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Die Nacht

In der Ausstellung "Manet und Astruc. Künstlerfreunde" in der Kunsthalle Bremen

Autorin

Zwei Frauen stehen in der Kunsthalle Bremen vor großen Gemälden
Die Ausstellung "Manet und Astruc. Künstlerfreunde" ist noch bis zum 27. Februar 2022 zu sehen. Bild: Kunsthalle Bremen

Im 19. Jahrhundert lebte und wirkte der Maler Édouard Manet. Wegen seiner ungewöhnlichen Pinselstriche gilt er als einer der Wegbereiter der modernen Kunst. In diesem markanten Stil malte er auch ein Porträt von Zacharie Astruc. Der Freundschaft der beiden widmet die Kunsthalle eine Sonderausstellung.

Zwei Frauen stehen in der Kunsthalle Bremen vor großen Gemälden

"Manet und Astruc. Künstlerfreunde" in der Kunsthalle Bremen

Wegen seiner ungewöhnlichen Pinselstriche gilt Edouard Manet als einer der Wegbereiter der modernen Kunst. In dem Stil hat er auch ein Porträt von Zacharie Astruc gemalt. Dieser Freundschaft widmet die Kunsthalle nun eine Sonderausstellung.

Bild: Kunsthalle Bremen

Zacharie Astruc sitzt entspannt auf einem Lehnstuhl, die rechte Hand hat er locker zwischen die Knopfleiste seiner Weste geschoben. Neben ihm steht sein Schreibtisch, auf dem Hefte und Bücher ausgebreitet sind. Dieses Porträt aus dem Jahr 1866 stammt von Édouard Manet, einem engen Freund Astrucs.

Édouard Manet, Bildnis des Zacharie Astruc, 1866
Édouard Manet, Bildnis des Zacharie Astruc, 1866, Öl auf Leinwand Bild: Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Dass diese Verbindung mehr hervorgebracht hat als dieses eine Porträt, zeigt die Ausstellung "Manet und Astruc. Künstlerfreunde" in der Kunsthalle Bremen. Das Porträt war der Ausgangspunkt für die Ausstellung, sagt der Direktor der Kunsthalle, Christoph Grunenberg: "Wir haben dieses wunderbare Porträt von Zacharie Astruc gemalt von Manet bereits seit über 100 Jahren in der Sammlung, es ist ein Hauptwerk. Und das ist diese schöne Tradition, die wir im Haus haben: Wir nehmen ein Werk aus der Sammlung und stellen eine ganze Ausstellung darum. Erstmals wird hier Astruc vorgestellt als jemand, der ein Freund war, ein Unterstützer von Manet, aber gleichzeitig ein Künstler in seinem eigenen Recht."

Ein Skandal verbindet

Kennengelernt hatten sich Manet und Astruc schon als junge Männer. Als Manet 1863 das Gemälde "Das Frühstück im Grünen" fertigstellte, sorgte es für einen Skandal. Der Grund: Es waren nackte Frauen darauf zu sehen. Der Kunstkritiker Zacharie Astruc war der einzige, der Manet verteidigte.

Schließlich probierte sich Astruc auch als Künstler, erzählt Kuratorin Dorothee Hansen. Beide malten ähnliche Motive. Die Ausstellung lädt zum Vergleich ein: "Die Blumenstilleben beispielsweise von Manet sind unglaubliche Meisterwerke: Mit wenigen Pinselstrichen wird da eine unglaubliche Illusion und Farbexplosion, aber auch eine Transparenz von Glas und Wasser erzeugt." Astruc hingegen zeige viel Fantasie, so Hansen: "Er arrangiert die wildesten, großen Buketts in unglaublich verschiedenen Vasen, japanische Bronzevasen, Keramik aus Rouen oder eine einfache Holzkiste. Das hat etwas Schwelgerisches, aber auch etwas sehr Dekoratives."

Die Freunde tauschten sich regelmäßig aus, über die japanische und spanische Kultur zum Beispiel, die in den 1860er- und 1870er-Jahren im Trend war. Je mehr man über die Freundschaft erfährt, desto mehr erschließt sich auch das Kernstück der Ausstellung, eben jenes "Bildnis des Zacharie Astruc" von Manet. "Es ist das erste Mal, dass Manet ein Porträtkonzept entwickelt hat, indem er den Dargestellten mit Gegenständen umgibt, die auf die gemeinsamen Interessen von Manet und dem Porträtierten hinweisen", sagt Kuratorin Dorothee Hansen. So trägt eines der Notizbücher auf dem Schreibtisch japanische Schriftzeichen und Astruc eine rote Schärpe. Außerdem ist im Hintergrund ist eine Gitarre zu sehen. Alles Verweise, dass beide Fans der japanischen und spanischen Kultur waren.

Dass sich die beiden Männer so gut verstanden, war auch unter Zeitgenossen bekannt. Das macht die Kunsthalle anhand eines Gemäldes von Henri Fantin-Latour deutlich. Darauf zu sehen: Manet, wie er Astruc malt, umgeben von zahlreichen anderen Malern. Das sei ein Beleg dafür, dass die Porträtsitzung von Manet und Astruc auch von ihren Zeitgenossen als etwas Besonderes anerkannt wurde, sagt Hansen: "Und letzten Endes ist dann auch das Bildnis von Zacharie Astruc schon damals als etwas Besonderes gesehen worden."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 22. Oktober 2021, 17:20 Uhr