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Der Nachmittag mit Marius Zekri

Im Porträt Mit der Rudi-Carrell-Show fing bei Katrin Krämer alles an

Autorin

Katrin Krämer
Bild: Radio Bremen | Andreas Weiss

75 Jahre ist es her, dass Radio Bremen mit einer Übertragung vom Bremer Marktplatz sein Radioprogramm startete. Bremen-Zwei-Moderatorin Katrin Krämer geht diesen Weg schon seit 50 Jahren mit. Als Dreijährige tanzte sie um den Weihnachtsbaum in der Rudi-Carrell-Show und auch im ersten Bremer Tatort spielte sie mit.

Gesprächszeit "Rudi Carrell war ein Nervenbündel!" – Katrin Krämer

Bremen Zwei-Moderatorin Katrin Krämer hat schon eine 50-jährige Geschichte mit Radio Bremen. Als 3-Jährige trat sie schon in der Rudi-Carrell-Show auf.

Audio vom 22. Dezember 2020
Katrin Krämer
Bild: Radio Bremen | Andreas Weiss

Ihre ersten Schritte bei Radio Bremen hat Katrin Krämer als Fernsehkind gemacht. Ihre Mutter las damals, 1969, eine Anzeige in der Zeitung, dass für den Spielfilm "Ein Sonntag, ein Besuch" ein Junge für eine Kinderrolle gesucht wird. So kam erst Katrin Krämers Bruder Hagen zum Filmset – und weil die kleine Schwester beim Dreh durch die Beine von Kameramann und Regieassistentin wuselte, wurde auch sie für die erste Rolle angefragt. Die Aufgabe: Einer Dame im Supermarkt mit dem Einkaufswagen in die Hacken fahren: "Die Schauspielerin musste sich dann wütend umdrehen und mich natürlich anmachen. Meine Mutter stand immer erschrocken dabei und dachte: 'Das macht die Kleine genau einmal und dann geht sie'. Denn die lässt sich ja nicht von einer fremden Frau anschreien. Aber ich habe da wohl Gefallen dran gefunden und habe das mit großem Vergnügen mehrfach gemacht."

Rudi Carrell war immer wahnsinnig nervös. Ein Nervenbündel!

Katrin Krämer über ihre Erinnerungen an die Dreharbeiten zur Rudi-Carrell-Show

Mit den Rudi-Carrell-Shows ging es weiter. Hier hatte die kleine Katrin ihren ersten Auftritt in der Nikolaus-Sendung von 1970. Zusammen mit anderen Kindern tanzte sie um einen Weihnachtsbaum und bekam dann ein Geschenk überreicht: "Ich stehe da mit Zöpfchen, meinem Lieblingskleid – und ich will eigentlich gar nicht mehr von der Bühne. Die anderen Kinder gehen schon und ich gucke und denke: 'Vielleicht gibt es ja noch was ...?'" Bei den Proben ging es übrigens oft hoch her, erinnert sich Krämer: "Rudi Carrell war immer wahnsinnig nervös. Da gab es bei diesem charmanten Mann, den ich sehr mochte, sehr viel Schreierei hinter den Kulissen. Der Mann war ein Nervenbündel, das ist legendär, das weiß man heute." Und deshalb streikte die kleine Katrin erst einmal nach der Generalprobe. Doch auch dafür hatte Rudi Carrell eine Lösung parat: "Er hat mich auf den Arm genommen. Um mich zu trösten und abzulenken, ist er mit mir zu diesen Geschenken gegangen."

Tatort-Regisseur Wedel war der kleinen Katrin unsympathisch

Auch an die Begegnungen mit den internationalen Stars, die zu Gast in den Shows waren, erinnert sich Katrin Krämer gut. Zum Beispiel daran, wie Vico Torriani mit ihr durch die Garderobe tanzte. Aber auch an die Gerüche der damaligen Radio-Bremen-Kantine, an rauchende Produktionsmitarbeiter und spannende Kulissen. 1973 folgte dann ein Auftritt im ersten Radio-Bremen-Tatort "Ein ganz gewöhnlicher Mord" als Tochter des Staatsanwaltes: "Ich habe mir den Ausschnitt gerade noch einmal angeguckt. Zum ersten Mal! Regie Dieter Wedel. Ich weiß, er war mir nicht sonderlich sympathisch. Und meiner Mutter war das peinlich, weil ich dann immer wieder von dem weg gelaufen bin."

Das war ein Geschenk des Himmels!

Katrin Krämer über ihre erste große Radio-Produktion

Für eine Fernsehkarriere hat sich Katrin Krämer dann trotz hoffnungsvoller Auftritte als Fernsehkind doch nicht entschieden. Als Studentin der Germanistik und Anglistik winkte irgendwann ein Praktikum in der Hörspiel-Redaktion von Radio Bremen, wo sie Anfang der Neunziger mit großen Augen in den Produktionen saß. Als ein Regieassistent krank wurde, sprang sie ein und begleitete dann selbst viele große und kleine Produktionen. 

Mit der Sendergeschichte Radio Bremens hat sie sich dabei gleich zu Beginn ihrer Karriere intensiv beschäftigt: Vor 25 Jahren – zum 50. Geburtstag von Radio Bremen – hat Krämer Zeitzeugen aus den ersten Radio-Bremen-Tagen für ein großes dreistündiges Radiofeature über die Anfänge des Hörspielschaffens in Bremen getroffen. Das Feature war damals eine große Chance für die Noch-Studentin: "Während fast jeder meiner Kollegen mit einem 3-Minuten-Beitrag im Radio angefangen hat, hab' ich mit einem 3-Stunden-Feature angefangen. Das war natürlich völliger Wahnsinn, aber auch etwas, wo ich heute sage: Das war ein Geschenk des Himmels." 

75 Jahre Radio Bremen – 50 Jahre mit Katrin Krämer

Am 23. Dezember 1945 konnten Bremer und Bremerinnen, die ein Radiogerät besaßen, der ersten Rundfunkübertragung des neu gegründeten Senders "Radio Bremen" lauschen. Nicht alles lief wie geplant, aber ab 15 Uhr ging eine Sondersendung über die Antenne: Mit weihnachtlichen Liedern des Domchors, Musik der amerikanischen Militärkapelle und Ansprachen vom Rathausbalkon. Im Nachhinein würde Katrin Krämer gern mal Mäuschen in den ersten Rundfunk-Tagen spielen. Noch heute gräbt sie übrigens im Archiv und überrascht ihre Bremen-Zwei-Gäste mit historischen Fundstücken und Erinnerungen. Die Begeisterung des Stammpublikums der Winter- oder Sommergäste in Bremen und Oldenburg ist der Moderatorin, die immer schon gern Menschen nach ihren Lebensgeschichten ausgefragt hat, ist ihr dabei gewiss.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 23. Dezember 2020, 18:05 Uhr