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Der Vormittag mit Britta Lumma

Im Porträt Diese Bremerin begleitet Grundschüler sicher durch den Straßenverkehr

Autor/Autorin

  • Lieselotte Scheewe

Lieblingsmenschen, das sind für uns Alltagshelden, die Besonderes leisten oder einfach ihr Umfeld verzaubern. Solche Lieblingsmenschen stellen wir Ihnen regelmäßig vor – wie Renate Esselmann-Hanrahts. Sie begleitet Grundschüler von der Schule zum Hort, damit die Kinder sicher ankommen.

Renate Esselmann-Hanrahts
Renate Esselmann-Hanrahts engagiert sich seit Jahren mit Herz in ihrer Nachbarschaft. Bild: Radio Bremen | Lieselotte Scheewe

Vier Frauen warten an einer Bank auf dem Schulhof einer Grundschule in der Bremer Neustadt – eine von ihnen ist Renate Esselmann-Hanraths. Sie und die anderen Frauen strahlen Ruhe aus, während um sie herum Erstklässler wuseln. Die Kinder reden durcheinander, versuchen ihre Turnbeutel im Ranzen zu verstauen und stopfen Jacken in die Rucksäcke. Geduldig hilft Renate Esselmann-Hanrahts. Es ist die erste Woche für die Schülerinnen und Schüler, Renate Esselmann-Hanrahts engagiert sich schon seit 15 Jahren.

"Gute Nachbarschaft tut gut"

"Nebenan – gute Nachbarschaft tut gut" ist eine ehrenamtliche Initiative. Renate Esselmann-Hanraths und die anderen Frauen begleiten Erstklässler in ihren ersten Schulwochen auf ihrem Weg von der Grundschule zum Hort. Die Schule geht bis mittags, dann werden die Kinder im Hort weiter betreut. Viele Eltern arbeiten in der Mittagszeit – für sie sind Renate Esselmann-Hanrahts und die anderen Schulweg-Begleiterinnen eine große Hilfe und Erleichterung. Vier Wochen lang – immer wenn die Schule nach den Sommerferien wieder startet – nehmen sie sich mittags Zeit für den gemeinsamen Weg. Der Weg ist nicht weit. Er führt aber über eine große Kreuzung und er ist neu für die Kinder.

Renate Esselmann-Hanraths engagiert sich in dem Projekt, weil sie es sehr gut nachvollziehen kann, "dass Eltern sich Sorgen machen, und sie sich überlegen: 'Wie kriege ich das hin mit dem Abholen?'"

Ein bisschen Glück zurückgeben

Die Bremerin ist seit Beginn bei "nebenan" dabei. Die St. Pauli Gemeinde hat die Initiative 2006 ins Leben gerufen. Eigentlich war die Idee damals, älteren Mitbewohnern im Stadtteil in ihren Alltagsdingen zu helfen. Und die Gruppe wollte jungen Familien kurzfristig eine Kinderbetreuung anbieten.

Ich hab viel Glück in meinem Leben gehabt. Das ist immer auch eine gute Möglichkeit, den Menschen etwas zurückzugeben

Renate Esselmann-Hanraths über ihre ehrenamtliche Arbeit

Renate Esselmann-Hanraths hat nicht lang überlegt, ob sie bei dem Projekt mitmachen soll. Damals hat sie noch gearbeitet – als Bibliothekarin in der Stadtbibliothek. Aber auch neben Beruf und Kindern hat sie sich immer engagiert. "Ich bin seit vielen Jahren in der Gemeinde aktiv. Ich war immer Elternsprecherin im Kindergarten und Elternsprecherin im Hort. Als dann die Anfrage kam, war das eine Selbstverständlichkeit, dass ich da auch mitmache." Renate Esselmann-Hanraths ist dabei geblieben, auch aus Dankbarkeit. "Ich hab viel Glück in meinem Leben gehabt und das ist immer auch eine gute Möglichkeit, den Menschen etwas zurückzugeben."

Gut organisiertes Projekt

Am Ende der Sommerferien telefoniert die 71-Jährige mit allen Helferinnen, erstellt Telefonlisten und Zeitpläne, organisiert Treffen mit Eltern, Kindern und den Begleiterinnen. Unterstützt wird sie dabei von ihren Mitstreiterinnen. Das Projekt funktioniert nur, weil viele helfen, insgesamt sind sie 15. Die Helferinnen und die Kinder müssen koordiniert werden. Das macht Renate Esselmann-Hanraths.

Es ist ein kleines Projekt, aber es ist ein – finde ich – sehr gut organisiertes Projekt. Und daran hat Renate einen großen Anteil.

Dorothee Roebers über Renate Esselmann-Hanraths ehrenamtliches Engagement

Dorothee Roebers war früher Lehrerin. Sie engagiert sich seit ihrem Ruhestand in dem Projekt und ist begeistert, wie gut es Jahr für Jahr läuft. "Ich find Renate hat von Anfang an das ganz kompetent gemacht und es läuft perfekt. Alle Details, die man braucht, um Kinder sicher von der Schule vom Hort zu führen sind erfüllt. Es ist ein kleines Projekt, aber es ist ein – finde ich – sehr gut organisiertes Projekt. Und daran hat Renate einen großen Anteil."

Stütze und Begleitung in den ersten Schultagen

Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler läuft so ab: Vorne und hinten geht je ein Erwachsener – dazwischen die Erstklässler. Bei jeder Kreuzung sprechen Renate Esselmann-Hanrahts und ihre Kollegin die Kinder an. Sie sollen auf Autos und Fahrräder achten. Sie übt mit den Kindern, nach rechts und nach links zu schauen.

Die Schulwegbegleitung ist ein Beispiel für echte Nachbarschaftshilfe – ein Beispiel dafür, wie junge Familien entlastet werden können. Und wie es funktionieren kann, wenn viele gemeinsam helfen. Für Renate Esselmann-Hanraths ist das Projekt nicht nur Arbeit. Es macht ihr vor allem auch Freude: "Dass diese Kinder uns das Gefühl geben, dass wir ihnen eine Stütze sind und, dass wir sie in den Anfangstagen ihrer Schulzeit ein Stück weit begleiten können – das ist ein schönes Gefühl."

Mehr Lieblingsmenschen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. September 2021, 15:20 Uhr