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Der Morgen mit Anja Goerz

Im Porträt Maxim verarbeitet in seinen Songs seine Familiengeschichte

Autorin

Maxim auf der Bühne (Archivbild)
Bild: DPA | Jazz Archiv/Michi Reimers

Seine Musik bringt die Seele zum Klingen, den Bauch zum Kribbeln und das Herz zum Klopfen: Musiker Maxim ist ausgezeichnet mit dem Deutschen Musikautoren-Preis und hat gerade mit "Grüne Papageien" sein sechstes Album releast. In einem seiner neuen Songs thematisiert er eine sehr persönliche Familiengeschichte: Die seines Großvaters, der Missbrauchstäter war.

Gesprächszeit "So schwer war das noch nie, ein Lied loszulassen" – Sänger Maxim

In einem seiner neuen Songs thematisiert Maxim eine sehr persönliche Familiengeschichte: Die seines Großvaters, der Missbrauchstäter war.

Audio vom 9. September 2020
Maxim auf der Bühne (Archivbild)
Bild: DPA | Jazz Archiv/Michi Reimers

Seit Maxim 2005 sein Debütalbum mit Raggae-Songs veröffentlicht hat, ist viel passiert. Wenn er selbst auf sein Ich von vor 10 oder 15 Jahren zurückschaut, sieht er einen völlig anderen Maxim vor sich, sagt der 38-Jährige heute: "Die Veränderung  ist massiv“. In seine alten Songs hört er heute nur noch selten rein – und er lebt viel bewusster, sagt der Vater einer zweijährigen Tochter: "Ich merke, wenn bestimmter Stress einsetzt. Wenn bestimmte Muster immer kommen."

"Grüne Papageien" ist sein sechstes Album

"Urbaner Pop" – so wird Maxims Musik heute betitelt. Das letzte Album hat ihn ausgelaugt, die Kreativität sei ihm ein bisschen abhanden gekommen, gesteht er im Gespräch mit Bremen Zwei. Doch durch das simple Musikmachen mit Freunden – ohne zu texten – hat er sich wieder an neue Stücke herangetastet. "Grüne Pagageien", das neue Album, wurde fertig, bevor die Corona-Pandemie über die Welt hineinbrach.

Die grünen Papageien sind für mich so ein Bild für Wärme, Mystik und ja, etwas ganz Besonders.

Maxim

Seit Mitte August ist es nun auf dem Markt: "Es oszilliert zwischen verträumt und sehr abgründig. (…) Und die grünen Papageien sind für mich so ein Bild für Wärme, Mystik und ja, etwas ganz Besonders. Etwas, das man sich nicht richtig erklären kann."

Ein mutiger und sehr persönlicher Song

In einem Song "Die Asche von Claude" singt Maxim über seinen Großvater, der als Missbrauchstäter in Frankreich für viel Leid gesorgt hat. Über Generationen hinweg hat die Geschichte viel Schmerz und viel Verbitterung in seiner Familie hinterlassen. Als seine Tochter zur Welt kam, brach die Geschichte wieder auf, erzählt Maxim: "So schwer war das noch nie, etwas zu schreiben und loszulassen, wie bei diesem Lied. Weil das ja nur die Spitze vom Eisberg ist, dieses Lied zu schreiben. Das war nicht die Summe dessen, wie ich mich damit auseinandergesetzt habe. Ich musste mich ja mein Leben lang mit den Folgen davon auseinandersetzen."

Trotzdem klingt Maxim auf "Grüne Pagageien“ musikalisch viel leichter und beschwingter als auf seinen Alben zuvor: "Ich bin immer öfter zu dem Schluss gekommen, dass ich ja trotzdem will, dass jemand das hört. Und irgendwie muss das auch Spaß machen das zu hören und einen nicht abschrecken. Aber dennoch habe ich Sachen zu erzählen, die mir am Herzen liegen, die raus müssen. Und da musste ein Gleichgewicht her."

Bis ich alt und tatterig sein werde.

Maxim

Beste Freunde – mit denen arbeitet Maxim am liebsten zusammen. Als Songwriter arbeitet er auch für andere Musiker wie zum Beispiel Max Herre und er ist glücklich, heute ein "sehr Arschloch-freies Leben“ zu leben. Auf dem Musikmarkt, der sich gerade massiv zum Streaming-Markt transformiert, sucht der Bonner gerade noch seine Nische, sagt er. Sein Problem? Um kommerziell erfolgreich zu sein, brauche es eigentlich Singles, die in bestimmte Playlisten passen und auch als Nebenbei-Beschäftigung funktionieren: "Mir passiert das auch, dass ich selten mal ein Album richtig durchhöre. Dann muss es mich schon richtig krass abholen. Wenn nicht, dann merke ich halt, gehe ich schnell weg und gehe zum nächsten. Man ist ja quasi permanent im Plattenladen. Wenn man sich an früher erinnert, hat man ja die Platte meistens nicht im Plattenladen in Gänze verstanden, sondern später dann zuhause."

Auch wenn der Spagat zwischen Erfolg und Kunst nicht einfach ist, hofft Maxim nach wie vor, dass sein Weg die Musik sein wird: "Bis ich alt und tatterig sein werde.", schmunzelt er.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 9. September 2020, 18:05 Uhr