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Der Vormittag mit Julia Meichsner

Kunstspaziergänge in der Region Die Geschichte vom "Lichtbringer" in der Bremer Böttcherstraße

Autoren

  • Lisa-Maria Röhling
Kunstspaziergänge
Das vergoldete Bronzerelief "Der Lichtbringer" am Eingang der Bremer Böttcherstraße. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Im Nordwesten gibt es viele Orte, an denen Sie sich ganz Corona-konform Kunst an der frischen Luft anschauen können. Begleiten Sie uns auf unserem Kunstspaziergang – wer uns ein Beweisfoto schickt, gewinnt mit ein bisschen Glück eins unserer begehrten Bremen-Zwei-Notizbücher.

Wo geht es hin?

Wir spazieren in die Bremer Böttcherstraße. An deren Eingang hängt seit 1936 das vergoldete Bronzerelief "Der Lichtbringer". Es zeigt eine Figur mit einem Schwert in der Hand, die aus dem oberen rechten Bildrand herabzustürzen und einen Drachen abzuwehren scheint.

Von wem stammt das Kunstwerk?

Der Bildhauer Bernhard Hoetger war schon vor dem "Lichtbringer" ein wichtiger Einfluss für die Böttcherstraße. Er hat unter anderem das Paula-Becker-Modersohn-Museum entworfen, das 1927 fertiggestellt wurde und an dessen Fassade schließlich der "Lichtbringer" seinen Platz finden sollte.

Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Kunstwerk?

Der Lichtbringer ist ein echter Blickfang – auch in der Dunkelheit ist das Relief schon deutlich vom Bremer Marktplatz aus zu sehen. Interessant macht es aber die ambivalente Entstehungsgeschichte: Als das Relief 1936 angebracht wurde, ersetzte es ein anderes, abstrakteres Werk. Das war der Zeit geschuldet, erklärt der Archivar Uwe Bölts. Das neue Relief sollte eine Huldigung an den NS-Staat sein: "Wenn man den Lichtbringer im symbolischen und metaphorischen Sinne betrachtet: Das neue Licht, was da leuchtet, ist die Bewegung des Nationalsozialismus."

Er ist ein spannendes Denkmal der Geschichte, der Kulturpolitik der NS-Zeit und daran kann man viel lernen.

Uwe Bölts, Archivar

Die Böttcherstraße und ihr abstrakter Kunststil waren den Nazi zuwider, auch der Bildhauer Bernhard Hoetger kam nicht gut bei ihnen an, seine Kunst galt als "entartet". Deshalb wollte er mit dem "Lichtbringer" seinen Ruf retten, nachdem er immer seltener Aufträge bekommen hatte. In einem Brief erklärte er im September 1936 sogar, mit dem "Lichtbringer" wolle er seine Verehrung für Adolf Hitler zeigen. Gebracht hat es ihm nichts: Hoetger wurde aus der NSDAP ausgeschlossen. Das Relief überstand den Krieg unbeschadet. Seine Geschichte sei allerdings viele Jahre nicht aufgearbeitet worden, sagt Uwe Bölts. Er findet, dass der "Lichtbringer" gerade wegen seiner Entstehungsgeschichte so bedeutend ist: "Er ist ein spannendes Denkmal der Geschichte, der Kulturpolitik der NS-Zeit und daran kann man viel lernen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 11. Dezember 2020, 13:20 Uhr