Jetzt läuft:

Tom Klose Goodnight
  • Jetzt läuft:

    Tom Klose Goodnight
  • Davor lief:

  • Um> 01:49 Uhr lief: New York Voices Chamego (Betty's Bossa)
  • Um> 01:46 Uhr lief: Get Well Soon It's An Airlift
  • Um> 01:41 Uhr lief: John Prine Hello In There
  • Um> 01:37 Uhr lief: Janita I Only Want You
  • Um> 01:32 Uhr lief: Hawa Gone Away
  • Um> 01:30 Uhr lief: Gordon Haskell Freeway To Her Dreams
  • Um> 01:25 Uhr lief: Lena Mentschel Closing Time
  • Um> 01:21 Uhr lief: Jeff Bridges Nothing Yet
  • Um> 01:17 Uhr lief: Julien Doré On Attendra L'Hiver

Die Nacht

Im Porträt Maria Schrader: Als Regisseurin noch erfolgreicher

Autor

Porträt der Schauspielerin Maria Schrader
Kann nicht erklären, warum sie beim Filmemachen so viel richtig macht: Maria Schrader Bild: players agentur management gmbh | Anika Molnar

Vier Filme hat Maria Schrader bislang als Regisseurin inszeniert – jeder preisgekrönt und vielbeachtet. Ihr aktueller Film heißt "Ich bin dein Mensch" und auch ihr nächstes Projekt erfährt schon jetzt viel Aufmerksamkeit: Kürzlich wurde bekannt, dass sie einen Film über Harvey Weinstein machen wird, den Filmproduzenten, der wegen Vergewaltigung verurteilt wurde.

Gesprächszeit "Mein Weg ist nicht ganz konventionell gewesen" – Maria Schrader

Für ihre Regiearbeiten wurde Maria Schrader gelobt und ausgezeichnet. Ihr aktueller Film heißt "Ich bin dein Mensch" - und danach geht es für sie nach Hollwood.

Porträt der Schauspielerin Maria Schrader
Bild: players agentur management gmbh | Anika Molnar
Bild: players agentur management gmbh | Anika Molnar

Fragt man Maria Schrader nach ihrem Beruf, ist die Antwort: "Schauspielerin". Denn das sei auch das einzige, was sie gelernt habe. "Ich habe meinen Eltern zuliebe in diesem Beruf dann auch noch ein richtiges Diplom gemacht", ergänzt die 55-Jährige. Doch momentan hat Maria Schrader als Regisseurin sogar noch mehr Erfolg – und das, obwohl sie in diesem Gebiet eigentlich noch am Anfang ihrer Karriere steht.

Vier Regie-Arbeiten, vier Erfolge

Gerade einmal vier Filme hat Schrader bisher inszeniert, doch für jeden wurde sie gelobt und ausgezeichnet: "Vor der Morgenröte", in dem sie über die letzten Jahre des Schriftstellers Stefan Zweig erzählt, bekam einen Europäischen Filmpreis. Ihr Regiedebüt "Liebesleben" wurde mit zwei Bayerischen Filmpreisen ausgezeichnet. Und für ihren jüngsten Film, die Komödie "Ich bin dein Mensch" erhielt Hauptdarstellerin Maren Eggert einen Silbernen Bären auf den Berliner Filmfestspielen.

Ihr größter Erfolg bisher hinter der Kamera war die Netflix-Serie "Unorthodox": Eine junge orthodoxe Jüdin bricht aus der abgeschlossenen Welt ihrer Gemeinschaft aus und sucht ihre Freiheit und Erfüllung in Berlin. Schrader bekam dafür den Emmy als beste Regisseurin, den wichtigsten Fernsehpreis der Welt – und als erste Deutsche überhaupt. Schrader geht mit dem Erfolg pragmatisch um. Sie sagt: "Am Ende tut man sich selbst 'nen Gefallen, wenn man ein bisschen auf Distanz dazu geht und sich zwar über Preise freut, aber auch nicht verzweifelt, wenn man sie nicht bekommt."

Ich denke sorgfältig darüber nach, was mich wirklich interessiert.

Maria Schrader über das mögliche Geheimrezept ihres Erfolgs

Doch egal, ob als Regisseurin, als Drehbuchautorin oder Schauspielerin – schlechte Kritiken hat Maria Schrader in ihrer mehr als 30-jährigen Karriere nur selten bekommen. Irgendetwas macht sie richtig, aber fragt man sie danach, fällt ihr die Antwort schwer: "Ich habe keine Ahnung, ich kann das nicht erklären", ist der erste Satz, den sie dazu sagt. "Ich denke wirklich sorgfältig darüber nach, was mich wirklich interessiert", ergänzt sie dann.

Erst Schulabbrecherin, dann Schauspielerin

Maria Schraders Karriere verlief zwar zielstrebig, aber nicht geradlinig. Schon als Schülerin stand sie in ihrer Heimatstadt Hannover zum ersten Mal auf der Bühne. Die Schule brach sie ab, um am Wiener Max-Reinhardt-Seminar die Schauspielerei zu lernen. Doch auch hier blieb sie nicht bis zum Ende der Ausbildung. Viel gelernt habe sie durch die jahrelange Zusammenarbeit mit Dani Levy, erzählt Schrader. "Das war wie eine Filmschule für mich", sagt Schrader. "Das waren Projekte, die mich dazu gebracht haben zu sagen 'Ich mach das jetzt ganz alleine' und ich hab auch was gelernt, um das machen zu können".

Ich bin nie zu Castings gegangen, sondern ich habe gemeinsam mit anderen Projekte auf den Weg gebracht.

Maria Schrader im Rückblick auf ihre Karriere

Doch schon bevor Schrader das erste Mal vor einer Kamera stand, begann sie selbst zu schreiben. "Das war mein Eintritt ins Filmleben, dass ich mir die Rollen, die ich spielen wollte, selbst geschrieben habe", beschreibt Maria Schrader ihre Anfänge als Filmschauspielerin. Erst dann sei sie von anderen Regisseuren gefragt worden, ob sie nicht auch bei ihnen mitspielen wolle: "Ich bin nie zu Castings gegangen, hab' mich nirgendwo vorgestellt, sondern gemeinsam mit anderen Projekte auf den Weg gebracht".

Porträt von Maria Schrader mit Mikrophon auf dem Berliner Independent Filmfestival
Maria Schrader wird als nächstes einen Film über Harvey Weinstein machen. Der Filmproduzent löste den #metoo-Skandal aus. Bild: Imago | BriganiArt

Nächster Stopp: Hollywood

Die Produzentin von Schraders aktuellem Film "Ich bin Dein Mensch" hat ihr eine internationale Karriere vorausgesagt. Und tatsächlich, so sagt Maria Schrader, bekomme sie Angebote aus vielen verschiedenen Ländern, auch aus den USA. Doch inzwischen beeindrucke es sie nicht mehr, woher ein Angebot komme, sagt Schrader. Für sie die wichtigste Frage: Ob sie glaubt, dass sie diese Geschichte erzählen oder zu ihrer Geschichte machen kann.

Die Antwort auf diese Frage hat Schrader nun in Hollywood gefunden. Als nächstes wird sie eines der schwärzesten Kapitel der Traumfabrik aufarbeiten: In ihrem neuen Film geht es um Harvey Weinstein. Der Skandal-Filmproduzent ist inzwischen wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung verurteilt worden. Wie die Affäre ins Rollen kam und wie aus ihr die #MeToo-Debatte entstanden ist, das wird der nächste Stoff sein, den Maria Schrader zu ihrer Geschichte machen wird.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 17. Juni 2021, 18:05 Uhr