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Klassikwelt in concert mit Wilfried Schäper

Auf der Bühne "Die Italienerin in Algier" vor magischer Kulisse im Theatergarten

Autorin

Nathalie Mittelbach und Diego Savini in "Die Italienerin in Algier"
Eine Szene aus "Die Italienerin in Algier" mit Nathalie Mittelbach und Diego Savini. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Nach vielen Verschiebungen hat die Premiere der "Italienerin" einen neuen Bestimmungsort gefunden: im Theatergarten in den Wallanlagen. Dort wo früher das Theater Bremen stand, bis das Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Am Sonntagabend lief also "Die Italienerin in Algier" Open Air.

Die Handlung wurde in den terrassenförmig angelegten Theatergarten hinein entwickelt. Die Bühne ist den Bremer Philharmonikern in kleiner Besetzung vorbehalten. Die Sängerinnen und Sänger agieren davor oder auf den Seitenwegen.

Die Oper spielt nicht mehr in Algier, sondern rund um einen bremischen Kiosk. Aus dem orientalischen Herrscher Mustafa ist nun der Boss eines Späti geworden. An den Liebes-Verstrickungen des Stückes ändert das allerdings nichts: Mustafa will seine Ehefrau elegant abservieren und durch eine attraktive Fremde ersetzen. Aber am Ende hat der Mächtige nichts mehr zu sagen und muss schweigend zusehen, wie ihm alle Ambitionen entwischen. Er hat sich lächerlich gemacht.

Opernklänge zwischen Grünpflanzen und Windböen

Nathalie Mittelbach und Diego Savini in "Die Italienerin in Algier"
Nathalie Mittelbach und Diego Savini auf der Bühne in den Wallanlagen. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Das Publikum saß auf Parkbänken und Klappstühlen, verteilt über das Gelände mit seinen verschiedenen Ebenen. An manchen Plätzen wurde der Blick durchs üppige Grün der Büsche etwas eingeschränkt, mal rauschten starke Windböen durchs Blätterdach, mal Autos über den Wall. Und zu den leisen Tönen der Ouvertüre erklangen von irgendwoher Martinshorn und Hundegebell. Aber alle waren auf die Umstände gut vorbereitet: Das Theater Bremen mit angemessener Beschallung, die Gäste mit Wolldecken, Sekt und dem Willen zum Musikgenuss.

Die Musik ist unglaublich temporeich, der Gesang manchmal geradezu rasant schnell, dann gibt es aber auch sanfte, ergreifende Passagen – eine wunderschöne Oper, die oft richtig modern klingt, obwohl sie mehr als zweihundert Jahre alt ist.

Spielfreudige Aufführung mit viel Tempo

Sängerinnen, Sänger und Orchester waren mit Spielfreude bei der Sache und mit großer Präzision, trotz des besonders rasanten Tempos, das sie vorgelegt haben. Regisseur Josef Zschornack präsentiert die Oper politisch korrekt, soweit es um Herkunft und um Gender geht. Dafür wurde sogar der Text verändert. Ein deutliches Statement war die Verlegung des Handlungsortes. Ob es allerdings wirklich klischeefrei ist, wenn Pascha Mustafa jetzt ausgerechnet einen Kiosk leitet, sei dahingestellt. Aber letztlich haben die musikalische Darbietung und die Magie des Ortes diese inhaltliche Blässe überstrahlt.

Auf der Bühne Theater Bremen führt "Die Italienerin in Algier" auf

Nach mehreren Verschiebungen präsentiert das Theater Bremen mit "Die Italienerin in Algier" seine erste Premiere im stimmungsvollen Ambiente im Theatergarten.

Audio vom 14. Juni 2021
Nathalie Mittelbach und Diego Savini in "Die Italienerin in Algier"
Nathalie Mittelbach und Diego Savini Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg
Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 13. Juni 2021, 11:38 Uhr