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Die Nacht

Im Porträt Nicht unterzukriegen: Schausteller Rudi Robrahn

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Rudi Robrahn vor einem Fahrgeschäft
Freut sich, dass der Freimarkt dieses Jahr stattfinden kann: Bremens Schausteller-Chef Rudi Robrahn. Bild: Bremer Photo Service | Roland Scheitz

Sie mussten lange warten bis sie in Bremen ihre Karussells, Autoscooter und Zuckerwattebuden wieder aufbauen durften. Seit dem 15. Oktober ist es wieder so weit. Auch Schausteller Rudolf "Rudi" Robrahn hat dem Freimarkt entgegengefiebert.

Gesprächszeit "Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Freimarkt ausfällt" – Rudolf Robrahn

Der Bremer Freimarkt kehrte letzte Woche mit seinen Karussells und Zuckerwattebuden auf die Bürgerweide zurück. Auch Schausteller Rudolf "Rudi" Robrahn hat dem Freimarkt entgegengefiebert.

Rudi Robrahn vor einem Fahrgeschäft
Bild: Bremer Photo Service | Roland Scheitz
Bild: Bremer Photo Service | Roland Scheitz

Rudolf "Rudi" Robrahn ist Vorsitzender des Schaustellerverbandes des Landes Bremen und er und seine Schausteller haben eineinhalb Jahre mit vielen Aufs und Abs hinter sich. Das plötzliche Aus des Freiparks, der als Ersatz für den traditionellen Freimarkt im letzten Herbst 2020 gedacht war, war eine herbe Enttäuschung für den Anfang 50-Jährigen. Die wochen- und monatelange Perspektivlosigkeit für die gesamte Branche, die unzureichenden staatlichen Hilfen und das damit verbundene Gefühl, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, sorgte für viel Frust unter den Schaustellern. Es war eine Situation, die so gar nicht der Schausteller-Anpack-Mentalität entspricht, so Robrahn: "Wir waren Berufsoptimisten, da hat sich die Moral, die Einstellung in unserem Kollegenkreis verändert, und das ist auch nachvollziehbar."

Aufgelöste Lebensversicherung

Robrahn musste eine seiner drei Lebensversicherungen auflösen, um anstehende finanzielle Verpflichtungen erfüllen zu können. Der Versuch, mit Frozen Joghurt in seinem Stadtteil Oberneuland ein paar Euro zu machen, war ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin gab es dadurch für zwei Monate wieder einen Grund, morgens aufzustehen. "Es tut gut, einmal für die Moral, was tun zu können und wenn es dann auch einigermaßen funktioniert, dann ist man eigentlich schon ganz zufrieden."

Für mich war das immer mehr die Erfüllung, mit einem Karussell unterwegs zu sein.

Rudi Robrahn über seine Schausteller-Träume

Im Moment hat Rudi Robrahn vier Verpflegungsbetriebe, er schielt aber nach einem Fahrgeschäft, will damit am liebsten über alle namhaften Volksfeste tingeln: "Für mich war das immer mehr die Erfüllung, mit einem Karussell unterwegs zu sein". So ist er es von klein auf gewohnt, er freute sich immer riesig, wenn er am Freitag das Bremer Kinderheim Alten Eichen verlassen und zu den Eltern auf den Jahrmarkt durfte. "Keine Kotzmühle", ein zeitloses Familienfahrgeschäft schwebt ihm vor. Auch wenn er sich bei der zweiten Reifenpanne hintereinander schon mal einen ruhigen, geordneten Job gewünscht hat – wenn nicht jetzt, wann dann, ist seine Devise.

Es gibt immer Momente, wenn mal alles schiefgeht. Bei allen Schwierigkeiten haben wir immer wieder eine Lösung gefunden.

Rudi Robrahn bleibt optimistisch

Rudi Robrahn erzählt, dass Schausteller kein Job wie jeder andere ist: "Der Schaustellerberuf beinhaltet so viele Berufsfelder“. Vom Organisatorischen über die kaufmännische Erfahrung bis zum Handwerklichen vereint dieser Beruf viele Bereiche. Auch muss der Mitarbeiterstamm in harten Zeiten mit Fingerspitzengefühl bei Laune gehalten werden. Durch seine jahrzehntelange Erfahrung im Schaustellergeschäft weiß er, dass nicht immer alles nach Plan läuft und man flexibel bleiben muss. Auch wenn die Corona Pandemie eine außergewöhnliche Belastung darstellt, ist Rudi Robrahn durch die bisherigen Höhen und Tiefen in seinem Beruf krisenerprobt und hat seinen Berufsoptimismus nicht verloren: "Es gibt immer Momente, wenn mal alles schiefgeht. Bei allen Schwierigkeiten haben wir immer wieder eine Lösung gefunden".

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 21.Oktober 2021, 18:05 Uhr