", Edition Moderne, 232 Seiten, 19 Euro. Bild: Radio Bremen | Edition Moderne/Collage Sabina Weinrich

Beinahe täglich erreichen uns Bilder und Nachrichten von Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Es sind fast immer schlechte Nachrichten: Sie machen betroffen, bleiben aber zugleich abstrakt. Denn die Menschen, die wir auf Bildschirmen und in Zeitungen sehen, sind Fremde.

Von einer sehr nahen und warmherzigen Begegnung zwischen einer geflüchteten Syrerin und einer jungen Schweizerin erzählt dagegen die Graphic Novel "bei mir bei dir". Darin hat die Illustratorin Maeva Rubli all das in Bildern ausgedrückt, was ihr die syrische Dichterin Anisa Alrefaei Roomieh im gemeinsamen Gespräch erzählt hat: Über den grausamen Krieg in Syrien, die Flucht, ihr neues Leben in der Schweiz, wo sie hofft, Wurzeln zu schlagen und auch als Mutter glücklich zu werden. "bei mir bei dir" ist das eindrucksvolle gemeinsame Werk zweier junger Künstlerinnen – poetisch geschrieben und gezeichnet.

Was das Buch so schön macht

Die Bilder der Schweizer Illustratorin Maeva Rubli sind berührend: zarte Zeichnungen, mit leuchtenden Rot- und Gelbtönen koloriert, die konkret fühlbar machen, was Anisa Alrefaei Roomieh erlebt hat. Beim Lesen und Anschauen spürt man förmlich den liebevollen Umgang der beiden Frauen miteinander. Das gibt dem Buch eine besondere Tiefe.

3 Dominik Eulberg, "Mikroorgasmen überall": Artenvielfalt mal anders

Buchcover Dominik Eulberg, Mikroorgasmen überall
Dominik Eulberg, "Mikroorgasmen überall. Von der Raffinesse und Mannigfaltigkeit vor unserer Haustür", Eichborn, 352 Seiten, 25 Euro. Bild: Radio Bremen | Eichborn/Collage Sabina Weinrich

Nein, das ist kein Tippfehler, das Buch des Biologen und DJ Dominik Eulberg heißt tatsächlich "Mikroorgasmen". In diesem Buch geht es allerdings nicht um Sex, sondern um kleine und große Lebewesen, die überall um uns herum zu finden sind. Eulberg beschreibt liebevoll und voller Begeisterung Begegnungen mit Ameisenlöwen und Stadtpapageien. Er erklärt, wo Feuersalamander und sogenannte Minibären zu finden sind. Eulbergs Leidenschaft für die Tier-und Pflanzenwelt ist ansteckend – und macht zugleich deutlich, wie wichtig es ist, unsere Umwelt zu schützen. Zauberhafte Illustrationen vervollständigen die Texte und laden ein, die Natur um uns herum neu zu entdecken. 

Was das Buch so schön macht

Noch nie war Biologieunterricht so unterhaltsam und trotzdem lehrreich. Ein Buch zum Staunen und Entdecken.

4 John Garth, "Die Erfindung von Mittelerde": ein Reiseführer, nicht nur für Tolkien-Fans

Buchcover John Garth, "Die Erfindung von Mittelerde"
John Garth, "Die Erfindung von Mittelerde. Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte", Übersetzung Andreas Schiffmann, Theiss Verlag, 208 Seiten, 32 Euro. Bild: Radio Bremen | Theiss/Collage Sabina Weinrich

Gedanklich haben alle Leserinnen und Leser der Tolkien-Bücher diese Orte schon vor Augen gehabt: Das Auenland und Helms Klamm, Hobbingen und Mordor. Der Journalist John Garth nimmt uns in seinem Buch nun mit, die realen und mythischen Vorbilder dieser Orte zu besuchen. Der Tolkien-Kenner hat akribisch recherchiert, Tolkiens Illustrationen verglichen und Mittelerdes Schauplätze auf Landkarten verortet. Neben vielen farbigen Abbildungen bietet das Buch Hintergrundwissen zu Tolkiens Werk.

Was das Buch so schön macht

"Die Erfindung von Mittelerde" ist gut recherchiert, hintergründig und unterhaltsam. Außerdem ist der Band angereichert mit unbekanntem Archivmaterial, sodass sogar Fans viel Neues entdecken können.

5 Paul Seesequasis, "Unter der Mitternachtssonne": indigene Gemeinschaften in Kanada

Buchcover Paul Seesequasis, Unter der Mitternachtssonne
Paul Seesequasis, "Unter der Mitternachtssonne", aus dem Englischen von Leon Mengden, BTB, 192 Seiten, 25 Euro. Bild: Radio Bremen | BTB/Collage Sabina Weinrich

Paul Seesequasis gehört zum Stamm der "Plains Cree". Er lebt in Saskatoon in der kanadischen Provinz Saskatchewan – und setzt sich seit den 1990er-Jahren künstlerisch und politisch für die Rechte der indigenen Bevölkerung Kanadas ein. Drei Jahre lang hat er online und offline Fotos gesammelt, die die indigene Kultur Kanadas sichtbar machen. Und er hat die Menschen, die ihm auf den Bildern begegnet sind, ausfindig gemacht, um ihre Geschichten zu erfahren und aufzuschreiben.

Begegnet sind ihm unter anderem eine Blackfeet-Kriegerin Anfang des 20. Jahrhunderts, ein Mädchen beim Gerben einer Elchhaut Mitte der 1950er-Jahre und eine Rockband auf Tournee in den 1970er-Jahren. Seesequasis zeigt die vielfältigen Facetten, die das Leben in den indigenen Kulturen ausmachen. Er schreibt: "Egal, wie sehr Menschen kolonialisiert und unterdrückt werden, es gibt immer eine Kehrseite, nämlich die Kraft der Kultur. Da, wo es Kolonialisierung, Residential Schools und die Aufteilung von Land gibt, existiert eine andere Seite durch die Gemeinschaft, die Sprache, die Kultur, den Humor und die Widerstandskraft."

Was das Buch so schön macht

Das Buch ist ein Schatz, in dem Themen wie Kolonialisierung, Unterdrückung, Kultur, Zusammenhalt und Widerstand ganz selbstverständlich nebeneinander stehen. Ein Bildband, der indigene Stimmen hör- und sichtbar werden lässt. Wem dieser Teil von Kanadas Kultur bisher fremd ist, kann in "Unter der Mitternachtssonne" durch verschiedene Landschaften, Stämme und Jahrzehnte reisen. Für alle anderen ist das Buch ohnehin ein Muss.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Sonntagvormittag, 24. Oktober 2021, 11:40 Uhr