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Der Vormittag mit Julia Meichsner

Kunstspaziergänge in der Region Der Westturm der St. Lamberti-Kirche in Oldenburg

Die Lamberti-Kirche in Oldenburg
Die Fassade der Kirche möchte älter aussehen als sie eigentlich ist. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

Corona-konform Kunstwerke entdecken, beim Spazierengehen an der frischen Luft: Das geht an vielen Orten in der Region. Begleiten Sie uns auf unserem Kunstspaziergang – wer uns ein Beweisfoto schickt, gewinnt mit ein bisschen Glück eins unserer begehrten Bremen-Zwei-Notizbücher.

Dieses Mal gehen wir zur St. Lamberti-Kirche in Oldenburg, genauer: zum Westturm der Kirche.

Von wem stammt das Kunstwerk?

Ganz genau lässt sich das nicht sagen: Das Ursprungsgebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert, ist aber über die Zeit immer wieder umgebaut worden. Der Westturm entstand während einer großen Umbauphase im 19. Jahrhundert.

Welche Geschichte steckt dahinter?

Von außen sieht die St. Lamberti-Kirche in Oldenburg ganz nach Mittelalter aus mit ihren roten Backsteinen. Der Innenraum dagegen ist von der klassizistischen Architektur des 18. Jahrhunderts geprägt – mit hohen Wänden ganz in Weiß. "Der Witz an der Fassade ist, dass das, was jetzt außen ist, älter aussehen möchte, während das Innere, was älter ist, uns heute moderner vorkommt", erklärt der Gemeindepfarrer, Ralph Hennings. Der Grund: Die Fassade gehört zu einer sehr später Bauschicht aus dem 19. Jahrhundert. "Es ist also eine doppelte Täuschung, der man sich aussetzt, wenn man dieses Gebäude verstehen will", sagt Hennings.

Der Witz an der Fassade ist, dass das, was jetzt außen ist, älter aussehen möchte, während das Innere, was älter ist, uns heute moderner vorkommt.

Ralph Hennings, Gemeindepfarrer der St. Lamberti-Kirche

Das Kernstück der Fassade ist der Westturm, der mit seinen 86 Metern die Kirche zum höchsten Gebäude der Stadt macht. Bis er 1873 gebaut wurde, hatte die Kirche viele Jahre gar keinen Turm. Das gefiel der Oldenburger Bevölkerung ganz und gar nicht – es passte nicht zu ihrer Vorstellung eines christlichen Gotteshauses.

Die Lamberti-Kirche in Oldenburg
Das Kernstück der St. Lamberti-Kirche ist der Westturm. Bild: Radio Bremen | Lisa-Maria Röhling

"Den [Turm] hat man als erstes angefangen zu bauen, weil man mit der klassizistischen Kirche, die Innen noch erhalten ist, damals völlig unzufrieden war und fand, dass das Gebäude nicht aussah, wie eine Kirche auszusehen hatte", erklärt Hennings. Deshalb hatten sich die Architekten letztlich für den neogotischen Baustil mit den Backsteinen entschieden, der bis heute die Illusion perfekt macht, dass das Gebäude aus dem Mittelalter stammt. Das erschien den damaligen Bauherren laut Pfarrer Hennings "kirchenartiger".

1875 endeten die Bauarbeiten, in den Jahren danach kamen dann vier weitere, niedrigere Ecktürme dazu. Nachdem der Bau beendet war, machte man sich daran, eine Statue für eine Turmnische an der Westseite zu finden. Der damalige Erzherzog wollte eine Christusfigur – die Gemeinde aber eine Luther-Statue. Wieder setzten sich die Bürger durch. Deswegen ist die Luther-Statue noch bis heute an der St.-Lamberti-Kirche zu sehen. Übrigens die einzige Lutherstatue im ganzen Oldenburger Land.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 1. Januar 2020, 14:40 Uhr.