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Die Nacht

Was wir lesen 5 Gänsehaut-Krimis für warme Nächte

Autoren

Ein Bücherstapel
Diese Krimis haben unsere Autorinnen überzeugt. Bild: Radio Bremen | Daniel Kähler

Kennen Sie das? Je schöner das Wetter, desto wohliger die Schauer am Rücken, wenn Sie einen guten Krimi lesen. Das Bremen-Zwei-Team hat 5 Tipps für Sie. Es sind internationale Geschichten, die in Ägypten und St. Pauli spielen, zwischen Vietnam und Paris, im Mississippi der 1920er-Jahre, in Kalifornien und Berlin.

1 Merle Kröger, "Die Experten": Von der Wüste bis nach St. Pauli

Ein illustriertes Buchcover
Merle Kröger: "Die Experten", Verlag Suhrkamp, 688 Seiten, 20 Euro. Bild: Suhrkamp Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Einem eher unbekannten Kapitel deutscher Geschichte widmet sich Merle Kröger in ihrem aktuellen Buch: Im Zentrum stehen deutsche Wissenschaftler im Ägypten der 1960er-Jahre. Während des Krieges haben sie für Hitler Raketen und anderes Fluggerät entwickelt, jetzt haben sie das Angebot von Staatspräsident Nasser angenommen, als Experten der ägyptischen Regierung beim Aufbau einer eigenen Flugzeug-und Raketenindustrie zur Seite zu stehen.

Die 17-jährige Rita Hellberg ist die Tochter eines Wissenschaftlers. In Ägypten jobbt die junge Frau als Sekretärin in einem Rüstungsbetrieb, taucht ein in das komfortable Leben der Experten mit ihren feinen Clubs und den Tennisplätzen. Hellhörig wird sie allerdings, als Ingenieure bedroht werden und ihr Freund durch eine Briefbombe zu Tode kommt. Sie fragt sich, ob es stimmt, was israelische Zeitungen schreiben: Dass Staatspräsident Nasser Altnazis Bomben bauen lässt, um den Erzfeind Israel zu attackieren.

Warum sich das Lesen lohnt

Ein packender Roman über ein in Vergessenheit geratenes kurzes Kapitel deutscher Geschichte verquickt mit einer realen Familiengeschichte. Gut geschrieben mit einem weiten Erzählbogen von der Wüste bis auf den Kiez von St. Pauli.

In Kürze

Politkrimi | Ägypten | Rüstungsexperten | Altnazis | Nachkriegszeit

2 Việt Thanh Nguyễn, "Die Idealisten": Politischer Roman verpackt als Thriller

Ein schwarzes Buchcover mit illustrierten Einschusslöchern
Việt Thanh Nguyễn: "Die Idealisten", aus dem Amerikanischen von Wolfgang Müller, Blessing Verlag, 496 Seiten, 24 Euro Bild: Blessing Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Paris, 1981: Zwei vietnamesische Flüchtlinge erreichen die Stadt, die nach vielen Irrwegen ein sicherer Hafen für sie zu sein scheint. Doch der Schein trügt. Der namenlose Ich-Erzähler, auch bekannt als der Bastard, trägt ein Geheimnis mit sich. Der uneheliche Sohn eines französischen Priesters und einer jungen Vietnamesin hat für die Vietkong spioniert und muss deshalb sein wahres Ich vor seinem Weggefährten verstecken. Dabei gerät er immer tiefer ins Drogenmilieu und muss bald wieder flüchten – vor der Drogenmafia, aber auch vor seiner dunklen Vergangenheit. 

Warum sich das Lesen lohnt

Vietnamkrieg, französische Kolonialgeschichte, Rassismus – alles wird in diesem dichten Roman thematisiert und hinterfragt. Ein hochpolitischer Thriller, der auch gut zu lesen ist, ohne den Vorgängerroman "Der Sympathisant" zu kennen. 

In Kürze

Kolonialgeschichte | Rewriting History | Boat People

3 Beth Ann Fennelly und Tom Franklin, "Das Meer von Mississippi": Authentisch und ungewöhnlich

Ein illustriertes Buchcover
Beth Ann Fennelly, Tom Franklin: "Das Meer von Mississippi", Heyne Hardcore, 384 Seiten, 22 Euro Bild: Heyne Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Wussten Sie, dass im Jahr 1927 der Mississippi spektakulär über die Ufer trat? Es war eine gigantische Flut mit schweren Überschwemmungen, nur vergleichbar mit den Wassermassen, die der Hurricane Katrina Jahre später nach New Orleans brachte. Diese Katastrophe vor knapp 100 Jahren ist das Setting im Krimi "Das Meer von Mississippi" von Beth Ann Fennelly und Tom Franklin.

