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Der Samstagvormittag mit Stefanie Pesch

Im Porträt Marie Rösler stand drei Jahrzehnte lang Krebskranken zur Seite

Autorin

Marie Rösler
Jeder Mensch findet seinen eigenen, persönlichen Umgang mit einer Krebserkrankung, sagt Marie Rösler. Bild: Marie Rösler | privat

Die Bremer Krebsgesellschaft wäre wohl nicht, was sie heute ist, ohne Marie Rösler: 33 Jahre lang hat sie den Verein geprägt, geleitet und dort Menschen begleitet, die nach einer Krebsdiagnose Rat und Hilfe suchten. Im vergangenen Jahr hat Marie Rösler das Bundesverdienstkreuz bekommen für ihr soziales Engagement.

Gesprächszeit "Ich hatte von Onkologie keine Ahnung" – Marie Rösler

33 Jahre hat Marie Rösler Menschen begleitet, die Rat und Hilfe bei der Bremer Krebsgesellschaft suchten. Dafür hat sie das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Marie Rösler
Marie Rösler Bild: Marie Rösler | privat
Bild: Marie Rösler | privat

"Eigentlich waren es alles Zufälle", sagt Marie Rösler, wenn sie auf Ihr Leben zurückblickt: In der Schule sagt ihr die Berufsberaterin, dass ein sozialer Beruf gut zu ihr passt. Also zögert sie nicht lange und studiert Sozialpädagogik. Während eines Praktikums in der Obdachlosenhilfe entdeckt sie dann ihre Leidenschaft für die Soziale Arbeit: Sie kann dort praktisch etwas bewegen, das Menschen wirklich weiterhilft: "Da hat mich diese Arbeit mit Menschen in Notsituationen einfach gepackt und nicht mehr losgelassen. Während ich dabei war, kam das Interesse. Und so ist es mir auf den Arbeitsstellen auch gegangen."

Per Zufall von der Obdachlosenhilfe zur Krebsgesellschaft

Die Arbeitsstellen – das ist zunächst eine leitende Position in einem Wohnheim für behinderte Menschen in Bremen. Dort merkt sie, dass es gut wäre, mehr über Hauswirtschaft und Ernährung zu wissen – und macht kurzerhand berufsbegleitend ihre Meisterin der Hauswirtschaft. Und das, sagt die 66-Jährige heute, hat sich dann auch in ihrer Arbeit bei der Bremer Krebsgesellschaft als nützlich erwiesen. Dort meldet sie sich 1988 auf eine kleine Anzeige, auf die sie zufällig aufmerksam wird, und bekommt den Job. Der Verein will zu dieser Zeit vor allem die Krebsvorsorge bekannter machen.

Ich habe geschwitzt, wenn das Telefon ging, weil ich gar nicht wusste: Wie soll ich denn jetzt da antworten?

Marie Rösler über ihre Anfänge in der Bremer Krebsgesellschaft

Marie Rösler kümmert sich also um Organisation und Verwaltung, doch vereinzelt gibt es auch Beratungsanfragen: "In der ersten Zeit – ich hatte von Onkologie, also von der Krebsmedizin, keine Ahnung – habe ich geschwitzt, wenn das Telefon ging, weil ich gar nicht wusste: Wie soll ich denn jetzt da antworten? Dann habe ich mitbekommen, dass in Heidelberg am Krebsforschungszentrum eine Weiterbildung angeboten wurde. Das war meine Rettung, das hat mich fit gemacht und dann bin ich da reingewachsen."

Zuhören, zusammen aushalten. Nicht irgendwelche Ratschläge geben.

Marie Rösler über das Ziel jeder Beratung

Marie Rösler baut das Beratungsangebot aus und wird Leiterin der Bremer Krebsgesellschaft: Sie organisiert Kongresse, Vorträge und Mitmach-Aktionen, stellt ein ganzes Beratungs-Team zusammen. Ihr ist wichtig, dass Menschen nach einer Krebsdiagnose nicht nur medizinische Hilfe, sondern – wenn sie möchten – auch eine gute Beratung bekommen. "Das heißt: zuhören, zusammen aushalten. Nicht irgendwelche Ratschläge geben. Es geht ja darum, dass jeder Mensch, der mit so einer schweren Herausforderung konfrontiert ist, irgendwie den eigenen Weg durch die Erkrankung finden muss. Und diesen Weg zu finden – das war und ist auch heute aus meiner Sicht das entscheidende Ziel der Beratung."

Ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz

Diesen Sommer ist Marie Rösler nach 33 Jahren bei der Bremer Krebsgesellschaft mit dem Bundesverdienstkreuz in den Händen in den Ruhestand gegangen. Viel hat sich in dieser Zeit getan: Ein Stück weit hat der Krebs den Schrecken einer akut lebensbedrohlichen Erkrankung verloren: "Natürlich sterben auch heute Menschen an Krebs. Aber viele Menschen – viel mehr als damals – können gut und sehr lange mit der Krankheit leben." Aus den unzähligen Begleitungen dort nimmt Marie Rösler auch etwas für sich mit: zum Beispiel die Gewissheit, dass auch sie, sollte sie an Krebs erkranken, einen Weg finden wird, damit umzugehen: "Dieses innere Gefühl 'Ja, das kannst du auch, wie alle anderen auch' – das ist etwas, das ich für mich persönlich einfach mitnehme und was sehr wertvoll ist. Und natürlich nehme ich mit, dass die Menschen total vielfältig sind. Und diese Kraft, die sie entwickeln, mit so einer Herausforderung fertig zu werden, macht mich zuversichtlich."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 2. November 2021, 18:05 Uhr