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Kunstspaziergänge in der Region Die Löwenköpfe an der Wilhelm-Kaisen-Brücke

Autorin

Löwenköpfe an der Wilhelm-Kaisen-Brücke
Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen die Löwenköpfe mehr als 50 Jahre auf dem Grund der Weser – bis sie 1998 geborgen wurden. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Corona-konform Kunstwerke entdecken, draußen beim Spazierengehen: Wir nehmen Sie mit zu den Löwenköpfen, die unterhalb der Bremer Wilhelm-Kaisen-Brücke thronen.

Von wem stammt das Kunstwerk?

Die Löwenköpfe hat der Architekt Hermann Billing geschaffen. Er war es, der im 19. Jahrhundert die damalige Brücke komplett erneuerte.

Welche Geschichte steckt dahinter?

Am 25. April 1945 fand eine der wichtigsten Verkehrsachsen Bremens ihr vorläufiges Ende: die Große Weserbrücke. Der Mittelteil der Brücke versank im Wasser – und mit ihr vier Löwenköpfe aus Sandstein. Schuld daran waren nicht etwa Bombenangriffe, sagt der Chef der Bremer Landesarchäologie, Georg Skalecki: "Die Nazis waren, als der Niedergang zum Greifen nah war, so unverfroren und haben die Brücke selbst gesprengt. Dabei sind die Löwenköpfe in den Fluss gestürzt und verschwunden."

Die Nazis waren, als der Niedergang zum Greifen nah war, so unverfroren und haben die Brücke selbst gesprengt. Dabei sind die Löwenköpfe in den Fluss gestürzt und verschwunden.

Georg Skalecki

Mit der Sprengung der Brücke endete auch ein Kapitel der Bremer Geschichte, das seit dem Mittelalter angedauert hatte: Die Große Weserbrücke hatte seitdem Neustadt und Altstadt verbunden. Der Name wechselte über die Jahrhunderte, nicht aber ihr Spitzname: "Es war immer die Große Weserbrücke, weil es eben die erste war", sagt Georg Skalecki.

Löwenköpfe an der Wilhelm-Kaisen-Brücke
Von vier Köpfen sind zwei geblieben, und die sind heute an der Weserpromenade zu finden. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Die Löwenköpfe stammen aus dem 19. Jahrhundert, als die Brücke komplett erneuert wurde. Der Architekt Hermann Billing ließ eine große Steinbrücke mit vielen Verzierungen bauen – und an den stützenden Sandstrompfeilern, die aus dem Wasser ragten, brachte er vier Löwenköpfe an. "Die Symbolik 'Löwen' ist grundsätzlich immer Stärke", erklärt Georg Skalecki. "Gegenüber dem Strom, weil man sich ja auch dem Fluss in den Weg stellt." Aller Symbolkraft zum Trotz lagen die Köpfe nach dem Krieg mehr als 50 Jahre auf dem Grund der Weser.

Eine neue Brücke entstand, sogar an einer anderen Stelle als ihre Vorgängerin: Während die vorherige Brücke eine Achse vom Marktplatz zur Neustadt bildete, öffnete die neue Brücke eine Achse zwischen Domsheide und Neustadt. In den 1980er-Jahren bekam sie schließlich ihren heutigen Namen: Wilhelm-Kaisen-Brücke, nach dem Bürgermeister, der sie in den 1960ern eröffnet hatte.

1998 fand man dann im Fluss diese Köpfe, hat sie geborgen und als Erinnerung an diese Stelle gesetzt.

Georg Skalecki

Schließlich tauchte die Erinnerung an die alte Brücke wieder auf – und die Löwenköpfe auch: "1998 fand man im Fluss diese Köpfe, hat sie geborgen und als Erinnerung an diese Stelle gesetzt", so Georg Skalecki. Von vier Köpfen sind zwei geblieben, und die sind heute an der Weserpromenade zu finden – unterhalb der Wilhelm-Kaisen-Brücke.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 15. Januar 2021, 14:35 Uhr