Wahrlich kriminell war, wie einige betuchte Landbesitzer damals die Wassermassen von ihren Besitztümern fernhielten, nämlich durch gezielte Deichsprengungen. Das Wasser floss so anderswo ab – und überflutete Tausende. Alkohol war in den USA damals verboten. Sogenannte Prohibitionsagenten sollten Schwarzbrennern auf die Spur kommen. Einer von ihnen ist Ingersoll, der ein verlassenes Baby findet. Statt ins Heim bringt er es zu Dixie Clay, der unglücklichen Frau eines einflussreichen Schwarzbrenners. Daraus entwickelt sich eine doppelte komplizierte Liebesgeschichte, zwischen Schwarzbrennerin und Prohibitionsagent – und zwischen Dixie Clay und dem Baby. 

Warum sich das Lesen lohnt

Eine tolle Mischung aus authentischer Geschichte, eindrücklichen Bildern, ungewöhnlichen Figuren und selten gelesenen Themen.  

In Kürze

Südstaaten | Schwarzbrennerei | Prohibition

4 Laila Lalami, "Die Anderen": Familiensaga, Gesellschaftskritik und Krimi

Ein illustriertes Buchcover
Laila Lalami: "Die Anderen", aus dem Englischen von Michaela Grabinger, Kein und Aber, 432 Seiten, 24 Euro Bild: Kein und Aber Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Als Nora vom Tod ihres Vaters erfährt, sitzt sie gerade in einem Bistro in Oakland und trinkt Champagner. Die junge Musikerin fährt zurück in die kalifornische Wüste, in den kleinen Ort, der nie wirklich ihr Zuhause war. Sie glaubt nicht, dass der Tod ihres Vaters ein Unfall war – und versucht mit einem alten Schulfreund der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Dabei erfährt sie mehr über sich selbst und über ihren Vater, der als junger Mann aus Marokko flüchtete, als ihr eigentlich lieb ist. 

Warum sich das Lesen lohnt

Laila Lalami nutzt unterschiedliche Erzähl-Perspektiven, um sich langsam an den Kern der Geschichte heranzutasten. Am Ende offenbart sich ein Bild der US-Gesellschaft aus Sicht der jeweils "Anderen": der angepassten und erfolgreichen Eingewanderten – und der abgehängten Weißen. 

In Kürze

Gesellschaftskritik | Diversität | Heimat

5 Johannes Groschupf, "Berlin Heat": Skurriles aus dem Sommer nach Corona

Ein illustriertes Buchcover mit der Sillouette von Berlin
Johannes Groschupf: "Berlin Heat", Suhrkamp, 254 Seiten, 14,95 Euro Bild: Suhrkamp Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Corona ist vorbei – und ganz Berlin stürzt sich befreit in den heißen Sommer 2021. Mittendrin ist Tom Lohoff. Er lebt davon, Touristen Wohnungen zu vermieten und ihnen Zugang zu den besten Clubs und Drogen der Stadt zu verschaffen. Weil er Geldsorgen hat, kann Tom nicht nein sagen, als ihm zwei zwielichte Typen viel Geld dafür bieten, außer der Reihe eine seiner Wohnungen zu mieten. Am nächsten Tag ist seine Wohnung im Fernsehen – als Tatort der Entführung eines AfD-Bundestagskandidaten.

Warum sich das Lesen lohnt

Dieses Buch ist Berlin pur. Wer es nicht schafft, in diesem Sommer die Hauptstadt zu besuchen, bekommt hier alles: schräge Typen, skurrile Situationen, viel Atmosphäre und jede Menge Lokalkolorit. Das Ganze eingebettet in das Lebensgefühl des bevorstehenden Sommers – fast ohne Corona, aber mitten im Bundestagswahlkampf.

In Kürze

Berlin | Sommer | Nach-Corona | Bundestagswahlkampf

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Juni 2021, 9:40 Uhr