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Classical mit Marion Cotta

Auf der Bühne Regisseur Schorsch Kamerun lädt ins Arthur-Land

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Szenenbild aus King Arthur
"King Arthur" wurde ganz coronakonform auf dem Bremer Goetheplatz aufgeführt. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Die Szenerie war perfekt: In feinster mediterraner Abendstimmung fand am Donnerstagabend die Open-Air-Premiere von "King Arthur", Teil 1, vor dem Theater am Bremer Goetheplatz statt. Inszeniert wurde das Stück von Schorsch Kamerun, auch bekannt als Sänger der Hamburger Punkband "Die Goldenen Zitronen". Kamerun arbeitet seit zwei Jahrzehnten als Theaterregisseur und Autor und hat aus der Semi-Oper eine raumgreifende Konzertinstallation erschaffen.

Der 300 Jahre alte Originaltext von John Dryden erzählt die Geschichte zweier totalitärer Mächte, König Arthur und seinem Widersacher König Oswald. Der Stoff, denn Dryden vor so langer Zeit zur Musik von Henry Purcell aufgeschrieben hatte, ist auch heute noch aktuell. In seiner Inszenierung platzierte Kamerun einen Teil der Bremer Philharmoniker und sich selbst auf dem Balkon des Theaters und entführte das auf Holzstühlen verteilte Publikum mithilfe von Funkkopfhörern für 90 Minuten in die Welt des Barocks.

Szenenbild aus King Arthur
Eine Gesangsszene aus der Semi-Oper "King Arthur". Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Geschichte in Gegenwart übertragen

Vom Original blieben nur Fragmente übrig, Dialogfetzen, etwas Gesang, etwas mehr von Purcells wunderschöner Musik, gemischt mit anderen Klängen, anderen Worten, anderen Texten und Geräuschen und nicht zuletzt dem Alltag auf dem Bremer Goetheplatz.

Schorsch Kamerun selbst führte als Regisseur auch durch den Abend – mal frontal mit erklärenden Worten, dann wieder vom Balkon aus als Teil der Geschichte, mit seinen eigenen Liedtexten und zu Noten, die allerdings mit Barockmusik nichts mehr zu tun hatten. Die hinzugefügten Texte von Kamerun trugen die Geschichte in die Gegenwart bis hin zum mehrfach wiederholten Refrain im Finale "Zäune verhindern mit Schweizern und Indern". Willkommen im Jahr 2021.

Verdienter Applaus für ein großes Kulturerlebnis

Dieser Theaterabend auf dem Goetheplatz in Bremen wird sicher allen, die bei der Premiere dabei waren, noch lange in Erinnerung bleiben: Schorsch Kamerun brachte Schauspielerinnen und Schauspieler, Sängerinnen und Sänger, Junge Akteurinnen und Akteure, einen Teil des Opernchors und alle Passantinnen und Passanten, die zwischen Wallanlagen und Ostertorviertel unterwegs waren, vor der in vorsommerliches Abendlicht gehüllten Kulisse der Säulen des Theaterhauses zusammen.

Szenenbild aus King Arthur
Eine Szene aus "King Arthur". Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Das Publikum – einige wenige hatten sich mit den Kopfhörern gleich vor die Theaterkneipe gesetzt – verfolgte das Geschehen mit großem Interesse bis zum Schluss, Zugabe inbegriffen. Am Ende gab es langen Beifall, den alle Beteiligten wirklich verdient hatten. Und neben der wunderbaren Abendstimmung blieben auch viele Worte und Sätze hängen, die Schorsch Kamerun dem Werk hinzugefügt hatte.

Auf der Bühne Theater Bremen führt "King Arthur" auf

Auf dem Bremer Goetheplatz inszenierte Schorsch Kamerun mit der Semi-Oper "King Arthur" einen Musiktheaterabend zwischen Barock, Pop, Agitation und Schauspiel.

Audio vom 11. Juni 2021
Szenenbild aus King Arthur
Eine Akteurin im Stück "King Arthur". Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 11. Juni 2021, 06:47 Uhr