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Der Vormittag mit Andree Pfitzner

Im Porträt Lars Eidinger: "Wir haben Potential zum Bösen, Guten und Genialen."

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Schauspieler Lars Eidinger bei der Premiere zu "Faking Hitler"
Ist ab dem 30. November in "Faking Hitler" zu sehen: Lars Eidinger Bild: DPA | Eventpress

Killer, Schurke, Psychopath – Lars Eidinger spielt besonders genial die bösen Charaktere. Im RTL-Sechsteiler "Faking Hitler" spielt der 45-Jährige nun den Stern-Journalisten Gerd Heidemann, der mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern einen der größten Presseskandale der Achtziger auslöste.

Schauspieler Lars Eidinger bei der Premiere zu "Faking Hitler"

Gesprächszeit "Ich bin alle Figuren" – Lars Eidinger

Killer oder Psychopathen – Lars Eidinger spielt besonders genial die bösen Charaktere. In "Faking Hitler" spielt er nun Stern-Journalist Gerd Heidemann.

Bild: DPA | Eventpress

Es schien eine Sensation zu sein: 1983 präsentierte das Wochenmagazin "Stern" die vermeintlichen Tagebücher Adolf Hitlers und glaubte, damit den großen journalistischen Coup zu landen. Bis herauskam, dass die Tagebücher gefälscht waren. Lars Eidinger, geboren 1976 in West-Berlin, war damals sieben Jahre alt: "Ich bilde mir ein, dass ich mich daran erinnern kann, an diesen Skandal. Meine Eltern hatten den 'Stern' abonniert und man wusste, dass der 'Stern' irgendwann abgestürzt ist und natürlich an Seriosität und Glaubwürdigkeit verloren hat."

Die Rolle des verblendeten Rechercheurs

Lars Eidinger ist einer der wandlungsfähigsten deutschen Filmstars und genießt das Privileg, sich seine Rollen aussuchen zu können: "Ich habe schon ein großes Interesse daran, dass den Leuten die Sachen gefallen. Davon bin ich nicht unabhängig, klar. Ich glaube, es verbietet sich auch als Künstler. Trotzdem möchte ich auch nicht gefällig sein und nur machen, was der vermeintlichen Erwartungshaltung entspricht, die an mich gestellt wird."

In der RTL-Serie "Faking Hitler" spielt Eidinger jetzt den Stern-Reporter Gerd Heidemann, der leidenschaftlich Nazi-Insignien sammelte und scheinbar blind dem Fälscher Konrad Kujau vertraute hatte: "Es war vor allem die Figur oder die Person Gerd Heidemann, die mich am meisten interessiert hat, weil sie was Schillerndes hat – was Schillerndes im Sinne von flirrend", sagt Eidinger über seine Rolle.

Wir haben tatsächlich Potential zu allem Bösen, zu allem Guten, zu allem Genialischen.

Lars Eidinger über die Fähigkeit, das Böse zu spielen

Die 1980er-Jahre haben Eidinger geprägt, sagt er: "Mein ganzes Denken ist davon beeinflusst. Die Achtziger waren die Hochzeit der Popkultur und daran habe ich mich eigentlich auch als Künstler mein Leben lang abgearbeitet." Aber "ein Rebell war ich nie", sagt Eidinger, der in einem behüteten Elternhaus aufwuchs und dann Mitte der 1990er-Jahre die "Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch" absolvierte.

Auf der Schauspiel-Schule wurde dem braven Lehrling noch eine "zu nette Ausstrahlung" attestiert. Dass er gebrochene Charaktere oder Anti-Helden spielen würde, schien für seine Schauspiellehrer anfangs unvorstellbar: "Mich hat das halt gewurmt und ich hab' gedacht, ich muss jetzt was machen, um den Dozenten zu zeigen, dass ich auch böse spielen kann", erinnert sich Eidinger. Und das gelang mit Bravour. Für die Rolle des Franz Moor aus Schillers "Räubern" wurde er 1999 an der Berliner Schaubühne engagiert, die er bis heute als Schauspieler prägt: "Wir haben tatsächlich Potential zu allem Bösen, zu allem Guten, zu allem Genialischen", sagt Eidinger.

Fotoarbeiten von Eidinger neben niederländischen Meistern

Lars Eidinger ist Ensemblemitglied, Kino- und TV-Star, legt als DJ auf und fotografiert. Seine Familie hat ihn dabei immer unterstützt: "Das Urteil meiner Frau ist für mich das Wichtigste überhaupt. Das ist ausschlaggebend", erzählt er. Ganz aktuell sind Fotografien von ihm unter dem Titel "Klasse Gesellschaft" noch bis März 2022 in der Hamburger Kunsthalle zu sehen und werden dort niederländischen Meistern gegenübergestellt: "Das genieße ich: mit den Bildern zu sprechen. In dem Moment ist Bildsprache mein Ausdrucksmittel. Da kann ich eine Widersprüchlichkeit aufdecken, die ich aber nicht erklären kann."

Je mehr es mich fordert und je mehr es mich wegbringt von dem, was ich schon gemacht habe, desto besser!

Lars Eidinger über seine Zukunft

Mit Lars Eidinger wird es nie langweilig und Angst vor dem Altern hat der 45-Jährige sowieso nicht: "Je unterschiedlicher die Arbeitszusammenhänge sind, in denen ich mich bewegen kann, desto besser für mich. Je mehr es mich fordert und je mehr es mich wegbringt von dem, was ich schon gemacht habe, desto besser!"

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 30. November 2021, 18:05 Uhr