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In der Ausstellung Meisterwerke aus fünf Jahrhunderten in Bremen

Autorin

Werk von Giovanni Antonio Canaletto, Der Markusplatz in Venedig.
Giovanni Antonio Canaletto, Der Markusplatz in Venedig, 1740-50, © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Sammlung Rau für UNICEF, Foto Horst Bernhard. Bild: Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Sammlung Rau für UNICEF, Foto Horst Bernhard

Zwei Sammlungen, große Namen, 500 Jahre Kunstgeschichte – das alles bietet die neue Ausstellung "Tausche Cranach gegen Monet" im Paula Modersohn-Becker-Museum in Bremen. Gezeigt werden Werke aus den bedeutenden Sammlungen Rau und Roselius.

"Geben und nehmen" ist bei Museen ein wichtiges Prinzip, um erfolgreiche Ausstellungen zu stemmen. Für die neue Ausstellung im Paula Modersohn-Becker-Museum wurden Werke aus der hochkarätigen Kunst-Sammlung des Kinderarztes und Afrika-Experten Gustav Rau nach Bremen geholt. Beheimatet ist die Sammlung seit dessen Tod 2002 als Dauerleihgabe im "Arp-Museum Bahnhof Rolandseck" in Remagen. Die Bremer Ausstellung präsentiert einen Mix aus Meisterwerken der Sammlung Rau und aus der Sammlung des Bremer Kaffeekaufmanns Ludwig Roselius.

"Tausche Cranach gegen Monet" in Bremen

Zwei Sammlungen, viele große Namen, 500 Jahre Kunstgeschichte – das alles zeigt die neue Ausstellung im Paula Modersohn-Becker-Museum in Bremen. Unsere Kunstkritikerin Christine Gorny hat die Ausstellung schon gesehen.

Audio vom 17. September 2021
Ausgestellte Gemälde an einer Museumswand.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Vom Mittelalter bis Barock. Das fanden beide spannend. Biblische Darstellungen, mythologische Darstellungen.

Museumsdirektor Frank Schmidt im Hörfunkstudio
Frank Schmidt, Direktor der Museen Böttcherstraße

Rau und Roselius gehören zwar unterschiedlichen Generationen an, beide haben sich aber nicht auf spezielle kunsthistorische Genres oder Zeiten festgelegt. Sie sammelten, was ihnen gefiel, querbeet durch Epochen und Gattungen. Dabei hat Frank Schmidt, Direktor der Museen Böttcherstraße, einige Überschneidungen ausgemacht – vor allem im Bereich der alten Kunst: "Vom Mittelalter bis Barock – das fanden beide spannend. Biblische Darstellungen, mythologische Darstellungen. Der Unterschied ist nur, dass Roselius mehr die deutschen nordischen Künstler gesammelt hat und Rau auch Interesse für italienische hatte. So dass wir tolle Werke von Guido Reni und Canaletto in der Rau-Sammlung haben."

Bedeutende Werke aus fünf Jahrhunderten

Gemälde: Kees van Dongen, Mädchen mit Matrosenkragen, 1912, Öl auf Leinwand
Kees van Dongen, Mädchen mit Matrosenkragen, 1912, Öl auf Leinwand, © Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Horst Bernhard Bild: Arp Museum Bahnhof Rolandseck | Horst Bernhard

Die Rau-Sammlung reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, bis zu Altartafeln von Fra Angelico aus Fiesole. Lucas Cranach, Vertreter des 16. Jahrhunderts, ist in beiden Sammlungen vertreten. Und so hängt nun Luthers ernstblickende Frau Katharina von Bora in hochgeschlossener Bluse aus der Kunstsammlung Böttcherstraße neben einer jungen, tief dekolletierten Dame mit keckem Blick aus der Sammlung Rau. In der neueren Kunst gehen die beiden Sammler dann allerdings unterschiedliche Wege. Rau konzentrierte sich auf Impressionisten, Roselius auf Paula Modersohn-Becker.

Frauenporträts und Kinderdarstellungen

Gemälde: Mary Cassatt, Louise, ihr Kind stillend, 1899, Pastell auf braunem Papier,© Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Mary Cassatt, Louise, ihr Kind stillend, 1899, Pastell auf braunem Papier,© Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Sammlung Rau für UNICEF. Foto Mick Vincenz Bild: Arp Museum Bahnhof Rolandseck | Mick Vincenz

Das gesamte Museum wird bespielt. Es beginnt mit den alten Meistern, biblische, religiöse, mythologische Darstellungen. Im zweiten Raum werden Frauenporträts gezeigt, nicht zeitlich geordnet. Da hängen dann Lucas Cranachs beiden Frauenbilder neben Renoirs "Frau mit Rose". Porträts von Manet, Tiepolo, Kees van Dongen, Paula Modersohn Becker, aber auch anderen Künstlern und Künstlerinnen wie Berthe Morisot und Mary Cassatt.

Dass der Kunstsammler Gustav Rau ein Herz für Kinder hatte, zeigt sich auch in seiner Kunst-Sammlung, erzählt Susanne Blöcker, Kuratorin für die Kunstkammer Rau am Arp Museum Bahnhof Rolandseck: "Es gibt alle Arten von Mutter-Kind-Bildern. Vom Mittelalter bis zu Mary Cassatt." Madonnen, Mütter mit Kindern, aber auch Kinderdarstellungen sind im Dachgeschoss zu finden – und auch große Namen der Kunstgeschichte wie August Macke und Max Liebermann.

Landschaftsbilder und Stillleben

Werk von Claude Monet, Die Felspyramiden von Port-Coton.
Claude Monet, Die Felspyramiden von Port-Coton, 1886, Öl auf Leinwand. Bild: Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Sammlung Rau für UNICEF, Foto Peter Schälchli, Zürich

Zu den weiteren Themen gehörten Landschaftsdarstellungen, hauptsächlich impressionistische Landschaften, liebliche Sommerwiesen oder Monets wilde Wasserlandschaften. Paula Modersohn-Beckers Landschaftsbilder haben einen eigenen Raum, silbrige Birkenstämme vor kahler norddeutscher Kulisse. Es gibt Stadtansichten aus Venedig, Amsterdam und Paris. Ein weiterer Themenblock sind Stillleben, auch von alten niederländischen Meistern.

Sehenswerte Gegenüberstellung

Die Ausstellung ist klug gegliedert. Insgesamt 55 Schätze aus der Sammlung Gustav Rau werden gezeigt, dazu 20 aus der Sammlung Ludwig Roselius. Die Gegenüberstellung der beiden Sammlungen funktioniert bestens als Leitfaden und eröffnet ganz neue Perspektiven.  

Gemälde: Paul Signac, Saint-Briac. La Garde-Guérin. Opus 211, 1890, Öl auf Leinwand
Paul Signac, Saint-Briac. La Garde-Guérin. Opus 211, 1890, Öl auf Leinwand, © Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Sammlung Rau für UNICEF Bild: Arp Museum Bahnhof Rolandseck | Horst Bernhard

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 16. September 2021, 16:18 Uhr