Jetzt läuft:

John Smith Friends
  • Jetzt läuft:

    John Smith Friends
  • Davor lief:

  • Um> 10:33 Uhr lief: Laura Marling Alexandra
  • Um> 10:31 Uhr lief: George Michael Faith
  • Um> 10:25 Uhr lief: Alex Behning Desiree
  • Um> 10:22 Uhr lief: New Country Rehab Home To You
  • Um> 10:18 Uhr lief: Gabriel Rios Song No.7
  • Um> 10:09 Uhr lief: Sixpence None The Richer Kiss Me
  • Um> 10:06 Uhr lief: Gregory Porter Puttin' On The Ritz
  • Um> 09:56 Uhr lief: Charity Children Till The Day I Die
  • Um> 09:51 Uhr lief: Laura Gibson Damn Sure

Der Samstagmorgen mit Julian Beyer

Auf der Bühne Intensiver anspruchsvoller Opernabend am Theater Bremen

Autorin

Szene aus "Das schlaue Füchslein", Musiktheater Bremen
Eine Füchsin steht im Mittelpunkt der Oper von Leoš Janáček. Aber auch hier kommen große menschliche Gefühle und Dramen vor. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Mit der tschechischen Oper "Das schlaue Füchslein" von Leoš Janáček aus dem Jahre 1924 ist das Theater Bremen in die neue Opernsaison gestartet. Mit hoch anspruchsvoller Musik hat Generalmusikdirektor Marko Letonja einen gelungenen Einstieg gegeben, sagt unsere Theaterkritikerin Christine Gorny.

Auf der Bühne Opernpremiere in tschechischer Sprache

Das Theater Bremen feierte Premiere mit der Oper "Das schlaue Füchslein" von Leoš Janáček. Im Großen Haus gab Generalmusikdirektor Marko Letonja seinen Einstand am Pult.

Audio vom 27. September 2021
Szene aus "Das schlaue Füchslein", Musiktheater Bremen
Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg
Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

In Janáčeks Oper von 1924 spielt eine Füchsin die Hauptrolle. Sie steht für eine starke Frauenfigur, die in einer männerdominierten Welt begehrt und bedroht wird. Es geht um das ambivalente Verhältnis zwischen den Geschlechtern, aber auch zwischen Mensch und Natur.

Diese junge Füchsin wird von einem Förster gefangen, der von dem wilden schönen Tier fasziniert ist. Doch die Zähmung misslingt, die Füchsin flieht in den Wald, verliebt sich und gründet eine kinderreiche Fuchsfamilie. Allerdings gibt es kein Happy End – denn sie wird von einem Wilderer erschossen, der ihr Fell zu einem Muff für die Geliebte verarbeitet. Und der Förster sieht als älterer Mann im Wald eine neue kleine Füchsin – und so schließt sich der Kreis des Lebens.

Leoš Janáček will in seiner Musik die Tier- und Naturwelt erfahrbar und hörbar machen. Die Oper spielt hauptsächlich im Wald, den er mit facettenreichem Klangbild beschreibt. Der aus Mähren stammende Komponist hat sich intensiv mit der Volksmusik seiner Heimat beschäftigt und das bringt er auch in diese Oper ein.

Tierwelt trifft auf Menschenwelt

Szene aus "Das schlaue Füchslein", Musiktheater Bremen
Der Förster, gespielt von Christoph Heinrich. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Einen Wald sucht man vergebens. Die Handlung spielt in einer Art Zirkusmanege, eine strahlend weiße runde Ebene, die schief in den Bühnenraum ragt und sich immer wieder dreht. Der ewige Kreislauf des Lebens. Oft herrscht Absturzgefahr und manchmal kommt die Unterwelt zum Vorschein. Darin lebt die schlaue Füchsin in rotbraunem Hemdblusenkleid und braunen Lederstiefeln. Überhaupt ist die Tierwelt bunt und unbeschwert. Die Menschenwelt wird dagegen von finster dreinblickenden und düster gekleideten Männern geprägt. Zwei unterschiedliche Lebensprinzipien: Gegensätze, die sich mal anziehen, mal abstoßen.

Eindrucksvoll und herausfordernd

Bremens neuer Generalmusikdirektor Marko Letonja dirigiert eine Probe
Generalmusikdirektor Marko Letonja gab mit der Premiere von "Das schlaue Füchslein" seinen Einstand am Theater Bremen. Bild: Radui Bremen

Bremens Generalmusikdirektor Marko Letonja leitet seit drei Jahren die Bremer Philharmoniker – mit dieser Premiere hat er nun seinen Einstand am Theater Bremen gegeben. Mit hoch anspruchsvoller Musik, die die Bremer Philharmoniker bravourös gemeistert haben. Diese Oper ist musikalisch extrem komplex und insgesamt nicht leicht zugänglich. Gesungen wird in tschechischer Sprache. Man muss sich auf diese sperrige Herausforderung einlassen.

Die Regisseurin Tatjana Gürbaca hatte ein plausibles, werkgetreues Konzept, die Sängerinnen und Sänger sind eindrucksvoll aufgetreten. Am Ende gab es sehr wohlwollende Reaktionen aus dem Publikum für diesen Einstand von Marko Letonja am Theater Bremen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 25. September 2021, 10:10 Uhr