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Die Nacht

Auf der Bühne Stück über das Artensterben bleibt im Gedächtnis

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Szenenbild "Revue. Über das Sterben der Arten"
Szene aus "Revue. Über das Sterben der Arten" am Theater Bremen. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Pro Tag verschwinden etwa 150 Arten von unserem Planeten – für immer. Laut der Umweltschutz-Organisationen WWF Deutschland sei das Artensterben neben der Klimakrise die größte Bedrohung weltweit. Das Theater Bremen beschäftigt sich in dem Stück "Revue. Über das Sterben der Arten" mit diesem Thema – unser Kritiker Marcus Behrens war bei der Premiere.

Knapp eineinhalb Jahre habe man zusammen an einer Liste gearbeitet, die die Textgrundlage für diese Inszenierung war, erzählt Dramaturgin Theresa Schlesinger, die das Stück gemeinsam mit Autor Jan Eichberg und Regisseur Felix Rothenhäusler entwickelt hat. In den 70 Minuten im Kleinen Haus des Theaters Bremen kommt davon nur ein Bruchteil zur Aufführung. Aber dieser Bruchteil hat es in sich, denn hier bekommt das Wort Nachhaltigkeit eine ganz neue Bedeutung.

Szenenbild "Revue. Über das Sterben der Arten"
Szene aus "Revue. Über das Sterben der Arten" am Theater Bremen. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Das Publikum hat beim Einlass die Wahl: Rechts auf der Tribüne Platz zu nehmen, ohne Stühle oder sich links an die Wand im Bühnenraum zu stellen – ein Raum, der von einem ansteigenden Laufsteg diagonal gekreuzt wird. Ich entscheide mich für den Randplatz in der letzten Reihe ganz oben und bin überzeugt, die beste Wahl getroffen zu haben – alles im Blick.

Traurige Geschichten aus der Tierwelt

Die Inszenierung besteht aus einem eingängigen, treibenden Beat, der einmal sogar durch Gesang unterbrochen wird. Der Raum ist neben dem Laufsteg nur von Nebel und Licht gefüllt. Sieben Akteure laufen den Steg hinauf, unsichtbar für das Publikum die Treppe hinter dem Saal wieder hinunter, quer durch den Saal und wieder rauf auf den Laufsteg. Dieser Trott wird nur durch Texte unterbrochen, die abwechselnd in ein Mikrophon gesprochen werden und jeweils die Kurzgeschichte einer verschwundenen Art zusammenfassen. Eine Handvoll Beispiele aus zwei Millionen Jahren.

Szenenbild "Revue. Über das Sterben der Arten"
Szene aus "Revue. Über das Sterben der Arten" am Theater Bremen. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Was dem Abend fehlt, ist eine dramatische Handlung, eine Interaktion der Akteure, Dialoge. Also alles, was zu einem "normalen" Theaterstück dazu gehört. Aber es ist kein normales Theaterstück und folglich fehlt auch nichts von dem, was ich gerade aufgezählt habe. Nur die erwähnten Arten fehlen. Auf der Welt – und je weiter der Abend voranschreitet, auch mir. Die Idee von Schlesinger, Rothenhäusler und Eichberg geht auf. Hier wird reale Dramatik mit Unterhaltung überaus gelungen kombiniert. Die Musik, die unermüdliche Bewegung, die kurzen Geschichten, in denen beschrieben wird, wie die Arten ausgerottet wurden – alles fesselt mich. Die Geschichten bleiben mir im Gedächtnis.

Nachhaltiges Theater mit virtuellem Zeigefinger

Viele Theater beschäftigen sich gerade mit der Frage, wie und ob unsere Welt überleben kann. Nicht überall ist das Ergebnis so gelungen, wie an diesem Abend im Kleinen Haus in Bremen. Von der Inszenierung "Still Life" im Berliner Maxim-Gorki-Theater ist mir zum Beispiel nur noch die beeindruckende Videoprojektion im ganzen Saal am Schluss des Stücks im Gedächtnis. Vergleichbares gibt es in der Bremer Inszenierung nicht. Dieses Stück braucht so etwas aber auch nicht, denn hier überzeugen der Inhalt und die Präsentation. 70 Minuten Ihrer Zeit sollten Sie in diesem Jahr auf jeden Fall noch im Theater verbringen um diese "Revue" anzuschauen.

Eine Revue über das Sterben der Arten im Kleinen Haus

150 Arten verschwinden durchschnittlich an jedem Tag für immer von der Welt. Das Theater Bremen zeigt, wie man so etwas Dramatisches ganz ohne Drama inszeniert.

Szenenbild "Revue. Über das Sterben der Arten"
Szene aus "Revue. Über das Sterben der Arten" am Theater Bremen: Siegfried W. Maschek. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg
Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Samstagmorgen, 30. Oktober 2021, 07:20 Uhr