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Der Tag mit Kristin Hunfeld

Kunstspaziergänge in der Region Der Wasserturm in Delmenhorst

Autoren

  • Lisa-Maria Röhling
Wasserturm in Delmenhorst
Ein Wahrzeichen der Stadt Delmenhorst: der Wasserturm am Rathaus. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Corona-konform Kunstwerke entdecken, beim Spazierengehen an der frischen Luft: Das geht an vielen Orten in der Region. Begleiten Sie uns auf unserem Kunstspaziergang – wer uns ein Beweisfoto schickt, gewinnt mit ein bisschen Glück eins unserer begehrten Bremen-Zwei-Notizbücher.

Dieses Mal nehmen wir Sie mit zu dem 42 Meter hohen Wasserturm, der im Stadtzentrum von Delmenhorst thront.

Von wem stammt das Kunstwerk?

Der Architekt Heinz Stoffregen hat sowohl den Wasserturm als auch das daran anschließende Rathaus entworfen. 1908 hatte er in einem Architekturwettbewerb den Zuschlag für das Projekt bekommen, 1910 wurde der Wasserturm als erster Teil des Ensembles fertiggestellt.

Welche Geschichte steckt dahinter?

Ob dieses Wahrzeichen der Stadt Delmenhorst wirklich Kunst ist, daran scheiden sich die Geister. Zugegeben, gerade wenn das Wetter schlecht ist, bleibt man nicht an diesem Gebäude stehen. Geräuschkulisse: rauschender Autoverkehr. Zu sehen: dunkler Rauputz, keine Fenster, keine Verzierungen. Hinter der vermeintlichen Tristesse versteckt sich aber eine architektonische Besonderheit: "Die Reformarchitektur ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Zeit des Umbruchs, als die Industrie hier einbrach," erklärt Gästeführerin Ingrid Heimann.

Die Technik sollte gezeigt werden, Modernität sollte gezeigt werden – sozusagen aus dem Boden gewachsen, deshalb dieser dunkle Rauputz. Man sollte nicht abgelenkt werden von Schnörkeleien.

Gästeführerin Ingrid Heimann über den Wasserturm in Delmenhorst
ein eckiger grauer Turm
Die drei Fensterschlitze oben am Turm symbolisieren herunterrieselndes Wasser. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Im Baujahr 1910 war Delmenhorst an der Schwelle zur Moderne, das Stadtbild wandelte sich, immer mehr Industrieunternehmen siedelten sich an. Der Wasserturm sollte ein Symbol für eine neue Zeit sein. "Als die Delmenhorster die Pläne sahen, waren sie entsetzt", sagt Heimann. Die Bevölkerung wollte einen klassisch runden Turm, keinen kantigen. Auch der damalige Stadtrat kritisierte den Entwurf: Diese "Geschmacksverirrung" werde nicht lange standhalten, Rauputz an den Gebäuden sei Unfug. 

Der Turm sollte vor allem einen Zweck erfüllen: Dort wurde Wasser gespeichert und weitergepumpt, er ersetzte das vorherige Brunnensystem. Das sieht man auch außen: An der grauen Fassade der Westseite sind drei hohe Fensterschlitze zu sehen. "Stoffregen hatte das als einzige Auflockerung gedacht – es sollen Wassertropfen sein, die da runterrieseln," sagt Ingrid Heimann. Heute hat sich der Turm als Wahrzeichen etabliert. Der Blick bleibt trotz allem dort hängen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 8. Januar 2021, 14:35 Uhr