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Die Nacht

In der Ausstellung Nackte Männer in der Bremer Kunsthalle

"Manns-Bilder" / der nackte Männerkörper in der Kunst

Autorin

Henri Gabriel Ibels, Drei Ringer auf einer Bühne
Henri Gabriel Ibels Kreidezeichnung "Drei Ringer auf einer Bühne" von 1892/93. Bild: Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen

Die Museen dieser Welt sind voll mit nackten Frauen – gemalt von männlichen Künstlern. Dagegen gibt es jetzt in der Kunsthalle Bremen ausschließlich nackte oder fast nackte Männer zu sehen. In der Ausstellung "Manns-Bilder – Der männliche Akt auf Papier" im Kupferstichkabinett werden Zeichnungen und Druckgrafiken von nackten Männerkörpern vom 15. bis zum 20. Jahrhundert gezeigt.

Die bildende Kunst hat viel Diverses zu bieten: nackte Helden und Heilige, Muskelprotze und Dickbäuche, Junge und Greise, stehend, sitzend, oder liegend, Trompete spielend, badend, oder posierend. Große Künstlernamen sind am Start, wie Dürer, Rembrandt, Cézanne oder der berühmte Bewegungsphasen-Fotograf Eadweard Muybridge. Bei der Auswahl einiger Bilder durften auch Bremerinnen und Bremer ein bisschen mitmischen – vorab über die sozialen Medien per Abstimmung.

Von Dürer bis Beckmann

Max Beckmann, Schlafender Athlet
Max Beckmann: "Schlafender Athlet" von 1946. Bild: Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Die Spannweite der Darstellungen ist groß – sie reicht vom heroischen Herkules bis zum unschuldigen Jesusknaben. Von fast pornografischen Szenen bis zum christlichen Märtyrertod. Von idealen Proportionen bis zum kränklichen Körper, etwa bei einem Selbstbildnis von Albrecht Dürer. Von Dürer stammt auch das älteste Werk, ein Holzstich aus dem Jahr 1496. Dargestellt ist eine Szene aus einem Männerbad. Das jüngste Bild hat Max Beckmann 1946 gemalt, es heißt "Schlafender Athlet" und zeigt den Sportsmann nackt, erschöpft und verletzlich in Seitenlage auf einem Sofa liegend.

Werke aus fünf Jahrhunderten

Radierung: Rembrandt Harmensz van Rijn, Männlicher Akt vor einem Vorhang sitzend, 1646
Rembrandt Harmensz van Rijn, Männlicher Akt vor einem Vorhang sitzend, 1646 Bild: Kunsthalle Bremen

Die Schau ist thematisch gegliedert nach mythologischen Akten und christlichen Themen, Aktstudien und Selbstbildnissen, Sportlern und bewegten Körpern. Unter "Erotischer Renaissancegrafik" werden Patiencekarten-große, fast schon pornografische Szenen gezeigt. Die Arbeiten von Sebald Beham aus dem Jahr 1529 zeigen Paare, die sich sexuell stimulieren. Die Vergänglichkeit wird unter der Überschrift "Lebensalter des Mannes" illustriert. Zu sehen sind männliche Körper in jeder Lebensphase – vom Kleinkind bis zum Greis.

Zwei Neuentdeckungen

Unter den insgesamt 77 Mannsbildern in der Ausstellung sind sogar zwei Neuentdeckungen der eigenen Sammlung dabei, erzählt Christine Demele, die Kuratorin der Ausstellung: "Wir haben eine spektakuläre Hell-Dunkel-Zeichnung von Giulio Clovio entdeckt, weil der Schriftzug der Namensgebung bislang gar nicht gesehen wurde. Und mithilfe der Papierrestauratorin konnten wir das dann unter dem Papier entziffern. Aber auch eine Zeichnung von Anton Raphael Mengs, die bislang unbekannt war, wird hier jetzt erstmals ausgestellt."

Kohlezeichnungen von Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker: Stehender männlicher Akt mit langem Haar in Rückenansicht, die Hände in die Hüften gestemmt, 1906
Paula Modersohn-Becker: Stehender männlicher Akt mit langem Haar in Rückenansicht. Kohlezeichnung von 1906. Bild: Paula-Modersohn-Becker-Stiftung Bremen

Angelika Kauffmann und Paula Modersohn-Becker sind die einzigen Malerinnen in dieser Schau, alle anderen Akte stammen von männlichen Künstlern. Es gab nur wenige Künstlerinnen, und die waren ohnehin vom akademischen Aktzeichnen ausgeschlossen. Aber dafür sind die großformatigen Kohlezeichnungen von Paula Modersohn-Becker sicherlich ein Höhepunkt dieser Ausstellung.

"Überhaupt lohnt sich ein Besuch. Man sieht großartige Kunst, erfährt die Bedeutung der männlichen Aktmalerei durch die Epochen, und wenn mal zur Abwechslung Männer zum nackten Objekt in der Kunst werden, hat das ja auch was", meint Bremen-Zwei-Reporterin Christine Gorny.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 6. Juli 2022, 10:10 Uhr