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Der Morgen mit Anja Goerz

Was wir lesen Unsere 5 Lieblingsbücher, in denen Frauen im Mittelpunkt stehen

Autoren

Ein Bücherstapel aus fünf bunten Büchern.
Starke Frauen, Philosophinnen, Matriarchinnen und die Frauenbewegung der 1970er: Lesetipps nicht nur für Frauen. Bild: Radio Bremen | Daniel Kähler

Mitreißende Geschichten, Porträts großer Denkerinnen und der Alltag von Frauen in starken Bildern. Unsere Kulturredakteurinnen Kerstin Burlage, Ziphora Robina, Jana Wagner und Esther Willbrandt empfehlen ihre Lieblingsbücher, in denen Frauen die Hauptrolle spielen.

1 Maria Haas, "Matriarchinnen": Weibliche Herrschaft in starken Bildern

Buchcover
Maria Haas, "Matriarchinnen" (Bildband), Kerber Verlag, 164 Seiten, 45 Euro. Bild: Radio Bremen | Montage Sabina Weinrich

Wie sieht eigentlich das Matriarchat aus – also eine Gesellschaft, in der Frauen das Sagen haben? Diese Frage hat sich die österreichische Fotografin Maria Haas gestellt und fotografisch beantwortet. Für ihren Fotoband "Matriarchinnen" ist sie nach China, Indien und Indonesien gereist und hat dort Völker besucht, in denen Frauen die Familiensippe anführen. Entstanden ist ein Fotoband mit über 100 Fotografien, die Einblicke in die Wohnzimmer, auf die Feldarbeit, in die Gärten und Hinterhöfe der matriarchalen Gesellschaften geben. Frauen im Porträt, als Nahaufnahme, ganz dicht dran oder auch zusammen als Familienportrait mit Großeltern, Töchtern und Söhnen. Und immer mittendrin: die Matriarchin. Neben dem reinen Blick durch die Kamera hat sich die Fotografin auch Zeit genommen, den Menschen vor Ort zu begegnen. Die Essenz der Gespräche findet sich in Zitaten neben den Fotos.

Warum sich das Lesen lohnt:

Maria Haas hat einen beeindruckenden Fotoband gestaltet, der die Frauen und ihre Familien portraitiert: einfühlsam, neugierig und sanft, ohne sie dabei zu exotisieren.

In Kürze:

Fotoband | Matriarchat | Reiselust | starke Frauen

2 Carole Fives, "Kleine Fluchten": Eine Mutter zwischen Fürsorge und Freiheit

Buchcover
Carole Fives, "Kleine Fluchten", Hanser Verlag, 144 Seiten, 19 Euro. Bild: Radio Bremen | Montage Sabina Weinrich

Das Kind ist wirklich goldig; ein blond gelockter Junge, von der Mutter geliebt und umsorgt. Was niemand sieht: Ihr ganzes Leben dreht sich nur noch um ihn, es ist ein niemals endender Kraftakt, keine Minute hat sie mehr für sich. Der Vater ist weg, sie hat weder Familie noch Freunde, die sie unterstützen könnten. Die Tage verlaufen immer gleich: Spielen, einkaufen, kochen, spielen, aufräumen – dazwischen irgendwie Geld verdienen, ohne die Wohnung verlassen zu können. Doch nachts gönnt sich die verzweifelte Mutter kleine Fluchten. Wenn der Kleine endlich schläft, verlässt sie die Wohnung, erst nur ganz kurz, dann immer länger ...

Warum sich das Lesen lohnt:

Carole Fives lässt uns in die Haut der jungen Frau schlüpfen, die dringend Hilfe braucht – aber nirgendwo findet. Der beklemmende Roman ist vollkommen auf die Mutterfigur zugeschnitten, ohne sie jemals bloßzustellen. Es ist das Protokoll eines versagenden Gesellschaftssystems und zugleich das intensive Porträt einer Frau, die alles richtig machen will und dabei zunehmend den Halt verliert.

In Kürze:

alleinerziehend | Gesellschaftskritik | Rolle der Frau | Selbstverwirklichung  

3 Silvia Dierkes, "1974": Graphic Novel über die Frauenbewegung der 1970er

Buchcover
Silvia Dierkes, "1974", Jaja Verlag, 64 Seiten, 22 Euro. Bild: Radio Bremen | Montage Sabina Weinrich

Putzen, Kochen, Waschen, Einkaufen, das Kind betreuen: Im Westdeutschland der 1970er Jahren waren das die Dinge, die eine verheiratete Frau selbstverständlich zu erledigen hatte. Denn obwohl bereits 1953 der schlichte aber schlagkräftige Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das Grundgesetz der BRD aufgenommen worden war, galt eherechtlich noch immer das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900. Darin hieß es: "Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu".

