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Die Nacht

Im Porträt Architects for Future – diese Frau will die Baubranche revolutionieren

Autorinnen

Luisa Ropelato
Luisa Ropelato hat die "Architects for Future" mitgegründet. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Luisa Ropelato ist Architektin und traut sich Dinge zu sagen, die in der Baubranche nicht gern gehört werden: Zum Beispiel, dass jeder Abriss eine Verschwendung von Ressourcen ist und lieber intelligent saniert werden sollte. Sie ist Mitgründerin der "Architects for Future". Sie fordern eine Revolution im Bau – damit wir klimaschonender und nachhaltiger wohnen können.

Luisa Ropelato
Luisa Ropelato

Gesprächszeit "Jeder Gebäudeabriss ist eine wahnsinnige CO2-Verschwendung" – Luisa Ropelato

Die Architektin Luisa Ropelato ist Mitgründerin der "Architects for Future". Sie fordern eine Revolution im Bau – damit wir klimaschonender und nachhaltiger wohnen können.

Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Kreativität und logisches Denken – für Luisa Ropelato die perfekte Kombination zum Arbeiten. Mit dem Studium der Architektur hat sie genau die richtige Aufgabe für sich gefunden und schnell gemerkt, wie groß der Einfluss ihres Arbeitsgebietes auf unser aller Leben ist. Dass etwa 40 Prozent der CO2-Emissionen weltweit auf Gebäude zurückfallen, war der jungen Bremerin früher nicht klar: "Mich hat das ganze Studium über begleitet, wie ich in der Architektur lernen kann, wie man klimafreundlicher baut."

Jeder Abriss ist eine wahnsinnige CO2-Verschwendung.

Luisa Ropelato über die Folgen von kurzlebigen Architekturkonzepten

Ob Materialeinsatz beim Bau oder Heizung und Strom: Beim Bauen und Wohnen gibt es noch ein großes Einsparpotenzial an klimaschädlichen Gasen. "Die einfache Methode heißt 'nicht bauen'. Das ist so, weil wahnsinnig viel Energie auf den Bau zurückfällt, die ich automatisch einspare, wenn ich nicht neu baue", sagt Ropelato. Sie weiß, wie unpopulär diese Erkenntnis in der Baubranche ist. Aber: "Wir können es uns nicht mehr leisten, noch mehr CO2 auszustoßen. Jeder Abriss ist eine wahnsinnige CO2-Verschwendung. Weil ich Materialien, die schon da sind, der Deponie zuführe."

"Architects for Future" für klimafreundliches Bauen

Die Möglichkeiten umweltfreundlich zu Bauen sind eigentlich längst da – und trotzdem werden sie kaum genutzt, sagt die junge Architektin. Zusammen mit zwei anderen Absolventinnen hat Luisa Ropelato daher vor rund zwei Jahren die "Architects for Future" gegründet. Unmittelbar nach der Gründung war die Resonanz trotz einiger Unkenrufe deutschlandweit riesig: "Wir waren total baff, weil es fast so wirkte, als hätten die Leute nur darauf gewartet, dass das endlich mal jemand macht." Beim Fachpublikum rannten die jungen Architektinnen offene Türen ein, schnell gründeten sich Ortsgruppen. Das Ziel: Kommunikation von technischen Möglichkeiten an Bauleute und die breite Öffentlichkeit, Netzwerkarbeit für interessierte Kollegen und Wissensvermittlung an den akademischen Nachwuchs.

Bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden sind wir im Moment richtig schlecht.

Luisa Ropelato über Defizite in der deutschen Baupolitik

In einem Statement haben Luisa Ropelato und die "Architects for Future" sieben Forderungen an alle Aktiven der Baubranche formuliert: jeder Abriss soll kritisch hinterfragt werden. Sie fordern mehr Baustoff-Recycling und Kreislaufwirtschaft – und architektonische Entwürfe für eine offene Gesellschaft vorzulegen, entkoppelt vom maximalen Gewinnfaktor: "Bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden sind wir im Moment richtig schlecht. Wir haben im Moment eine Sanierungsrate von einem Prozent und müssten auf vier Prozent kommen."

Liebe Architektinnen und Architekten da draußen: Ihr hört es sehr ungern, aber alle Gebäude werden irgendwann nicht mehr gebraucht.

Luisa Ropelatos Appell für ein Umdenken

Dass ein einzelner Hausbesitzer mal sein Haus energetisch saniert – das reicht nicht, sagt Ropelato. Ganze Quartiere müssten unter die Lupe genommen werden. Außerdem müssten Rohstoffe aus alten Gebäuden bei Umbauten oder in anderen Neubauten verwendet werden. Luisa Ropelato nimmt kein Blatt vor den Mund: "Ihr lieben Architektinnen und Architekten da draußen: Ihr hört es sehr ungern, aber alle Gebäude werden irgendwann nicht mehr gebraucht. Das heißt, es ist nicht nötig, diese für die Ewigkeit vorzusehen. Wir sollten viel lieber schauen, dass wir sie vorsehen für eine Umnutzung, einen Umbau, eine Umgestaltung."

Ein langer Atem ist gefragt

Manchmal ist es für Luisa Ropelato, die in einem Bremer Architekturbüro arbeitet, schwer auszuhalten, dass Veränderungen Zeit brauchen. Wenn Menschen, Unternehmen oder Behörden erst überzeugt werden müssen von neuen Bau- und Sanierungsmethoden, obwohl das Wissen schon da ist. Aber sie plädiert dafür, dass es wert ist, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir künftig leben wollen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 11. November 2021, 18:05 Uhr