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Die Nacht

Im Porträt Ausgezeichnet: Marion Poschmanns Gedichte zu Natur und Klimawandel

Autorin

Marion Poschmann erhält den Bremer Literaturpreis 2021.
Marion Poschmann wird 2021 mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung ist wegen der Corona-Pandemie allerdings verschoben worden. Bild: Heike Steinweg

Sie hat schon als Kind auf der Schaukel gedichtet, aber längst hat sie sich in meisterhafte Höhen aufgeschwungen: Marion Poschmann ist die Bremer Literaturpreisträgerin 2021. Die 50-jährige Autorin erhält den mit 25.000 Euro dotierten Preis für ihren Gedichtband "Nimbus". Die Preisverleihung fand erstmalig virtuell statt – am 31. Mai 2021. Die Öffentlichkeit konnte sie per Livestream verfolgen.

Gesprächszeit "Gedichte können sensibilisieren" – Marion Poschmann

Als Kind dichtete sie auf der Schaukel, inzwischen hat sie sich in meisterhafte Höhen aufgeschwungen. Marion Poschmann ist Bremer Literaturpreisträgerin 2021.

Marion Poschmann erhält den Bremer Literaturpreis 2021.
Marion Poschmann, Bremer Literaturpreisträgerin 2021 Bild: Heike Steinweg
Bild: Heike Steinweg

Es ist eher die Ausnahme, dass ein Gedichtband den Bremer Literaturpreis erhält, aber Marion Poschmanns "Nimbus" hat überzeugt: Ein schmales Buch voller hochkonzentrierter Prosa-Gedichte, die nur so strotzen von kraftvollen Bildern, originellen Beobachtungen und gedankenvollen Bezügen. Moderne Naturgedichte im Zeitalter von Klimawandel und Artensterben: "Ein Gedicht ist ja ein Gebilde, das vielschichtig, komplex, besonders verdichtet ist. Es ist die Form, die das besonders Große auf besonders kleinem Raum konzentrieren kann. Und damit ist es vielleicht besonders dem Gedicht möglich, so etwas wie den Klimawandel zu fassen."

Manchmal ist da ein Korn, das es wert ist, es genauer anzusehen und etwas daraus zu entwickeln.

Marion Poschmann über Gedanken, die nicht verloren gehen

Ihre Liebe zur Natur hat sie schon während ihrer Kindheit in Mühlheim und in Essen entdeckt bei Spaziergängen an der Ruhr. Sie wurde Mitglied bei den Pfadfindern und interessierte sich besonders für Survivaltraining. Ihre andere große Leidenschaft war das Lesen. Selbst im Matheunterricht lag unter ihrem Tisch immer ein Roman parat. Immerhin tat das ihren Mathezensuren keinen Abbruch.

Mittlerweile ist Marion Poschmann selbst vielfach ausgezeichnete Romanautorin. Ihr Name stand auf der Shortlist des deutschen Buchpreises und des International Booker Prize, und sie war für den Leipziger Buchpreis nominiert. Beim Schreiben sorgt sie dafür, dass sie niemals einen Gedanken verliert. Keine einzige Notiz landet bei ihr im Papierkorb: "Sachen, für die ich zunächst keine Verwendung habe oder wo ich denke, 'Das ist jetzt nicht besonders gelungen, das lege ich mal zur Seite...', fallen mir dann Jahre später wieder ein. Und dann ist da manchmal so ein Korn, das es wert ist, es genauer anzusehen und etwas daraus zu entwickeln."

"Was ist der Mensch? Was ist Realität? Was ist Illusion?"

Marion Poschmann über die Grenzen unseres Daseins

In ihren Gedichten und Romanen wirft Marion Poschmann existentielle Fragen auf, sie hinterfragt Gewissheiten und führt an Grenzen unseres Daseins. Vordergründig können es belanglose Beobachtungen sein, am Ende geht es doch ums große Ganze: "Was ist der Mensch? Was ist Wahrnehmung? Was ist Realität? Was ist Illusion? Wie entsteht überhaupt eine Welt im Bewusstsein? Also im Grunde die philosophischen Fragen. Das ist das Großartige an Büchern, dass man dem in der Literatur nachgehen kann. Und eine solche Welt mit zu entwerfen, das macht natürlich Spaß."

Idealerweise sollte jedes Wort sitzen. Und auch jedes Komma.

Marion Poschmann über das Sprachgefühl ihrer Bücher

Spaß macht es natürlich auch, in Marion Poschmanns Welten zu lesen. Sie stecken voller Ambivalenz, Ironie, Humor. Und natürlich voller Sprachgefühl: "Mir ist wichtig, dass die Sätze einen bestimmten Rhythmus haben, dass ein Abschnitt einen guten Schwung hat, dass man quasi mitgenommen wird von Anfang bis Ende einer Passage. Und idealerweise sollte jedes Wort sitzen und auch jedes Komma."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 18. Januar 2021, 18:05 Uhr