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Die Nacht

Im Porträt Die Bremerin Mareike Demel setzt sich für sauberes Wasser für alle ein

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Wasser und Abwasser sind ihre Leidenschaft. Dafür engagiert sich die Bremer Ingenieurin Mareike Demel bei "Ingenieure ohne Grenzen". Zuletzt hat sie die Wasserversorgung für eine Schule in Guinea aufgebaut.

Mareike Demel
Über ihr Umweltinteresse ist Mareike Demel zum Ingenieurberuf gekommen. In Guinea leistet sie Hilfe zur Selbsthilfe. Bild: Mareike Demel

Gesprächszeit "Mein Wunsch ist, sauberes Wasser für jeden" – Mareike Demel

Die Bremer Ingenieurin Mareike Demel engagiert sich bei "Ingenieure ohne Grenzen". Zuletzt hat sie eine Regenwasser-Zisterne für eine Schule in Guinea gebaut.

Mareike Demel
Mareike Demel Bild: Radio Bremen | Hendrik Plaß
Bild: Radio Bremen | Hendrik Plaß

Mit Mareike Demels Hilfe ist eine Regenwasser-Zisterne für die Schule in dem kleinen Dorf Kanty im westafrikanischen Land Guinea entstanden. Die Zisterne versorgt die Menschen nun mit Brauchwasser. Vorher mussten sie mehrmals täglich Wasser in 20-Liter-Kanistern über 120 Höhenmeter schleppen.

Die Leute haben uns super offen in Empfang genommen, weil das für sie ein Zeichen war, dass das Leben weitergeht.

Mareike Demel über ihren ersten Besuch in Guinea

Regenwasser in einer Zisterne zu sammeln, lohnt sich in Kanty: Während der jährlichen Regenzeit fällt dort innerhalb von fünf Monaten durchschnittlich dreimal so viel Regen, wie im ganzen Jahr in Bremen.

Im November 2015, kurz nach dem Ende der Ebola-Epidemie in Guinea, war Mareike Demel für einen ersten Erkundungsbesuch dort und wurde von den Dorfbewohnerinnen und -bewohnern sehr offen empfangen: "Wir waren gefühlt die ersten Weißen, die wieder in das Land gereist sind. Und die Leute haben uns super offen in Empfang genommen, weil das für sie ein Zeichen war, dass das Leben weitergeht."

Mein Wunsch ist, dass irgendwann jeder Mensch Zugang zu sauberem Wasser hat.

Mareike Demel über die Vision für ihr Engagement
Mareike Demel
Mit Mareike Demels Hilfe ist eine Regenwasser-Zisterne für die Schule in dem Dorf Kanty in Guinea entstanden. Bild: Mareike Demel

Dass eine Frau als Ingenieurin das Projekt leitet, war ungewohnt für die Menschen in Kanty. Neu für sie war auch, beim Bau der Zisterne mitzuentscheiden. "Wir haben versucht, sie immer in die Entscheidung mit einzubinden. Beispielsweise, indem wir gesagt haben, wir haben verschiedene Varianten und wir können das machen oder das," sagt Demel. Denn "Hilfe zur Selbsthilfe" ist eine der Leitlinien von "Ingenieure ohne Grenzen".

Schon während ihres Studiums entschied sich Mareike Demel dafür, sich bei "Ingenieure ohne Grenzen" zu engagieren. Sie wollte ihr Wissen sinnvoll nutzen: "Mein Wunsch ist, dass irgendwann jeder Mensch Zugang zu sauberem Wasser hat. Und dazu möchte ich gerne einen Beitrag leisten."

Ingenieurin aus Liebe zur Umwelt

Ingenieurin wurde sie aus Liebe zur Umwelt. Schon als Austauschschülerin in Kanada war ihr aufgefallen, wie unterschiedlich weltweit mit Abfallentsorgung und Abwasser umgegangen wird. Nach dem Abi studierte Demel Umwelttechnik an der Hochschule Bremen und anschließend Produktionstechnik an der Uni Bremen. Heute arbeitet sie beim Bremer Abwasserunternehmen "Hansewasser". Sie betreut als Projektmanagerin den Bau der Klärschlamm-Verbrennungsanlage im Bremer Industriehafen. Ab Ende 2022 soll hier Klärschlamm verbrannt und dabei seltenes Phosphor zurückgewonnen werden. Gleichzeitig werden Strom und Fernwärme produziert.

Zukunftsprojekte mit "Ingenieure ohne Grenzen"

Seit Mareike Demel die sehr rudimentäre Wasser- und Abfall-Infrastruktur in Guinea gesehen hat, weiß sie diesen Bereich in Deutschland noch viel mehr zu schätzen: "Wie arm und wie wenig Infrastruktur in so einem Land ist, das kann man nur wahrnehmen, wenn man vor Ort ist. Das hat mich wirklich schockiert."

In Guinea entsteht inzwischen das nächste Projekt, an dem sie für "Ingenieure ohne Grenzen" beteiligt ist. Im Dorf Massarankissidou soll eine Wasserversorgung aufgebaut werden, um die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Die Corona-Pandemie erschwert das Projekt allerdings. Zurzeit erfassen Partner vor Ort wichtige Planungsdaten. Wenn es die Pandemie-Lage zulässt, soll ein Team aus Bremen im nächsten Frühjahr nach Guinea fliegen. Vielleicht ist Mareike Demel dann als Ingenieurin wieder dabei.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 28. Juli 2021, 18:05 Uhr