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Der Samstagmorgen mit Julian Beyer

Im Porträt Warum Musikerin Mine beim Songschreiben allein sein möchte

Autor

Mine
Wenn sie Musik komponiert, fühlt es sich für sie an wie Tagebuch-Schreiben: Musikerin Mine. Bild: Simon Hegenberg

"Ich twiste meinen Kopf und alles dreht sich um neunzig Grad", singt Mine in ihrem Hit "90 Grad". Nur auf den ersten Blick sieht die Karriere der Musikerin und Produzentin geradlinig aus, doch in Mines Leben gab es schon einige 90- und sogar 180-Grad-Drehungen.

Gesprächszeit "Musik-Schreiben ist wie Tagebuch-Schreiben" – Mine

Die Karriere von Musikerin und Produzentin Mine sieht tatsächlich gerade und stetig ansteigend aus, doch in Mines Leben gab es schon einige 90-Grad-Drehungen.

Mine
Bild: Simon Hegenberg
Bild: Simon Hegenberg

Schon als Kind weiß Jasmin Stocker alias Mine, was sie mal machen will, wenn sie groß ist: irgendwas mit Musik. Sie nimmt sie an Gesangswettbewerben teil und schreibt Songs. Doch dass man das zum Beruf machen kann, glaubt in ihrem schwäbischen Heimatdorf Remshalden bei Stuttgart niemand – sie selbst auch nicht: "Ich kannte niemanden, der diesen Beruf hatte. Deswegen war das für mich völlig absurd."

Darum will Mine zunächst Musiklehrerin werden, wird aber bei der Aufnahmeprüfung abgelehnt. Stattdessen studiert sie Jazzgesang in Mainz und danach "Producing und Composing" an der Popakademie in Mannheim. Dort lernt Mine unter anderem das technische Handwerk, um die Sounds aus ihrem Kopf in wohlklingende Audiodateien zu verwandeln: "Ich mag Detailarbeit total gerne, ich verliere mich auch gern darin. Ich kann stundenlang am Computer sitzen und an einem Sound rumschrauben, bis es mir gefällt."

Irgendwann gibt es diesen einen Moment, wo man zum ersten Mal alles zusammen klingend im Raum wahrnimmt – und das ist ein krasses Gefühl.

Mine über ihre Auftritte mit Orchester

Dass sie von Album zu Album bekannter und erfolgreicher wird, merkt Mine daran, dass sie irgendwann plötzlich "echte" Gagen bekommt für ihre Auftritte. Sie kann ihre Band anständig bezahlen, auf ihre Nebenjobs verzichten und sich ganz und gar ihrer eigenen Musik widmen. Von diesen Nebenjobs gab es einige: Mine hat geputzt, gekellnert, im Supermarkt an der Kasse gesessen und ist mit Tanzkapellen auf Hochzeiten aufgetreten.

Für ihre Konzerte mit Orchester hat sie äußerst erfolgreich zwei Crowdfunding-Kampagnen gestartet – wobei bei diesen Konzerten etwas ganz anderes für Gänsehaut gesorgt hat: "Irgendwann gibt es diesen einen Moment, wo man zum ersten Mal alles zusammen klingend im Raum wahrnimmt, und das ist ein krasses Gefühl. Ich kann das mit nichts vergleichen."

Musik-Schreiben ist wie Tagebuch-Schreiben. Ich kann nicht mal schreiben, wenn mein Freund im Raum ist. Das ist für mich eine super private Sache.

Mine über ihren Kreativprozess

Das aktuelle Album von Mine heißt "Hinüber" – mit klarer Haltung in den Texten zu Klimawandel und Gleichberechtigung – ausgedacht, getextet und produziert in Mines stillem Kämmerlein: "Ich schreibe eigentlich nie geplant über Sachen sondern immer nur über Sachen, die ich verarbeiten muss." Und das mache sie am liebsten ganz allein und ganz in Ruhe, erzählt sie: "Musik-Schreiben ist wie Tagebuch-Schreiben. Ich kann nicht mal schreiben, wenn mein Freund im Raum ist. Das ist für mich eine super private Sache, die ich nicht frei ausleben kann, wenn ich das Gefühl habe, jemand hört mir zu."

Doch mit dieser Ruhe dürfte jetzt allerdings erstmal Schluss sein: Mitte September hat Mine Zwillinge bekommen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 5. Oktober 2021, 18:05 Uhr