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Der Samstagvormittag mit Julian Beyer

Kunstspaziergänge in der Region Die Sisyphos-Skulptur in Wilhelmshaven

Autorin

Die Bronzeskulptur "Sisyphos" am Bontekai in Wilhelmshaven.
Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Corona-konform Kunstwerke entdecken, draußen beim Spazierengehen: Wir nehmen Sie mit zur Bronzeskulptur "Sisyphos" am Bontekai in Wilhelmshaven.

Von wem stammt das Kunstwerk?

"Sisyphos" stammt von Hartmut Wiesner. Er fertigte die Bronzeskulptur im Jahr 2019 an.

Welche Geschichte steckt dahinter?

Der Bildhauer Hartmut Wiesner hat sich von der griechischen Sagengestalt inspirieren lassen: Sisyphos, der von den Göttern dazu verdammt wird, immer wieder einen Stein einen Berg hinauf zu wuchten – nur, um ihm von der Spitze aus dabei zuzusehen, wie er wieder zurückrollt.

Die Bronzeskulptur "Sisyphos" am Bontekai in Wilhelmshaven.
Wiesner sieht die Sage um Sisyphos als eine Metapher für Existenz, aber sie sei auf keinen Fall hoffnungslos. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Die Wilhelmshavener Bronzeskulptur zeigt einen Ausschnitt auf dem Weg nach oben. Die Geschichte dahinter wirkt auf viele sinnlos und trist, nicht aber für den Künstler Hartmut Wiesner: Er sieht die Sage um Sisyphos als eine Metapher für Existenz, aber sie sei auf keinen Fall hoffnungslos.

Die Geschichte des tragischen Helden habe ihn schon als jungen Mann mitgerissen. Die Inspiration: Der Essay des Schriftstellers Albert Camus, "Der Mythos des Sisyphos" aus dem Jahr 1950. "Wir sind ja alle so als 17-, 18-Jährige mit dem Existenzialismus groß geworden und haben Camus mit Löffeln gefressen", sagt Wiesner. "Es gibt Bilder zum Thema, es gibt Lithographien zum Thema, also das Motiv hat mich eigentlich ein Leben lang begleitet", so der Künstler.

Es gibt Bilder zum Thema, es gibt Lithographien zum Thema, also das Motiv hat mich eigentlich ein Leben lang begleitet.

Bildhauer Hartmut Wiesner über die griechisch Sagengestalt Sisyphos

Vor allem die letzten Sätze des Textes von Camus haben es Wiesner angetan: "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen." Wiesner erklärt, für den Schriftsteller sei Sisyphos' Aufgabe ein absurdes Schicksal. "Aber während man das wiederholt, gibt es da dieses Hoffnungsprinzip, und das macht uns dann wohl glücklich."

1996 hatte Wiesner eine handgroße Miniatur der Bronzeskulptur geschaffen. Dann kam der Auftrag für eine lebensgroße Kopie. Und die ist jetzt, inmitten einer Pandemie, aktueller denn je, findet Hartmut Wiesner: "Man sagt uns Künstlern ja nach, dass wir den Zeitgeist schon vorher verspüren." Denn die Figur Sisyphos sagt laut Wiesner ganz klar: "Schieb die Kugel ruhig hoch, du weißt, es ist sinnlos, aber während du das tust, wirst du glücklich."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 22. Januar 2021, 14:35 Uhr