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Sounds mit Arne Schumacher

Im Porträt 50 Jahre Uni Bremen: Rudolf Hickel war von Anfang an dabei

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Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel lächelt.
Die Bremer Universität wird 50 Jahre alt und er war von Anfang an mit dabei: Professor Rudolf Hickel Bild: Imago | Eckhard Stengel

Die Universität Bremen feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Professor Rudolf Hickel hat die Neugründung vom ersten Tag an aktiv mitgestaltet – über ein halbes Jahrhundert lang. Mit Leidenschaft betont er heute die Bedeutung und Verantwortung der Universität für die Stadt Bremen. Und die Vision der Gründerinnen und Gründer wurde Wirklichkeit: Die Universität Bremen ist eine Instanz der Aufklärung, der Vernunft und der Rationalität.

Gesprächszeit "Dieses wahnsinnige Projekt hat mich einige graue Haare gekostet" – Rudolf Hickel

Rudolf Hickel hat die Neugründung der Bremer Uni vom ersten Tag an aktiv mitgestaltet – über ein halbes Jahrhundert. Sein Ziel: eine Instanz der Aufklärung.

Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel lächelt.
Bild: Imago | Eckhard Stengel
Bild: Imago | Eckhard Stengel

Rudolf Hickel ist Professor für politische Ökonomie und für Finanzwissenschaften und hat manches in seinen 50 Bremer Jahren erlebt und erlitten. Die Bremer Universität bezeichnet er als "meine Universität": "Ja, natürlich ist das mein Lebenswerk. Ich habe das von Anfang an gern gemacht."

Rudolf Hickel kam damals von der Universität Konstanz, auch eine Neugründung, aber völlig anders konzipiert als die spätere Bremer Uni. Der Wirtschaftswissenschaftler erinnert sich noch heute daran, wie damals das Telefon bei ihm klingelte: "Ich kriegte eines Morgens einen Anruf, bin nach Bremen gefahren und habe mich in die Stadt sehr früh verliebt. Aber auch in dieses wahnsinnige Projekt, das mich sicher auch einige graue Haare gekostet hat. Ich habe mich sehr, sehr gerne engagiert."

"Der Muff von 1.000 Jahren unter den Talaren": Das Transparent war ein ganz großer Impuls!

Rudolf Hickel über den Wunsch nach Veränderung an den Universitäten Ende der 1960er Jahre

Guckte man damals Ende der 1960er Jahre auf die Landkarte, stellte man fest: Im Nordwesten fehlt eine Universität. Wer aus der Region Bremen oder Oldenburg studieren wollte, musste mindestens nach Hamburg, Hannover oder Münster ziehen. Doch es gab noch einen zweiten Grund, in Bremen eine Universität zu errichten, erinnert sich Rudolf Hickel: "Die Gründung ist nur zu verstehen aus dem dringenden Bedarf, eine Reformuniversität aufzubauen, aus der alten Ordinarien-Universität auszubrechen. 'Der Muff von 1000 Jahren unter den Talaren': Das Transparent, das Detlev Albers und Gert Hinnerk Behlmer in Hamburg getragen haben – das war ein ganz großer Impuls. Alle wollten eine Reform, bei der – ich sag's etwas umgangssprachlich – alle alten Zöpfe abgeschnitten werden."

Plötzlich war die "rote Kaderschmiede" da

Völlig planlos sei damals dann der Campus zwischen Horner Mühle, Kleingärten und Autobahn entstanden, erzählt Rudolf Hickel: "Es kam schneller, als wir erwartet hatten, und es war gut für uns. Wir sind dann aber auch in gewisser Weise ins Wasser geworfen worden." Weil Geld da war, standen plötzlich drei Gebäude auf dem Gelände, Studiengänge wurden konzipiert, ein Forschungsbetrieb und das organisatorische Management mussten aufgebaut werden.

Die Gründung der Universität als Reformuniversität war trotzdem heftig umstritten. Schnell war die Rede von der "roten Kaderschmiede": "Wir haben keine roten Kader geschmiedet, aber die Universität war in ihrer Grundhaltung ziemlich 'rot' ausgerichtet, vor allem in der Sozialwissenschaft und auch in der Finanzwissenschaft". Doch Rudolf Hickel betont lieber einen Begriff, den es auch damals schon gab, nämlich das "Bremer Modell".

Das Pfund ist heute, dass wir auch die Hightech-Entwicklung in den modernsten Bereichen schaffen.

Rudolf Hickel über die Zukunftsfähigkeit der Bremer Universität

Zweimal hätte Rudolf Hickel die Universität Bremen verlassen können. Einmal erhielt er einen Ruf an die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät in Frankfurt/Main und einmal an die neu gegründete Gesamthochschule Kassel. Beide hat er abgelehnt. Mit der Stadt Bremen, die von Studierenden und Arbeitskräften an der Universität stark profitiert, ist er eng verbunden. Für die nächsten 50 Jahre sieht Rudolf Hickel die Universität Bremen mit seinem Technologie-Park gut aufgestellt: "Das Pfund ist heute, dass wir auch die Hightech-Entwicklung in den modernsten Bereichen schaffen, verbunden mit Unternehmenswirtschaft. Das ist ein Riesenvorteil."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 14. Oktober 2021, 18:05 Uhr