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Zeiglers wunderbare Welt des Pop mit Arnd Zeigler

Im Porträt Schafft 60 Seiten pro Stunde: Bücherwurm Rainer Moritz

Autorinnen und Autoren

  • Gerhard Snitjer
Dr. Rainer Moritz
Rainer Moritz ist Leiter des Literaturhauses in Hamburg Bild: Gunter Gluecklich

Rainer Moritz ist Leiter des Hamburger Literaturhauses, hat erfolgreiche Romane verfasst, arbeitet als Literaturkritiker und ist auch privat ein Bücherwurm. Auf Bremen Zwei kommentiert er einmal in der Woche die Lage der Welt auf seine eigene, besondere Art und Weise.

Gesprächszeit "Literaturkritiker, Schiedsrichter – das passt alles zusammen" – Rainer Moritz

Rainer Moritz ist Leiter des Hamburger Literaturhauses, Romanautor und Literaturkritiker. Auf Bremen Zwei kommentiert er einmal in der Woche die Lage der Welt.

Dr. Rainer Moritz
Dr. Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg/Europe Bild: Gunter Gluecklich
Bild: Gunter Gluecklich

Jeden Freitagmorgen bringt der gewitzte und wortgewandte Literat Rainer Moritz den Bremen Zwei-Hörerinnen und -hörern für einige Minuten "Die Welt mit Moritz" nahe. Kleine Sticheleien und Respektlosigkeiten inklusive. Denn das Lästern können Morgen-Moderator Tom Grote und Rainer Moritz einfach nicht lassen. Tom Grote rechnet vor: "Seit zehn Jahren haben wir Rainer Moritz im Programm, runde 50-mal pro Jahr, jedes Mal um die fünf Minuten – das sind zusammen weit mehr als 40 Stunden reine Redezeit, fast zwei Tage rund um die Uhr, ohne Pause."

Selbstzufrieden lehnt Moritz sich zurück: "Haben Sie sich Ihr Leben so schön vorgestellt, Herr Grote?" Hat er nicht. Denn im Sommergast-Gespräch zitiert Tom Grote aus Zuschriften, die er erhält und die sich voller Mitleid auf seinen freitäglichen Schlagabtausch mit dem Kolumnisten beziehen. Sie alle beginnen – sagt Tom Grote augenzwinkernd – mit den Worten "Sie armer, armer Mann!"

Bücherwurm mit Vorliebe für dicke Schinken

Tom Grote und Rainer Moritz müssen sich immer beharken, egal bei welchem Thema. Und es geht immer wieder um die Schriftstellerei. Rainer Moritz ist Leiter des Hamburger Literaturhauses, hat erfolgreiche Romane verfasst, arbeitet als Literaturkritiker und ist auch privat ein Bücherwurm.

Er verrät, dass er mit Vorliebe dicke Bücher liest, 60 Seiten pro Stunde, sich dabei am liebsten quer in seinen Lieblingssessel fläzt, gerne mit einem Glas Wein in Reichweite, aber Essen beim Lesen sei tabu. Und diese Bemerkung geht bei ihm sofort mit der angedeuteten Unterstellung einher, bei Grotes zu Hause tropfe wahrscheinlich die Remouladensauce auf die Bücher.

Unfreundliche Menschen werden Romanfiguren

Autor Moritz verrät gerne, wie er arbeitet. Zum Beispiel auf die Frage, wie er es schaffe, seine Bücher in so schneller Folge zu schreiben. Rainer Moritz winkt ab, ganz in der Rolle des süffisanten Vollprofis: Zeitraubend sei allenfalls die gedankliche Vorarbeit, die Arbeit am Blickwinkel, an der Sprachebene, an der Hauptfigur. Wenn das geschafft sei, gehe der Rest ganz flott. "Das nur so für Sie als Tipp", fügt er gönnerhaft für Tom Grote hinzu, der immerhin auch Romanautor ist – und sich für diese Spitze sogar artig bedankt.

Aber wie geht Rainer Moritz mit Kritik an seinen eigenen Büchern um? Er erzählt ein Beispiel: Eine Kritikerin in der FAZ, ausgerechnet eine Germanistik-Professorin habe ihn unfreundlich besprochen. Da habe er sich erstmal kräftig geärgert – und dann eine unsympathische Frau in seinem nächsten Roman auftauchen lassen, die den Namen der Professorin trug.

Wären Sie charakterlich stabil, Herr Grote, dann wüssten Sie, dass man seinen Club nie verlässt.

Rainer Moritz über seine Liebe zu 1860 München

Manche Bücher von Rainer Moritz verraten einiges über seine Herkunft und sein Leben, zum Beispiel seine Jugend in Heilbronn, zu Wirtschaftswunder-Zeiten. Auch seine Vorliebe für deutsche Schlager kommt immer wieder zur Sprache. Im Gegensatz zu vielen Rebellen seiner Jugendzeit ließ Rainer Moritz sich damals vom Musikgeschmack seiner Eltern anstecken. Pubertäres Aufmucken? Fehlanzeige. Moritz verweist darauf, dass er immerhin Fußball-Schiedsrichter geworden sei. Moritz ist treuer Fan des Fußballclubs 1860 München – auch in den schlechtesten Zeiten: "Wären Sie charakterlich stabil, Herr Grote, dann wüssten Sie, dass man seinen Club nie verlässt."

Tom Grote und Rainer Moritz
Beim Tipp-Kick-Spiel sind die gegnerischen Mannschaften klar eingeteilt: Rainer Moritz spielt mit der Figur von 1860 München, Grote mit der von Werder Bremen. Bild: Radio Bremen | Bernd Scholz

Ebenso treu hängt Rainer Moritz an dem enormen Buchbestand, der sich in seinem Literaturhaus-Büro und auch in seiner Hamburger Wohnung ansammelt. Bücher werden bei ihm nie entsorgt. Ein Buch, das es einmal ins private Regal geschafft hat, darf für immer bleiben. Auch der Roman von Bremen-Zwei-Moderator Tom Grote gehört zu den handverlesenen Kostbarkeiten in der Moritzschen Sammlung: "Der steht dort unter 'Grote', gleich nach Goethe."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 25. September 2021, 18:05 Uhr