Der Comic "1974" von Silvia Dierkes spürt der Frage nach, was das eigentlich für die Frauen bedeutete: Er erzählt die Geschichte von Rita, die – verheiratet mit Günther – alleine für den Haushalt zuständig ist. Weil ihr Mann es ihr nicht erlaubt, muss sie darauf verzichten, ihr eigenes Geld zu verdienen. Er ist der offizielle "Haushaltsvorstand" und gegen seinen Willen zu handeln, hieße, alles zu riskieren. Rita leidet darunter – ihre Partnerschaft und ihre einzige Tochter ebenso. Doch auf ihre ruhige, beharrliche Art beginnt Rita schließlich, sich gegen die alten Strukturen aufzulehnen.

Warum sich das Lesen lohnt:

Silvia Dierkes erzählt in persönlichen und einfühlsamen Bildern eine Geschichte, die fiktiv ist, sich im Jahr 1974 aber genau so zugetragen haben könnte. Sie zeigt, welche uralten Rollenverteilungen damals in Westdeutschland noch selbstverständlich waren – und bis heute in den Köpfen stecken. Die Autorin würdigt in ihrem Debüt auch die Meilensteine der Frauenbewegung in den 1970er Jahren.

In Kürze:

Frauenbewegung | Gleichberechtigung | Frauenrechte

4 Bernardine Evaristo, "Mädchen, Frau etc.": Lebensgeschichten schwarzer Frauen

Buchcover
Bernardine Evaristo, "Mädchen, Frau etc.", Klett Cotta, 512 Seiten, 25 Euro Bild: Radio Bremen | Montage Sabina Weinrich

Evaristos Heldinnen sind elf schwarze Frauen und eine nicht-binäre Person, 19 bis 93 Jahre alt. Sie gehören diversen Zuwanderer-Generationen aus den ehemaligen britischen Kolonien an, und ihre ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten sind auf vielfältige Art verknüpft. Ausgangspunkt der weitverzweigten Geschichte ist das Elternpaar Amma und Roland – sie eine lesbische Theater-Regisseurin, er ein schwuler Universitätsprofessor – und deren gemeinsame Tochter Yazz, eine aufmüpfige und politisch hellwache Studentin. Die Erzählung kommt fast ohne Satzzeichen aus und ist kreisförmig angelegt: Das letzte Kapitel führt zum ersten zurück. Evaristo gibt erstmals in der englischen Gegenwartsliteratur schwarzen Frauen eine Stimme, die im heutigen Großbritannien darum kämpfen, gesellschaftlich ernst genommen und sich der eigenen Identität bewusst zu werden.

Warum sich das Lesen lohnt:

Der polyphone Episodenroman feiert alle Formen von Diversität und malt sie lustvoll aus: lässig und cool im Erzählton, scharf und präzise in der sozialen Beobachtung. Auch formal ein verblüffend origineller, radikal experimenteller Roman – zugleich aber leicht, unterhaltsam und höchst vergnüglich zu lesen. Ausgezeichnet mit dem britischen Booker Prize.

In Kürze:

Feminismus | Black History | Diversität | soziale Ungleichheit | Booker Prize

5 Rebecca Buxton und Lisa Whiting (Hrsg.), "Philosophinnen": Die weibliche Perspektive

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Rebecca Buxton und Lisa Whiting (Hrsg.), Philosophinnen, Mairisch Verlag, 240 Seiten, 22 Euro. Bild: Radio Bremen | Montage Sabina Weinrich

Wer einen Blick in allgemeine Philosophiewerke wirft, vermisst oft die weibliche Perspektive. Nur selten kommen Philosophinnen zu Wort, dabei hat es Frauen in der Philosophie schon immer gegeben. Hypatia von Alexandria zum Beispiel. Die Mathematikerin, Astronomin und Philosophin wurde um das Jahr 350 in Ägypten geboren. Heute ranken sich viele Mythen um die Märtyrerin der Philosophie, die auf offener Straße ermordet wurde. Dabei war sie wahrscheinlich die führende Gelehrte ihrer Zeit. Diese und andere Geschichten haben die Verfasserinnen des Buchs "Philosophinnen" zusammengetragen. 

Warum sich das Lesen lohnt:

20 gegenwärtige Philosophinnen stellen 20 Frauen vor, die inspirierend, komplex und manchmal zutiefst problematisch sind – und doch mit ihren Einsichten und ihrem Hinterfragen den Titel Philosophinnen verdient haben.

In Kürze:

Philosophinnen | starke Frauen | Philosophy Revisited

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 7. März 2021, 14:20 Uhr