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ARD-Radiofestival: Jazz

Im Porträt Darum war Klavierspielen für Pasquale Aleardi die Rettung

Autorin

Pasquale Aleardi
Singen, tanzen, spielen – so lässt sich Pasquale Aleardis Leben zusammenfassen. Bild: Anna Sophie Grünwald

Als Schauspieler ist er durch viele erfolgreiche Filme und seine Rolle als "Kommissar Dupin" im Ersten bekannt, doch als Musiker haben viele Pasquale Aleardi noch nicht auf dem Zettel. "Pasquale Aleardi und die Phonauten" treten am 17. Juli beim Oldenburger Kultursommer auf.

Gesprächszeit "Klavierspielen war die Rettung" – Pasquale Aleardi

Als Schauspieler ist Pasquale Aleardi durch seine Rolle als "Kommissar Dupin" im Ersten bekannt. Als Musiker ist er mit seiner Band, den "Phonauten" unterwegs.

Pasquale Aleardi
Bild: Anna Sophie Grünwald
Bild: Anna Sophie Grünwald

Seine Band heißt "Pasquale Aleardi und die Phonauten" und besteht aus genialen Multiinstrumentalisten. Wenn Aleardi und seine Band auftreten – wie am 17. Juli 2021 beim Oldenburger Kultursommer – präsentieren sie ein Programm aus humorvollen Anekdoten und "Anti-Depressionsmusik". Und dass es nun endlich wieder losgeht mit Auftritten, ist auch für Aleardi eine große Erleichterung und eine große Freude für die Seele: "Sie haben mir sehr gefehlt. Die Wintermonate ohne Konzerte, ohne die Phonauten – das war schon sehr hart."

Für mich war die Rettung mit elf, dass ich Klavierspielen entdeckt hab'.

Pasquale Aleardi über schwierige Zeiten mit Mathematik und Lichtblicke in der Musik
Pasquale Aleardi & Die Phonauten
"Pasquale Aleardi und die Phonauten" Bild: Peter Müller

Pasquale Aleardi ist dreisprachig aufgewachsen, mit Griechisch, Italienisch und Schweizerdeutsch. In der Küche seiner Mutter lief griechische Musik, die Geschwister spielten ihm Supertramp oder Elvis vor. In der Schule quälte sich Aleardi dafür mit Mathematik und Naturwissenschaften: "Für mich war die Rettung grundsätzlich mit elf, dass ich Klavierspielen entdeckt hab'. Abgesehen vom Notenlesen lag mir das. Es war das Einzige in meinem Leben, die ganze Teenie-Zeit hindurch, wo ich eine Referenz hatte im Sinne von 'Oh, da kannst du etwas ziemlich gut.'" Seiner griechischen Mutter und seinem italienischen Vater, die in die Schweiz immigriert waren, war die Leidenschaft für Kunst und Musik allerdings immer ein bisschen suspekt. Statt Sirtaki oder Chopin spielte der Sohn nämlich eher unbequeme Musik: "Ich hab' dann irgendwann angefangen, moderne schwierige Musik zu spielen, die tatsächlich kein Mensch verstanden hat. Aber ich fand's halt cool und ich hab' alle in den Wahn getrieben damit."

Ich war wie ein springendes, dynamisches Pferd, ich muss wie auf Drogen gewirkt haben.

Pasquale Aleardi über seine Zeit an der Schauspielschule

Singen, tanzen, spielen – dieser berufliche Weg schien damit für den jungen Schweizer vorgezeichnet. Aleardi wollte mit seinem Klavierspiel zur Musikakademie, aber durch Zufall landete er dann bei der Schauspielerei, weil er mal bei einer Schauspielschule vorbeischnupperte: "Ich war sofort hin und weg und dachte, 'wer will denn den ganzen Tag am Klavier sitzen, wenn er das hier machen könnte?'" Dauerglücklich sei er damals gewesen, als er die Aufnahmeprüfung an der Theaterhochschule Zürich geschafft hatte: "Ich war wie ein springendes, dynamisches Pferd, ich muss wie auf Drogen gewirkt haben."

"Kommissar Dupin" im Ersten

Dass er nicht auf ein Genre festgelegt wird, ist ihm in der Schauspielerei bestens gelungen. Pasquale Aleardi spielte am Broadway in New York, im Hollywood-Thriller, sang Operette und stand mit dem Cirque du Soleil in einem Musical auf der Bühne. Fernsehzuschauern ist Aleardi heute vor allem als "Kommissar Dupin" bekannt, der seit 2014 im Ersten an der bretonischen Küste ermittelt. Wunderschön sei die Wechselhaftigkeit von Küste und Farbspiel im Norden Frankreichs – aber im Herzen ist er doch Mittelmeer-Liebhaber, wo sich ab 30 Grad Celsius stets die gute Laune einstellt, gesteht Aleardi lachend, wenn er von seinen Vorlieben erzählt. Mit Frau und zwei Söhnen lebt Stadtkind Aleardi heute in Berlin: "Ich liebe es, Menschen zu beobachten, Menschen zu sehen. Am besten, man fällt aus dem Balkon in ein Restaurant."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 16. Juli 2021, 18:05 Uhr